Bebauungsplan “Weststraße” Weddel wurde nach 6 Jahren zurückgenommen

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Der Verwaltungsausschuss der Gemeine Gemlingen hat am 22.02.2022 folgendes beschlossen:

Plan: Anlage1_40AendFNP

Das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans „Weststraße“ wird eingestellt.

Die Enscheidung wurde in der Ratssitzung am 01.03.2022 bekanntgegeben!

Die Darstellung W für den Geltungsbereich des Plangebiets im Flächennutzungsplan (FNP, s. Anlage 1) wird im Rahmen der Neuaufstellung des FNP zurückgenommen.

Am 22. Juni 2015 fasste der Verwaltungsausschuss den Beschluss zur 40. Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung des Bebauungsplans „Weststraße“ (Vorlage IX/424), am westlichen Ortsrand von Weddel. Mit der 40. Änderung des FNPs wurde dem Bereich des künftigen Wohngebietes die Plandarstellung W für Wohnen zugewiesen (s. Anlage 1) und damit die Voraussetzung für die Aufstellung des geplanten Bebauungsplans geschaffen. Die 40. Änderung des FNPs wurde am 8. Januar 2018 rechtskräftig.

Der Abschluss eines Kaufvertrages als Voraussetzung für den eigentlichen Beginn des Planverfahrens ist bis heute nicht erfolgt. Vorab wurden aber Kartierarbeiten beauftragt, um eine unnötige weitere Verzögerung des Verfahrens zu vermeiden. Außerdem wurde bereits vermutet, dass die Ausweisung von Wohnbauland in diesem Bereich einen besonders schweren Eingriff in den Naturhaushalt bedeuten wird. Der notwendige Umfang der Kartierungen wurde vorab mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises abgestimmt. Wegen der besonderen Bodenverhältnisse, der Strukturvielfalt und der Lage unmittelbar am Ortsrand, angrenzend an das Naturschutzgebiet Riddagshausen, waren diese besonders umfangreich. Die Ergebnisse liegen nunmehr vor (s. Anlagen2-4).

Das gesamte Plangebiet durchzieht in Nord-Süd-Richtung eine 110 kV-Leitung. Eine wohnbauliche Entwicklung war lediglich für den Bereich westlich dieser Stromtrasse geplant. Das Untersuchungsgebiet umfasst aber auch den Bereich westlich der Stromtrasse (s. Anlagen 3 u. 4). Außerdem wird das Untersuchungsgebiet von Osten nach Westen durch einen Zaun geteilt. Der Bereich südlich des Zauns schließt sich unmittelbar an die westliche Grenze des Friedhofs an. Dieser Teil ist Acker, der bereits langjährig brachliegt. Der nördlich des Zauns befindliche Bereich betrifft zum größten Teil ein ehemaliges Gärtnereigelände, das ebenfalls seit langer Zeit ungenutzt und der natürlichen Sukzession überlassen ist. Dort sind lediglich unmittelbar am Ortsrand Hausgartenflächen vorhanden.

Hier die Bebauungsgrenze durch die Stromtrasse

Hier die Grenze zum Friedhofserweiterungsland