Aktuelles aus den Herzogsbergen der DBU informiert

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11.11.2022 | Kammmolch und Kreuzkröte mögen es ungestört

Cremlingen. Die gepflasterte Aussichtsplattform am Ehlerberg auf der DBU-Naturerbefläche Herzogsberge gibt Besuchern den Blick frei auf naturschutzfachlich wertvolle Wiesen und auf Sandkuhlen, in denen je nach Tiefe nur zeitweise oder an einigen Stellen dauerhaft Wasser steht – Feuchtbiotope, die Lebensraum für neun teils sehr seltene Amphibienarten sind. Um die Tier- und Pflanzenwelt rund um die verschiedenen Stillgewässer zu schützen, aber auch um die Schafbeweidung sicher zu stellen, hat die gemeinnützige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Wolfenbüttel einen weiteren Baustein der gemeinsamen Besucherlenkung umgesetzt.

Holzgeländer, Gatter und erneuerte Infotafel zur Besucherlenkung

„Wir haben Herzogsberge als Teil des Nationalen Naturerbes vom Bund übernommen, um die Fläche dem Naturschutz zu widmen. Wir freuen uns über Besucher, bitten aber um Abstand zu sensiblen Lebensräumen“, erläutert Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe. Gerade freilaufende Hunde, die gerne in den Wasserlöchern baden und umhertollen, seien aus Naturschutzperspektive problematisch. Kammmolch und Kreuzkröte würden es lieber ungestört mögen. Immer wieder liefen Besucher von der Aussichtsplattform am Ehlerberg querfeldein über die Wiesen. Die Untere Naturschutzbehörde und das DBU Naturerbe haben daher jetzt dort ein Holzgeländer bauen lassen, um die Wegeführung zu verdeutlichen. Um auch die Fläche rund um die sogenannten Donauwellen zu beruhigen und die Beweidung für den Schäfer, Christof Bokelmann, dort zu erleichtern, wurde zudem ein neues Gatter gebaut, das mit einer Kette geschossen wird. „Uns ist klar, dass das niemanden aufhält, der dort unbedingt herlaufen will. Es soll Besuchern aber verdeutlichen, dass dieser Bereich der Natur und ihrer Pflege vorbehalten ist“, erklärt DBU Naturerbe-Offenlandmanagerin Sabrina Brumme. Sie erinnert noch einmal daran, dass in dem Naturschutzgebiet auf den freigegebenen Wegen ganzjährig ein Wegegebot und ein Leinengebot für Hunde gilt. Damit Spaziergänger wissen, welche offiziellen Wege durch die Fläche führen, hat das DBU Naturerbe mit Unterstützung des Bundesforstbetriebes Niedersachsen die beschädigte Infotafel im Westen der Herzogsberge erneuert.

Rund 16 Kilometer Wegenetz im Naturschutzgebiet ermöglicht Naturerleben

Der größte Anteil des überwiegend artenreichen, nährstoffarmen Grünlandes der rund 127 Hektar großen DBU-Naturerbefläche Herzogsberge wird von Schafen beweidet. Die Begrenzungspfähle der Wege, Schilder zur Kennzeichnung des Naturschutzgebietes sowie Baumstämme zur Abkopplung von Wegen sollen die Besucher gezielt durch das vielfältige Gebiet leiten und somit sensible Bereiche schützen. „Interessierte können das Naturschutzgebiet auf einem Wegenetz von rund 16 Kilometern erkunden“, erklärt Brumme. Je nach Standort gibt es nährstoffarme Sand-Magerrasen, aber auch hochstaudenreiche Feucht- und Nasswiesen. Daneben wachsen beispielsweise naturnahe feuchte Erlen- und Birkenwälder. Zahlreiche Kleingewässer und eine Salzquelle erweitern das Spektrum an Lebensräumen für spezialisierte und selten gewordene Tiere und Pflanzen.