Cremlinger Grüne informieren:

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PM Nationalistische Töne bei Bauernprotesten sind unerträglich

Cremlingen 26.01.2021

Güne freuen sich über den Niedersächsischen Weg aber:

Pressemeldung: 2021-01-26 PM Bauernproteste

Und jetzt diese Forderung von einigen deutschen Bauern!! Das geht wirklich nicht. Die bringen damit den Bauernstand in Verruf!! Die AfD wartet nur darauf!

PRESSEMITTEILUNG – Brüssel, 26. Januar 2021
Zweck heiligt nicht die Mittel
Nationalistische Töne bei Bauernprotesten sind
unerträglich

Die unter anderem von „Land schafft Verbindung“ organisierten Proteste entgleisen
zunehmend und rutschen gefährlich ab in nationalistische Motive und Worte. Davor
warnt eindringlich Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im
Europäischen Parlament und Mitglied im Umweltausschuss.

„Was wir in diesen Tagen erleben, das hat immer öfter nicht mehr mit dem
berechtigten Protest gegen übermächtige und ausbeuterisch agierende
Lebensmittelkonzerne zu tun. Sondern es treten zunehmend an nationalistischvölkische
erinnernde Entgleisungen auf. Solchen Tendenzen zeigen beim genauen
Hinsehen auch die Wortführer von „Land schafft Verbindung“ in ihrem Aufruf zu der
heutigen Demonstration in Berlin. Das Verlangen, wonach, so wörtlich, „mindestens
80% bei Fleisch, Milch und Getreide aus deutscher Urproduktion“ stammen sollen,
übersieht komplett die Realität. Dieser offene Nationalismus blendet nicht nur die
Realität der Landwirtschaft in der Europäischen Union aus. Er ist auch blind für
nackte Zahlen: Deutschland ist bei einigen der wichtigsten Lebensmitteln
Exportweltmeister. Fleisch oder Milch zählen dazu ganz oben auf der Liste.

Zudem muss eines klar gesagt werden: Wir leben aus sehr guten Gründen in der
Europäischen Union, und gerade Deutschlands Landwirtschaft profitiert davon in
hohem Maße. „Land schafft Verbindung“ aber erweckt den Eindruck, dass aus
Nachbarländern nach Deutschland eingeführte Lebensmittel nicht den hiesigen
Standards entsprechen. Wortführer der Organisation sagen an einigen Stellen sogar
mit Absicht die Unwahrheit. Um es deutlich zu machen: Es gibt keinen deutschen
Standard, sondern einen europäischen, der für alle Mitgliedsländer gilt. Wem dieser
Standard nicht gut genug ist, wer mehr Qualität haben will, der kann ihn sehr gerne
übertreffen: Bio-Lebensmittel oder solche Erzeugnisse, die eines der Siegel für die
geschützte regionale Herkunft tragen, heben sich aus der Masse hervor und folgen
höheren Ansprüchen an die Qualität. Alle anderen Behauptungen sind schlicht
Unfug. Hier muss die Motivation unterstellt werden, mit Missgunst gegenüber den
europäischen Nachbarn auftreten und eine nationalistische Spaltung Europas
betreiben zu wollen.

Leider säen einige Anführer der Protestler Zwietracht und bedienen sich Methoden,
die rechtsextremen Kreisen sehr nahekommen. Solcherlei Agieren ist
brandgefährlich und stellt das demokratische Gemeinwesen in Frage. Dazu zählt, wie
auf einer Koppel bei Oldenswort in Nordfriesland geschehen, wenn Rädelsführer mit
Symbolen einer antisemitischen, einst sogar Bomben werfenden Landvolk-
Bewegung hantieren. So berechtigt die Anliegen der Bauern heute angesichts
katastrophaler Preise auch sind: Wer mit rechtsextremen Motiven und
nationalistischen Parolen argumentiert, droht die Grundlage des demokratischen
Austausches zu verlassen. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel. Als
Gesprächspartner mit ernsthaften Anliegen können diese Personen nicht länger
gelten.“