Anlage einer Streuobstwiese in der Sickter Feldmark

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Medieninformation 12.12.22

Anlage einer Streuobstwiese in der Sickter Feldmark

Landschaftsform mit hoher ökologischer und kulturhistorischer Bedeutung“

Drei Sickter Familien schlossen sich im Spätherbst des Jahres 2021 zusammen, um gemeinsam die Anlage einer Streuobstwiese in der Sickter Feldmark zu initiieren. Bei dem Feld, dem diese neue Art der Nutzung zuteil wird, handelt es sich um ein zwischen Hötzum und Apelnstedt gelegenes Flurstück mit einer Größe von 0,8ha. Nachdem zuvor in enger Absprache mit dem Verpächter, dem Landwirt Matthias Lalla, sowie der Abteilung für Natur- und Landschaftsschutz des Landkreises Wolfenbüttel und der Gemeinde Sickte die Machbarkeit des Projektes und mögliche Unterstützungsmaßnahmen erörtert wurden, konnten kürzlich die ersten umfangreichen Pflanzungen erfolgen. Mithilfe von Unterstützern aus dem Freundes- und Bekanntenkreis konnten 560 heimische Sträucher wie etwa Schlehen, Holunder oder Weißdorne eingesetzt werden, die später in Form einer Hecke das Areal umgeben sollen. In folgenden Schritten sind für das kommende Jahr die Anlage einer Blumenwiese sowie die Einpflanzung verschiedener Obstbäume vorgesehen. „Ich finde es wirklich spannend, inzwischen selten gewordene historische Obstsorten wiederzuentdecken, da das Angebot in den Supermärkten doch recht begrenzt in seiner Vielfalt ist.“ so Regina Schaaf, die von Beginn an Teil des Projektes war. Der zukünftige Bestand soll neben zahlreichen Apfelsorten auch Birne, Pflaume, Kirsche, Quitte oder Mirabelle beinhalten, wobei der Landkreis Wolfenbüttel das Projekt im Rahmen des sogenannten „Braunschweiger Modells“ als Beitrag zur aktiven Landschaftspflege finanziell und beratend fördert.

„Für mich standen vor allem zwei Aspekte im Vordergrund: Die kulturhistorische Bedeutung von Streuobstwiesen für unsere Region sowie der hohe ökologische Nutzen“, so Ortsheimatpfleger Stefan Bormann, der einer der Initiatoren des Projektes ist. In den 50er Jahren habe es in den Dörfern und um diese herum noch zahlreiche Streuobstwiesen gegeben, die jedoch – auch gezielt durch entsprechende Subventionen – in landwirtschaftliche Monokulturen, aber auch teilweise in Bauland überführt worden seien. „Der Streuobstwiesenanbau wurde finanziell unattraktiv und aufgrund des günstigen Obsts im Supermarkt praktisch überflüssig“, so Bormann weiter. Zudem werde mit dieser Kulturlandschaftsform ein wichtiger Lebensraum für verschiedenste Tierarten erschaffen. „Aufgrund der vielen unterschiedlichen Komponenten einer Streuobstwiese, von Höhlen in Stämmen über die Heckenumrandung bis hin zu sonnigen Plätzen auf der Blumenwiese, können mehr als 5000 Spezies von und mit dieser leben.“, sagt Thomas Maischik, der ebenfalls ein Mitbegründer des Projektes ist.