Bildung und Begegnung in finanziell ungeplanter Zukunft

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Pressemeldung: CDU Cremlingen

Über den Plan eines Bildungs- und Begegnungszentrums in Cremlingen

Seit über zehn Jahren wird in den politischen Gremien der Gemeinde Cremlingen die Idee verfolgt, in der Ortschaft Cremlingen ein Begegnungszentrum zu errichten. Seiner Zeit engagierten sich der Ortsrat und Ortsbürgermeister intensiv dafür, diese Idee mit ersten Planungsskizzen zu untermauern. So wurde als Standort für ein solches Zentrum ein Anbau an der Cremlinger Sporthalle vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde dann u.a. aus Gründen des Lärmschutzes verworfen und ein alternativer Standort an der alten B1 am westlichen Ortseingang von Cremlingen erwogen. Das Architekturbüro Windisch wurde 2011 mit einer ersten Entwurfsskizze beauftragt.

Der Rat der Gemeinde Cremlingen hat am 8. Juni 2010 beschlossen, dass ein Begegnungszentrum mit entsprechenden Räumlichkeiten für den örtlichen und überörtlichen Bedarf weiterverfolgt wird. Im Haushalt 2014 wurden dafür Planungsmittel in Höhe von 30.000 € bereitgestellt. Erst in 2018 wurde von Seiten der Gemeindeverwaltung die Idee eines nunmehr begrifflich erweiterten Bildungs- und Begegnungszentrums mit Ratsvorlagen weiterverfolgt und ein Beteiligungsprozess möglicher Nutzergruppen durchgeführt. Als Ergebnis wurde 2018 von der Verwaltung unter Gemeindebürgermeister Detlef Kaatz eine „Bedarfsanalyse zum Neubau eines Bildungs- und Begegnungszentrums“ vorgestellt. Neben vielen allgemein gehaltenen Formulierungen wurden in dieser Bedarfsanalyse auch Interessenbekundungen verschiedener Gruppen kurz dargestellt. Dazu gehört auch der 2010 gegründete Verein KickFlip e.V., der sich von Anbeginn für eine Skateranlage und weitere Bewegungseinrichtungen für Jugendliche einsetzte. Diesem Verein wurde schon kurz nach seiner Gründung ein Grundstück und eine Anschubfinanzierung per Ratsbeschluss einstimmig zugesagt, aber bis heute nicht umgesetzt.

Die Baukosten wurden mit ca. 3 Mio. Euro abgeschätzt. Auf ein Betriebskonzept für das Begegnungszentrum wurde in der Bedarfsanalyse nur am Rande eingegangen.

Jetzt, nunmehr drei Jahre später, haben sich die Randbedingungen für die Beurteilung eines derartigen Zentrums verändert. Grundlegende Voraussetzungen für die Planung eines Begegnungszentrums liegen den politischen Entscheidungsgremien nicht vor bzw. sind nicht erfüllt. Es seien zwar für die Baukosten in geschätzter Höhe von 3 Mio. Euro ca. 950 Tausend Euro an Zuschüssen in Aussicht gestellt worden, ein verbindlicher Zuwendungsbescheid liegt dem Rat nicht vor. Noch gravierender ist die fehlende Kostenabschätzung der nach dem Bau anfallenden jährlichen Kosten. Dazu zählen nicht nur Abschreibung, Unterhalt und Verbrauchskosten, sondern in besonderem Maße laufende Personalkosten für mindestens eine Personalstelle. Nur mit ehrenamtlichen Kräften ist ein solches Projekt nicht zu betreiben. Weiterhin fehlt der Gemeindeverwaltung das Personal, den Bau dieses Projekts planerisch angemessen zu begleiten. Schon jetzt können wichtige Projekte an oberster Stelle einer Prioritätenliste in absehbarer Zeit aus personeller Überlastung nicht umgesetzt werden. Die aus verschiedenen Gründen angestrengte Finanzlage der Gemeinde erfordert zu allererst Investitionen in die primäre Daseinsfürsorge wie z.B. dringend notwendige neue Feuerwehrgerätehäuser. Wegen dieser bis dato planerischen Defizite hat die CDU-Fraktion vor kurzem im Verwaltungsausschuss die Freigabe von 109.300 € für eine Entwurfsplanung abgelehnt.

Erst wenn ein nachhaltiges Betriebs- und Finanzierungskonzept vorliegt, kann seriös unter Berücksichtigung auch der laufenden Kosten über ein Begegnungszentrum im Rat entschieden werden. Dazu gehört nach drei Jahren auch eine aktualisierte Bedarfsanalyse mit der Frage, ob von den interessierten Nutzern auch Einnahmen zu erwarten sind.

Ein positives Votum sehe ich in absehbarer Zeit noch nicht, auch wenn der grundsätzlichen Idee eines Begegnungszentrums in Cremlingen zugestimmt werden kann. Der CDU-Ortsverband Cremlingen wird dieses Projekt, finanziert aus unseren Steuermitteln, auch weiterhin sehr kritisch hinterfragen und freut sich, liebe Leserinnen und Leser, auf Ihre Stellungnahmen.

Foto:  …Ist es realisierbar?  (Privat)