35 plus 1-Jährigem Bestehen trafen sich die Mitglieder der Veltheimer Amphibienschutzgruppe

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Amphibienschutzgruppe Veltheim/Ohe

Veltheimer Amphibienschutzgruppe feierte

35 plus 1

Veltheim/Ohe. Zu ihrem 35 plus 1-Jährigem Bestehen trafen sich die Mitglieder der Veltheimer Amphibienschutzgruppe und geladene Gäste Corona konform in einem privaten Garten. Eigentlich war die Feier schon für das letzte Jahr geplant, musste aber wegen Corona leider ausfallen. Die Gruppe wollte das Jubiläum aber nicht ohne Feier verstreichen lassen und organisierte nun eine kleine Feier.

Die Gruppe zählt inzwischen 15 aktive Mitglieder, sodass an jedem Abend während der Wanderzeit der Amphibien (Februar bis April) die Strecke zwischen Klein Veltheim und Schulenrode betreut werden kann.

Seit dem Frühjahr 1985 werden hier Amphibien gerettet. Damals organisierten Mitglieder der Sickter Grünen die erste Sammelaktion, die von weiteren Naturschützern unterstützt wurde. Mit Eimern zogen sie damals abends am Straßenrand entlang und sammelten die Tiere von der Straße. Trotz dieser Sammelaktionen wurden in den Nächten noch viele Tiere überfahren.

Im Frühjahr 1986 wurde der erste Krötenschutzzaun aufgebaut, den die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wolfenbüttel zur Verfügung stellte. Durch einen Aufruf in der örtlichen Presse kamen weitere Naturschützer hinzu – die Veltheimer Amphibienschutzgruppe war „geboren“.

1991 wurde die Straße erstmals mit einer beweglichen Bake gesperrt. Da Autofahrer vielfach die Sperre umfuhren bzw. sie in den Straßengraben abräumte, installierte der Landkreis 1994 eine feste Straßensperrung, die inzwischen an bis zu 20 Abenden eingesetzt werden darf.

Ziele der Gruppe sind die Erhaltung der einheimischen Amphibien und die Information der Bevölkerung über Lebensweise und Schutz dieser Tiere. So gab es bis 1998 jährliche Informationsveranstaltungen mit namhaften Referenten, u.a. Hermann Benjes oder dem Amphibien-Buchautor Richard Podloucky. Im Frühjahr 1990 hatte die Gruppe sogar einen Auftritt in der Plattenkiste des NDR.

1995 erhielt die Gruppe sogar den Feldschlößchen Naturschutzpreis für ihr Engagement zur Errichtung der Straßensperrung.

Amphibien spielen im Naturkreislauf eine wichtige Rolle. Einerseits sind sie Nahrung u.a. für Reiher, Storch, Igel, Ringelnatter, zum anderen fressen sie Schnecken, Würmer, Insekten und andere Wirbellose. Als „biologische Schädlingsbekämpfer“ sind sie in jedem Garten gern gesehene Gäste. Die meiste Zeit des Jahres leben sie an Land. Die kalte Jahreszeit verbringen sie in Winterstarre in der Erde. Sobald im Frühjahr der Boden aufgetaut ist, die Temperaturen nachts über 5°C steigen und es dazu regnet, beginnen sie ihre Wanderung zu ihren Laichgewässern. Aufgrund der Klimaveränderung wandern die Tiere nun schon früher. „Im Durchschnitt der letzten 37 Jahre können wir aufzeigen, dass sich inzwischen der Beginn der Wanderung um 14 Tage nach vorn, auf den 1. März, verschoben hat“, so Dr. Diethelm Krause-Hotopp. Die Klimaveränderung wird hier deutlich. Auch die Trockenheit der letzten Jahre macht den Amphibien zu schaffen. „So wenige Tiere wie 2021 haben wir noch nie gezählt“, berichtete Heinz Künne. Erfreulich war, dass 2017 der erste Kammmolch auf seiner Wanderung beobachtet wurde. Für Achim Limburg und Bettina Bohr ist es immer eine Freude, wenn abends Kinder mit ihren Eltern zur Sperrung kommen und sie ihnen die Tiere zeigen können.

Zu Gast waren auch die Landrätin Christiana Steinbrügge und ihr Stellvertreter Uwe Schäfer. Beide bedankten sich bei der Gruppe für das 36 jährige Engagement. Dabei erwähnte die Landrätin auch den besonderen Einsatz von Mitgliedern der Gruppe für die Straßensperrung bei Volzum, die in diesem Jahr zum ersten Mal zum Einsatz kam.

Foto (Karin Hotopp): Gemeinsam mit der Landrätin Christiana Steinbrügge (Bildmitte) und ihrem Stellvertreter Uwe Schäfer (1.v.r.) feierte die Veltheimer Amphibienschutzgruppe ihr Jubiläum 35 plus 1.