Bischof Dr. Michael Wüstenberg ist neuer Seelsorger der Malteser in der Diözese Hildesheim

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Presseinformation 24.02.21

Zurück zu den Wurzeln

Bischof Dr. Michael Wüstenberg ist neuer Seelsorger der Malteser in der Diözese Hildesheim

Hildesheim (mhd). Die Malteser im Süden und Osten Niedersachsens haben nach langer Vakanz wieder einen Diözesanseelsorger: Mit Wirkung zum 1. Dezember 2020 hat der Hildesheimer Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ den früheren Bischof von Aliwal North in Südafrika, Dr. Michael Wüstenberg (66), zum Diözesanseelsorger der Malteser in der Diözese Hildesheim ernannt.

Sein Name mag den meisten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Diözesangliederung noch neu sein – tatsächlich aber ist Michael Wüstenberg seit einem halben Jahrhundert Malteser! Geboren in Dortmund wuchs der Bischof in Hamburg-Harburg auf, das früher zur Diözese Hildesheim gehörte. Dort absolvierte er auch seine Malteser-Grundausbildung – laut Malteser-Ausweis vom 16. September bis 14. Oktober 1970. Im Frühjahr 1971 kamen ein Kurs in Häuslicher Krankenpflege und die Sanitätsausbildung dazu. Weitere Stationen bei den Maltesern waren Rettungssanitäter, Zugführer, Stadtbeauftragter in Hamburg-Harburg und der Zivildienst.

Michael Wüstenberg studierte Theologie und Philosophie an der Jesuitenhochschule St. Georgen in Frankfurt und in Freiburg i.Br. Nach der Priesterweihe 1982 ging der junge Kaplan nach Uelzen, später nach Bremen-Nord und schließlich als Pfarrer nach Südafrika, „weil ich neugierig auf afrikanische Wege in der Gemeindearbeit war“. Interessiert hatten ihn die so genannten „Kleinen Christlichen Gemeinschaften“, also Nachbarschaftsgruppen als Grundbaustein von Gemeindeaufbau.

Wüstenberg engagierte sich dort in zahlreichen Projekten: „Der Herausforderung der HIV/AIDS Situation in Südafrika begegneten wir mit, denke ich, guten Programmen in häuslicher Pflege, Sorge um Waisen und gefährdete Kinder, und Nahrungsmittelhilfe“, erzählt der Bischof und nennt darüber hinaus ein Projekt der Gefängnisseelsorger unter der Überschrift „Wiederherstellende Gerechtigkeit“, das sich um Versöhnung zwischen Täter und Opfer bemüht. Ein weiteres Projekt in der Suchtproblematik, besonders Alkoholmissbrauch, sei derzeit gefährdet, so Wüstenberg, weil der Pfarrer, der es wesentlich stützte, gerade an Corona gestorben sei. „Diese Projekte im sozialen Bereich sind das feste Standbein, um das sich das Spielbein der christlichen Lebensdeutung und Motivation entfalten kann“, glaubt Wüstenberg, der 2001 an der südafrikanischen Fernuniversität UNISA in Missionswissenschaften promovierte.

Am 24. Februar 2008 wurde der engagierte Priester in Südafrika zum Bischof von Aliwal North geweiht. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet „Scarlet – white as snow“ und bezieht sich auf Jesaja 1,18: „Sind Eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee.“ Aus gesundheitlichen Gründen musste Michael Wüstenberg 2017 als Bischof von Aliwal North zurücktreten und kehrte nach Deutschland zurück. Derzeit lebt er in Hildesheim und freut sich sehr über seine neue Aufgabe bei den Maltesern. Dass Corona da einiges ausbremst, gefällt ihm nicht, dennoch. „Ich bin neugierig darauf, die Malteser in ihren vielen Aktivitäten kennen zu lernen, auch in denen, die sich über die vielen Jahre hinweg neu entwickelt haben.“