10. Braunschweiger Bauerntag bietet Forum für agrarpolitische Diskussion

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Pressemeldung: Landvolk Braunschweig

Braunschweig. Menschen, Meinungen und Marktentwicklung waren die bestimmenden Themen, die den zehnten Bauerntag des Landvolks Braunschweiger Land geprägt haben. Stattgefunden hat er wieder mit mehr als 150 anwesenden Landwirten sowie Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Handel, Kirche und Banken im Business- Bereich des Braunschweiger Eintracht-Stadions.

Hauptpunkt der Veranstaltung war eine politische Podiumsdiskussion mit Kandidaten für die Bundestagswahl aus der Region. Den Fragen von Maren Diersing-Espenhorst, Chefredakteurin der landwirtschaftlichen Fachzeitschrift Land & Forst, stellten sich Andreas Weber (CDU, Helmstedt), Thomas Schellhorn (FDP, Peine), Dr.-Ing. Andreas Mantzke (Die Linke, Peine) und Frank Rinck (AfD, Niedersachsen) – die Kandidaten Dr. Christos Pantazis (SPD, Braunschweig) und Margaux Erdmann (B90/ Grüne, Braunschweig) hatten auf eine Teilnahme verzichtet.

Bereits vor der Diskussion hielten vier Landwirte Statements und stellten Fragen dazu, wie intelligente Lösungen in Bezug auf Energiegewinnung, Biodiversität und das Klima gefunden werden, wie die Landwirte einen Mehrwert ihrer Produktion in eigene Erlöse trotz der Macht des Handels umsetzen und wie die Politiker den Landwirten die Zuversicht in ihre Arbeit wiedergeben können.

Während Einigkeit darüber bestand, dass die Politik die Aufklärung über landwirtschaftliche Erzeugnisse unterstützen müsse, gab es verschiedene Meinungen unter anderem zu der Unterstützung durch Fördergelder, zum CO2-Zertifikate-Handel oder die Zulassung bestimmter Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat.

Diesen Punkt griff der Vorsitzende des Landvolks Braunschweiger Land, Ulrich Löhr, bereits in seiner Eröffnungsansprache auf. Er freue sich, dass zunehmend Landwirte in der Kommunalpolitik vertreten seien und sich zur Wahl stellen. „Wir können nicht erwarten, das andere Berufsgruppen für uns Landwirte mitdenken!“ Er stellt heraus: „Wir stellen die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Energie und Futtermitteln sicher. Das wird jedoch in der Öffentlichkeit nicht als Erfolg gesehen, sondern die Landwirtschaft wird als ‚Problembär‘ betrachtet. Wir müssen deutlich machen, dass die Landwirtschaft ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist.“

Neben den agrarpolitischen Themen galt die Aufmerksamkeit auch zwei ganz besonderen Menschen, die für ihren langjährigen Einsatz mit einer Ehrenurkunde und der Silbernen Verdienstnadel des Landvolks Braunschweiger Land ausgezeichnet wurden. Wilfried Henties, stellvertretender Landvolkvorsitzender, ehrte Cornelia Könneker aus Hohenhameln (Kreis Peine). Seit mehr als 30 Jahren hat sie sich für die Belange der Frauen auf dem Land eingesetzt und war in mehreren Vorständen der Landfrauen auch überregional aktiv. Vor Kurzem hat sie nach 16-jähriger Amtszeit als Vorsitzende der Kreislandfrauen Peine den Vorsitz an Bianca Lauenroth aus Adenstedt abgegeben.

Für seinen ebenfalls unermüdlichen Einsatz für die Landwirtschaft und viele Jahre Arbeit im Vorstand des Landvolks auf Kreis- und Verbandsebene bedankte sich Ulrich Löhr bei Gerhard Rott aus Scheppau im Kreis Helmstedt und bezeichnete ihn als „Vordenker und Problemlöser selbst wenn noch gestritten wird“ und verlieh ihm ebenfalls die Silberne Ehrennadel des Landvolkverbandes Braunschweiger Land.

In seinem Schlusswort hob Wilfried Henties hervor, dass „wir (Landwirte) Leistungsträger der Gesellschaft sind und dafür die Anerkennung wollen, die uns gebührt.“