40 Jahre Fastnacht in Abbenrode – Päsident Michael Ullmer berichtet

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So ist die Fastnachtgesellschaft Abbenrode – FGA – entstanden:

Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Abbenrode, am 6. Januar 1979, sollte eigentlich die Feier für das 105jährige Bestehen beschlossen werden.

Für dieses Fest kam allerdings keine Mehrheit zustande. – Schade-.

Es kam die Idee, Karneval zu feiern. In Abbenrode wurde bereits Karneval gefeiert, bis der Saal im Jahr 1959 durch einen Brand nicht mehr genutzt werden konnte.

Durch die Erbauung des Dorfgemeinschaftshauses und die Fertig-stellung im Jahr 1977 waren auch wieder Räumlichkeiten für eine derartige Veranstaltung in Abbenrode vorhanden.

Jetzt wurde jemand gesucht, der diese Feier vorbereitet.

Im Anschluss an die Versammlung erklärten sich Michael Ullmer und Rüdiger Holste bereit, diese Organisation zu übernehmen.

Aus den Reihen der Feuerwehr wurde Unterstützung zugesagt.

Die erste Besprechung wurde im Verlauf der Versammlung festgelegt.

Sie fand am 10. Januar 1979 im Dorfgemeinschaftshaus statt.

Teilnehmer dieses ersten Karnevaltreffens waren:

Michael Ullmer, Rüdiger Holste, Günter Richtsteig, Christian Meyer,

Karola Meyer, Dieter Lagosky, Günter Müller, Edda Piko, Helga Brunner, Klaus Hanitzsch, Jürgen Schröter, Uwe Lagosky und Uwe Kretschmann.

Wir hatten kein Geld, keine Kapelle und keine richtige Vorstellung, wie man diesen ersten Karneval in Abbenrode feiern sollte.

Mit der Erfahrung der älteren Mitglieder im „Festausschuss“ für den Karneval wurde jetzt die Planung in Angriff genommen.

Sie waren bei den Vorbereitungen für den Herbstball, das Frühlingsfest und den Feuerwehrfeiern beteiligt und machten den Jüngeren Mut.

Hier tauchte u. a. die Frage auf, was denn Karneval ist – wir sollten doch lieber eine fetzige Disco im Dorfgemeinschaftshaus machen.

Im weiteren Verlauf der Planungen trafen sich die 13 Mitglieder des Festausschusses wöchentlich, um das Programm und den Ablauf für den ersten Karneval in Abbenrode zu besprechen.

Eine Kapelle konnte aus dem Wolfsburger Raum engagiert werden.

Es waren die Sound-Stars.

Günter Lamprecht erstellte das Plakat für unsere erste Feier.

Die Eintrittspreise wurden ebenfalls festgelegt.

Kindermaskerade: 3,- DM für Erwachsene -Kinder freien Eintritt.

Maskenball: 7,- DM / Frühstück 7,- DM plus 3,- DM Eintritt.

Dauerkarte: 13,- DM -das Frühstück wurde extra kasssiert-.

Als 1. Prinzenpaar konnten Michael Ullmer und Heike Gummert gewonnen werden.

Der praktische Ablauf wurde bei den Karneval-gesellschaften Schandelah und Destedt abgeguckt. Hier wurden nur die positiven Abläufe übernommen.

Ein Name wurde gesucht.

Man einigte sich auf Fastnachtgesellschaft Abbenrode.

Die weiteren Regularien wurden besprochen.

Tradition ist es eigentlich, dass nur Junggesellen zu einem Karnevalverein gehören. In Abbenrode war das anders. Bei rund 500 Einwohnern wollten und konnten wir die Mädchen und Frauen nicht ausschließen. Aus diesem Grund war das weibliche Geschlecht von Anfang an dabei. Auch Jahre später wurden wir von den Gesellschaften mit „echten“ Junggesellen bis 33 Jahren noch schräg angeguckt. Sie schüttelten nur mit dem Kopf.

Denn wir hatten als einziger Verein auch „Jungfrauen“ in unserer Fastnachtgesellschaft.

Das Prinzenkostüm konnte von der Jungen Gesellschaft Schandelah ausgeliehen werden. Unsere Prinzessin hieß im Jahr 1979 noch Funkenmariechen.

Für den Umzug gab es ein einziges Fahrzeug, die Prinzenkutsche.

Es war die „Ente“ 2 CV von Michael Ullmer. Das Dach war offen, und die „Ente“ wurde mit Girlanden geschmückt.

Aufgrund der hervorragenden Planung konnten 142 Dauerkarten verkauft werden.

68 Gäste bezahlten noch an den Tageskassen.

Bei der Kalkulation rechneten wir mit ca. 150 Gästen.

Dass es allerdings rund 200 Gäste bei der ersten Feier wurden

damit hatte keiner gerechnet. Diese Feier schlug ein wie eine Bombe.

Jede Veranstaltung war ein riesiger Erfolg. Zur Kindermaskerade wurden damals schon Kuchen gespendet. Diese tolle Angelegenheit ist auch heute noch aktuell.

Uwe Kretschmann war von 1979 bis 1983 unser Kinderprinz.

Beim Maskenball tollten sich wunderschöne Kostüme im Saal, von denen die drei Besten prämiert wurden. Die Stimmung und die Gemeinschaft sind bis heute grandios. Verkleidete Bauernpaare sammeln beim Umzug Würste und Eier. Schnapsverkäufer mit Frack und Zylinder „verkaufen“ Apfel- und Doppelkorn. Sie klappern jede Haustür ab, und so füllen sich auch unsere Sammelbüchsen. Dieses Geld fließt in die Mischkalkulation zur Gesamtfinanzierung der Karnevalfeier.

Eine weitere Tradition beim Umzug ist der Schleifenbesen,

der über 20 Jahre von Peter König getragen wurde.

Die Einwohner binden eine Krawatte oder eine Schleife an den Besen,

der beim Frühstück versteigert wird.

Nach dem 3stündigen Umzug beginnt um 11.11 Uhr das Narrenfrühstück mit Freibier. Lustige Büttenreden, Stimmung und Lieder zum Mitschunkeln sind auf dem Programm. 1979 hatten wir freundlicherweise zwei Gastredner aus Schandelah, Wilfried Dill und Hubert Wachsmann, die unser Programm unterstützt haben. Aus Schandelah hatten wir uns ja schon andere Sachen „gepumpt.“

Neue männliche Mitglieder wurden rasiert. Für die Frauen war uns noch nichts eingefallen. Als Barbiere konnten wir Horst Gummert und Hans Beese anheuern. Ab 1980 wurden die Frauen geschminkt.

Zwei Jahre später haben wir den Frauen in einer Zinkwanne mit eiskaltem Wasser die Füße gewaschen, bis das große Malheur passierte. Der Inhalt der Zinkwanne befand sich plötzlich auf dem Parkettfußboden des DGH. Seitdem werden die Neuen „gestempelt.

Versteigerer des Schleifenbesens war über 15 Jahre Günter Richtsteig, der auch als Chronist in die Bütt gestiegen ist -als Mister 0,8 Promille-. Gegen 16.00 Uhr wird der „Kehraus“ gemacht. Es beginnt die Besenparty.

Beim Ersteigerer dieses Besens findet im Anschluss an das Frühstück die Besenparty statt. In den ersten Jahren fanden wir noch eine Kapelle, die diesen Marsch begleitete.

Die erste Besenparty wurde auf dem Hof der Familie Hartfried und Gisela Vahldiek gefeiert und ist sicherlich noch in Erinnerung all derer geblieben, die dabei waren. Spontan wurde ein Traktor mit Anhänger organisiert und alle, die noch halbwegs fit waren, fuhren nach dem Frühstück mit in den Wohld. Was vom Narrenfrühstück übriggeblieben war, wurde eingesackt. Brote wurden aufgetaut und geschmiert. Getränke waren reichlich vorhanden.

Der Hinweg war schon nicht einfach. Manche hatten arge Schwierigkeiten, auf den Anhänger zu gelangen. Doch der 5 Kilometer lange Rückweg war noch viel schwieriger, denn es war schweinekalt.

Am Rosenmontag war dann Aufräumen angesagt. Wobei zwischen den einzelnen Veranstaltungen immer umgebaut werden musste.

Nach 5 Stunden war das DGH wieder sauber. Eine Rosenmontags-Feier war nie geplant, sie ergab sich immer spontan. Hier fanden sich alle Helfer ein, die zum „Harten Kern“ der FGA gehören. Es sind immer um die 30 Personen, die im Vorfeld, während und nach den einzelnen Veranstaltungen die anfallenden Arbeiten erledigen.

Am Aschermittwoch geht es dann weiter mit der Feierei.

Es gibt eingelegten Matjes mit Pellkartoffeln und Speckstippe.

Etwas zum trinken ist natürlich auch dabei. Dann endlich beginnt die Fastenzeit bis Ostern. Halt, die Karneval-Nachfeier habe ich vergessen.

Bei der Karneval-Nachfeier werden dann die Reste verzehrt, die bisher nicht geschafft wurden. Die gesammelten Würste werden aufgeschnitten, sofern sie nicht beim Umzug oder beim Frühstück vernichtet wurden. Einige Salate und Kalte Platten werden ebenfalls von den Einwohnern gespendet. Der Rest wird zugekauft.

Alle Veranstaltungen der FGA sind öffentlich. Das Essen für das Narrenfrühstück und auf der Nachfeier wird von vielen fleißigen Helfern aus dem „Harten Kern“ liebevoll zubereitet und ist im Eintrittspreis enthalten.

Die gesamte Veranstaltung läuft in eigener Regie. Für jeden Bereich gibt es ein zuständiges Team. Kinder aus den ersten Jahren der Kindermaskerade sind inzwischen in den Vorstand nachgerückt und fühlen sich in unseren Reihen sauwohl.

Unser Vereinsleben basierte in den ersten Jahren in lockeren Zusammenkünften von interessierten Jugendlichen – und das waren fast alle. Ältere Einwohner befanden sich kaum in den Reihen des „Harten Kerns.“ Das wollten wir ändern. Es war aber nicht einfach, weil uns die Tradition fehlte. Vereinzelte ältere Mitglieder stießen zu uns. Alle Mitglieder bezahlten ihre Eintrittsgelder. Nur beim Frühstück, das separat kassiert wurde, rutschten uns einige durch. Hier wurden beim Einsammeln der Frühstückskarten einfach Kinokarten oder andere Marken von der Rolle abgegeben. Die sehr guten „Durchrutscher“ hatten alle möglichen Farben in der Tasche.

Bis zum Jahr 1985 wurden Dauerkarten verkauft. Es handelte sich um Tanzbänder, die zum Sammelobjekt wurden. Der Preis lag bei 25,- DM plus 5,- DM Eintritt für das Narrenfrühstück.

1986 haben wir dann in mühevoller Kleinarbeit eine Satzung erstellt.

Es wurde beschlossen, einen Jahresbeitrag zu erheben, mit dem alle Eintrittsgelder bezahlt sind. 54 Erklärungen für eine Mitgliedschaft wurden abgegeben.

Der Jahresbeitrag lag bei 30,- DM.

Auf einer Sitzung wurde die Frage gestellt, warum es nur Freibier beim Frühstück gibt. Die Antwort war – weil das überall so ist, ohne ernsthaft darüber nachzudenken. Zwei Jahre später gab es alle Getränke kostenlos, außer den Schnäpsen. Die werden zusätzlich mit einem Bauchladen über den Saal getragen. Manch einer weiß bis heute nicht, wie ihm bei einigen Festen geschah. Egal, ob er Verkäufer oder Käufer war. Denn die Schnapsverkäufer können meistens kein Wechselgeld herausgeben.

Krawatten gehören ebenfalls nicht auf unseren Frühstückssaal. Diese werden nach dreimaliger Aufforderung durch unsere „Krawattenträger-Abschneider“ entfernt. Es sei denn, man hatte sich recht-zeitig freigekauft. Durch diesen Brauch musste einmal eine 100,- DM Krawatte dran glauben.

Bei unserem Umzug hatten wir zu Spitzenzeiten zehn Fahrzeuge.

Hier bauen jedes Jahr die Feuerwehr, der Skatclub und die FGA einen eigenen Motivwagen. Der weibliche Jahrgang 1936 ist immer als Fußgruppe an unserem Umzug beteiligt.

Seit dem Jahr 1997 feiern wir den Karneval in Abbenrode eine Woche vor dem Rosenmontags-Wochenende und haben somit die Möglichkeit, an den Veranstaltungen in den Nachbarorten teilzunehmen. Gäste aus den Nachbarorten können dadurch auch an unseren Feiern teilnehmen. Ein weiterer Garant wurde geschaffen, auch in Zukunft die Fastnacht in Abbenrode finanzieren zu können.

An dieser Stelle möchte ich gern anmerken, dass alle Arbeiten in der FGA ehrenamtlich und wir ein flottes Team sind.

In den zurückliegenden Jahren entwickelte sich die Fastnachtgesellschaft fast professionell. Wenn wir anfangs noch mit einem Funkenmariechen ausgekommen sind,

konnten wir unter der Leitung von Ingrid Jänsch eine attraktive Prinzengarde aufbauen.

Eine mittlere Tanzgruppe wurde anschließend von Kathrin Golland

ins Leben gerufen. Mittlerweile haben wir auch eine kleine Tanzgruppe, die von Martina Hoffmann betreut wird. Insgesamt befinden sich fünfzig Akteure in unseren Tanzgruppen.

Tränen lachen wir jedes Jahr, wenn das berühmte Männer-Sextett seinen Auftritt präsentiert. Eine Zusammensetzung aus den eigenen Reihen, die auch jährlich eine Hitparade auf unserer Nachfeier, mit wechselnden Akteuren, parat hat. Eine gemischte Tanzgruppe mit Frauen und Männern, auf die wir sehr stolz sind, existiert ebenfalls in Abbenrode.

Seit 1989 veranstalten wir jährlich eine Bosseltour, um außerhalb der Karnevalsaison etwas für die Gemeinschaft zu unternehmen.

Im Jahr 1998 hatten wir die Idee, ein Skatturnier, mit gleichzeitigem Hausfrauen-Rommé und Preiswürfeln zu organisieren, um unsere Kasse aufzubessern.

Seitdem nehmen zwischen 60 und 70 „Zocker“

an diesem Turnier teil. Für alle drei Wettbewerbe wurden Wander-pokale gestiftet.

Damit nicht genug.

Ein Jahr später begann die Reklameveranstaltung mit Glühwein und Erbsensuppe.

Ebenfalls eine gelungene Veranstaltung zum Wohle der Gemeinschaft und unserer Kasse.

Die Mitgliederentwicklung war nicht mehr aufzuhalten.

1990 konnten wir zum 11jährigen Bestehen das 111. Mitglied aufnehmen.

Es war Ingrid Dernedde.

Vier Jahre lang haben wir Werbung gemacht, die sich gelohnt hatte.

Im Jahr 2000 stand die 22. Feier an, bei der wir Ilsemarie Elis als 222. Mitglied begrüßen konnten. Mittlerweile haben wir fast 250 Mitglieder in unserer Fastnachtgesellschaft und hoffen, dass wir bei unserer 25jährigen Jubiläumsfeier in diesem Jahr das 250. Mitglied aufnehmen können. Der Jahresbeitrag liegt mittlerweile bei 25,- €uro

Insgesamt ein tolles Team, bei dem es riesigen Spaß macht, dabei zu sein.

Ein dreifaches Abbenrode Helau !!!

Michael Ullmer

Präsident

Grußwort des Präsidenten

Liebe närrische Gesellschaft,

Liebe Mitglieder der FGA,

als wir 1979 die Idee hatten, wieder Karneval in Abbenrode zu feiern, dachte wahrscheinlich keiner daran, dass wir uns 25 Jahre lang über Wasser halten.

Mittlerweile hat die Fastnachtgesellschaft Abbenrode 250 Mitglieder und ist der größte Verein in Abbenrode geworden.

Natürlich kommen nicht alle Mitglieder aus unserer Ortschaft. Wir haben uns rechtzeitig nach außen geöffnet, um das Fortbestehen der FGA zu erhalten. Etwa 100 Mitglieder kommen aus der nahen und weiteren Umgebung.

Allen Aktiven und Förderern der Fastnachtgesellschaft Abbenrode

danke ich recht herzlich für ihre Bereitschaft, die sie in den ver-gangenen 25 Jahren zum Wohle der Gemeinschaft und unserer FGA investiert haben und hoffe, dass sie uns weiterhin treu bleiben.

Freude, Frohsinn, Narretei

sind bei uns immer mit dabei.

Es grüßt mit einem dreifachen

Abbenrode Helau“

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