Pressemitteilung zur “farm to fork” Strategie der EU Kommission

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Pressemitteilung mit der Bitte um Veröffentlichung:

Vorstellung der „farm to fork“ Strategie der EU Kommission und des

„Umweltberichtes“ der Bundesumweltministerin zeugen von Realitätsverlust und

mangelnder Sachkenntnis

Das Landvolk Braunschweiger Land nimmt zu den beiden Veröffentlichungen der

vergangenen Tage Stellung.

„Noch vor Wochen waren sich Politik und Gesellschaft einig, wie unverzichtbar die
heimische Erzeugung von Grundnahrungsmitteln besonders in Krisenzeiten und bei
gleichzeitig stark wachsender Weltbevölkerung ist. Doch offensichtlich scheint sich diese
fundamentale Erkenntnis nicht dauerhaft bis nach Brüssel und Berlin durchgesetzt zu
haben.“ So äußert sich der Vorsitzende des Landvolk Braunschweiger Land Ulrich Löhr zu
diesen Nachrichten.
Landwirtschaft hat natürlich einen verringernden Einfluss auf Biodiversität. Hier stehen alle
Landwirte vor dem Spagat, dass Biodiversität in der Natur erwünscht wird, aber
Biodiversität von Pilzsporen und Samen im Brot nicht enthalten sein soll. Weiterhin wehren
sich die Bauernvertreter gegen die politisch konstruierten Gegensätze zwischen Bio- und
konventioneller Landwirtschaft.
„Hier muss vom schwarz/weiß Denken abgegangen werden. Beide Arten der
Landbewirtschaftung haben ihre Stärken und Schwächen. Auf Bioflächen haben gerade die
Bodenbrüter Rebhuhn und Kiebitz, deren Rückgang die Ministerin beklagt, bei
mechanischer Unkrautbekämpfung durch den Striegel, kaum Überlebenschancen.
Andererseits gibt es auf konventionellen Flächen weniger blühende Kräuter.
Völlig außer Acht lässt die Ministerin den Landfraß durch Infrastrukturprojekte und Verkehr,
den negativen Einfluss invasiver Tierarten, wie Marderhund, Waschbär, die massive
Zunahme von Krähenvögeln und den geradezu explodierenden Gänsebestand an den
Küsten, der die dort heimischen Wiesenbrüter massiv verdrängt.
Weiterhin erwähnt Ministerin Schulze den seit Jahren sinkenden Einsatz von
Pflanzenschutzmitteln und Dünger auf den Feldern, sowie die vielen, gerade hier in der
Region entwickelten Blühstreifen, nicht! Neuerdings werden derzeit in Braunschweig
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Siedlungsprojekte durch standortangepasste
Biodiversitätstreifen erfüllt. Diese Ansätze scheinen ihr völlig entgangen zu sein.
Löhrs Stellvertreter Wilfried Henties aus Oberg im Landkreis Peine, sagt deutlich „Frau
Schulze, kommen Sie aus Ihrem Elfenbeinturm heraus zu uns. Wir zeigen Ihnen gern, was
wir heute schon tun!“
Die EU Kommission fordert auch pauschale Reduktion von Dünger und Pflanzenschutz und
will erheblich mehr Flächen in Biobewirtschaftung. Dazu muss aber bedacht werden, dass
der Bioanbau für die gleiche Erzeugungsmenge das Doppelte an Fläche benötigt. Für die
Erstellung eines Gleichgewichtes zwischen den unterschiedlichen Betriebsausrichtungen
bedarf es nicht starrer Zahlenvorgaben, sondern eines funktionierenden Marktes. „Hier ist
der Verbraucher in der Pflicht und in der Lage zu entscheiden, wie produziert werden soll“
äußert Löhr. Einseitige Auflagen für die Landwirtschaft in Europa, die global gesehen ein
absoluter Gunststandort ist, führen zu Produktionsverlagerungen in andere Regionen. „Wer
hier flächendeckende Extensivierung fordert, der legt selbst das Zündholz an die
Baumriesen im Regenwald“ fügt Löhrs Stellvertreter Wilfried Henties an.
Das es auch anders geht, als mit pauschalen Vorwürfen aufeinander einzuprügeln, zeigt
sich jetzt in Niedersachsen. Hier entstand mit dem „Niedersächsischen Weg“ ein auf
Augenhöhe verhandeltes Abkommen zwischen Umweltverbänden Landesregierung,
Landvolk und Landwirtschaftskammer. Die Verhandlungspartner mussten hier zum Teil
schmerzhafte Abstriche von ihren Ausgangspositionen machen. Durch diese Vereinbarung
wird der Landwirtschaft die Luft zum Atmen gelassen und dem Natur- und Artenschutz ein
höherer Stellenwert beigemessen.
Den Verantwortlichen in Brüssel und Berlin stände so viel Augenmaß gut zu Gesicht!
Das Landvolk fordert jetzt allerdings den NABU, der die Vereinbarung mitunterzeichnet hat,
auf, sein scheinheiliges Doppelspiel zu beenden und das Volksbegehren zum Artenschutz
unverzüglich zurückzuziehen.