Betriebsaufgabe der KiTa-Küche im Familienzentrum – damit die Zufriederheit bei den Eltern steigt

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Der Gemeinderat soll am 25.04.19 beschließen:

Sitzung in Gardessen am 25.04.19 – 19:00 Uhr

Der Betrieb der KiTa-Küche im Familienzentrum wird mit Ablauf des KiTa-Jahres 2018/2019 eingestellt. Das Essen für die gemeindlichen KiTas wird ab Beginn des KiTa-Jahres 2019/2020 extern eingekauft.

Begründung:
Im November 2012 wurde beschlossen die Qualität der warmen Mahlzeiten für die ca. 120 Kinder in der KiTa Cremlingen in der Ortschaft Cremlingen (Abenteuerland und Sternschnuppe) durch frisches Zukochen zu verbessern. Dafür wurden ein Koch mit 39 Wochenstunden und eine Beiköchin mit 30 Wochenstunden eingestellt, die in diesem Zuge auch die weiteren hauswirtschaftlichen Arbeiten der beiden KiTas übernahmen.

Für die anderen gemeindlichen KiTas wurde damals tiefgekühltes Essen geliefert, das von den Erzieherinnen aufgewärmt wurde.

Durch das uneinheitliche Verfahren der Essenszubereitung bei den KiTas eines Trägers gab es Unzufriedenheit. Auch die anderen gemeindlichen Einrichtungen brachten den Wunsch vor, frische Zutaten anbieten zu können. Eine Änderung im Verfahren war in den vorhandenen Kleinküchen nicht möglich. In diesem Zusammenhang wurde beschlossen ein einheitliches Verfahren umzusetzen und das Essen zentral in der Küche in Cremlingen zuzubereiten. Zur Belieferung in die weiteren KiTas wurde ein Taxi-Transport organisiert.

Mit dem Anstieg der Kinderzahlen stieg auch die Zahl der Essen und belief sich im Mai 2018 auf ca. 330 Essen. Um die steigende Anzahl Essen noch in der vorhandenen Küche zu bewältigen, musste immer mehr auf das Zubereiten frischer Zutaten verzichtet werden. Diese Anzahl Essen war auch personell kaum noch umzusetzen.

Zusätzlich ergaben sich im Laufe der letzten zwei Jahre noch folgende weitere Probleme, die jetzt zu dem Vorschlag der Betriebsaufgabe führen:

–          Die Qualität der zugelieferten Essenskomponenten hat sich verschlechtert und kann durch eigene Maßnahmen vom Koch nicht verbessert werden,

–          das Platzangebot der Küche und die vorhandenen Gerätschaften (z. B. Dunstabzug, Konvektomat, Fettabscheider) sind nicht ausreichend, um die erforderliche Anzahl Essen zuzubereiten, die Nachrüstung ist sehr kostenintensiv,

–          der ursprüngliche Taxi-Transport steht nicht mehr zur Verfügung, ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden,

–          die Hygienevorschriften für den Transport können nicht eingehalten werden,

–          bei Vertretungssituationen wird es zunehmend schwieriger, die Bereitstellung der notwendigen Essen zu gewährleisten,

–          als lebensmittelverarbeitender Betrieb muss in der Küche eine zunehmende Anzahl von Gesetzen und Verordnungen beachtet werden, die sich lfd. verändern und aktuellen Erfordernissen angepasst werden, dies erfordert hohe Zeitanteile,

–          das Defizit für das Mittagessen steigt durch einen erhöhten Organisationsaufwand stetig an.

 

Durch personelle Engpässe musste in den letzten 10 Monaten bereits Essen zugekauft werden, um die Ausgabe eines warmen Mittagessens zu garantieren. Zur Zeit werden die gemeindlichen KiTas mit Ausnahme der KiTa Sternschnuppe extern beliefert. Das gelieferte Essen wird allgemein gelobt. Aus der Rückmeldung von den Einrichtungen ergibt sich, dass es sowohl in Geschmack als auch in der Konsistenz eine bessere Qualität vorweist.

Der Grundgedanke, alle KiTas mit frischen Zutaten selbst zu bekochen, ist in den vorhandenen Räumlichkeiten sowie aufgrund der weiteren o. g. Probleme nicht umsetzbar.

Mit der Zubereitung der derzeitigen Anzahl Essen, ist der Betrieb einer Küche für die KiTas als Großküche zu definieren und unterliegt damit bestimmten baulichen Anforderungen und Hygienestandards. Diese Anforderungen können nicht erfüllt werden. Es bedarf eines größeren Personalkörpers um die Aufgabe zu bewältigen sowie größerer Räumlichkeiten um die Vorschriften und Richtlinien für Großküchen erfüllen zu können.

Nach einer „Empfehlung zu Planung und Bau von Küchen“ der Vernetzungsstelle Schulverpflegung für die Zubereitungsform der Regenerierküche liegt die erforderliche Fläche für Lagerung und Küche bei einer Anzahl von rd. 300 Verpflegungsteilnehmern bei 100 m². Die Fläche von KiTa-Küche und Lager beträgt insgesamt 39m², was in der o. g. Handreichung für eine Anzahl von rd. 70 Verpflegungsteilnehmern als ausreichend angesehen wird.

Eine Wiedereinführung der Zubereitung in den einzelnen KiTas ist in den vorhandenen Kleinküchen aufgrund der gestiegenen Kinderzahlen nicht durchführbar.

Um eine verlässliche Situation mit gleichem Essensangebot in allen KiTas bieten zu können, wird vorgeschlagen, künftig das Essen einzukaufen.

Der Küchenbetrieb wäre zum Ende des KiTa-Jahres einzustellen.

Eine Ausschreibung müsste im Fall der Entscheidung auf Umstellung im Frühjahr 2019 erfolgen.

Auswirkungen:

Die Zufriedenheit bei den Eltern steigt. Die unter gemeindlicher Trägerschaft stehenden Gruppen werden einheitlich und zuverlässig versorgt.

 

Mit der Betriebsaufgabe können der Koch und die Beiköchin nicht weiterbeschäftigt werden. Die Planstellen fallen weg. Für das Personal wird intern nach einer Lösung gesucht. Hauswirtschaftliche Kräfte sind weiterhin in allen KiTas notwendig.

 

Die Ermittlung der Essensgebühr ist einfacher umzusetzen und transparenter.

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