Das ändert sich im neuen Jahr

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Neues Jahr – neue Regeln: Mit dem Jahreswechsel sind zahlreiche neue Gesetze und Verordnungen in Kraft getreten. Häufig geht es ums Geld wie bei den Themen Mindestlohn, Renten und Unterhalt. Manche Neuerungen wurden im Vorfeld kontrovers diskutiert, etwa die Kassenzettel-Pflicht beim Einkauf. Auch bei der Gesundheit ändert sich einiges. Die wichtigsten Punkte:

Finanzen

  • Der Mindestlohn in Deutschland steigt. Statt bisher 9,19 Euro stehen nun jedem Arbeitnehmer mindestens 9,35 Euro pro Arbeitsstunde zu.
  • Neu ist ein Mindestlohn für Auszubildende. Im ersten Ausbildungsjahr beträgt er 515 Euro pro Monat.
  • Mehr Geld gibt es auch für Rentenbezieher: Zum 1. Juli steigen die Renten im Westen um 3,15 Prozent, in Ostdeutschland um 3,92 Prozent.
  • Für Betriebsrentner gibt es einen neuen Freibetrag: Für die ersten 159,25 Euro Rente werden keine Beiträge zur Krankenversicherung fällig.
  • Der Regelsatz für Hartz-IV-Bezieher steigt für alleinstehende Erwachsene von 424 auf 432 Euro.
  • Der Grundfreibetrag erhöht sich um 240 auf 9.408 Euro. Bis zu diesem Jahreseinkommen müssen Ledige keine Einkommensteuer zahlen. Für verheiratete Paare gilt der doppelte Betrag.
  • Getrennt lebende Eltern müssen mehr für den Unterhalt ihrer Kinder bezahlen. Die “Düsseldorfer Tabelle” wurde angepasst.
  • Die Steuern sinken – zumindest für elektronische Zeitungen, Zeitschriften und E-Books sowie Hygiene-Produkte wie Tampons und Damenbinden. Für sie gilt nur noch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 statt bisher 19 Prozent.

Verbraucher

  • Strom wird teurer. Grund dafür ist die Umlage für Erneuerbare Energien (EEG), die um 5,5 Prozent steigt – auf 6,756 Cent je Kilowattstunde.
  • Bei jedem Einkauf im Laden und beim Bezahlen in der Gastronomie müssen Kunden einen Kassenbon bekommen. Hintergrund: Betrügereien bei der Steuer sollen verhindert werden.
  • DHL, Marktführer unter den deutschen Paketdiensten, erhöht die Preise im Schnitt um drei Prozent. Das günstigste “Päckchen S” kostet aber weiterhin 3,79 Euro.
  • Wer im eigenen Haus wohnt und in Energiespar-Maßnahmen wie Wärmedämmung oder eine neue Heizung investiert, kann 20 Prozent der Kosten – höchstens aber 40.000 Euro – über drei Jahre verteilt von der Steuer abziehen.

Verkehr und Auto

  • Bahn fahren wird günstiger. Der Super-Sparpreis beginnt nun bei 17,90 Euro statt 19,90 Euro pro Ticket. Fahrkarten für den Fernverkehr kosten außerdem rund zehn Prozent weniger. Hintergrund: Der Mehrwertsteuersatz auf die Tickets sinkt von 19 auf 7 Prozent.
  • Flugpassagiere müssen mehr zahlen. Die Luftverkehrssteuer steigt zum April innerhalb der EU um mehr als 5 auf 13,03 Euro pro Ticket. Auf der Langstrecke steigt die Steuer um rund 18 auf 59,43 Euro.
  • Falsch parken auf Geh- oder Radwegen sowie das Halten in “zweiter Reihe” kostet statt 15 Euro mindestens 55 Euro Bußgeld.
  • Die Kaufprämie für Elektroautos steigt. Fahrzeuge mit einem Listenpreis bis 40.000 Euro werden mit 6.000 statt 4.000 Euro gefördert.
  • Mit einem Pkw-Führerschein der Klasse B darf man auch kleine Motorräder bis 125 ccm und 15 PS fahren. Voraussetzungen: Mindestalter 25 Jahre, neun Unterrichtseinheiten in Theorie und Praxis, fünf Jahre Führerschein B.

Gesundheit

  • Die Krankenkassen bezahlen ausgewählte Apps für das Smartphone, die Ärzte verschreiben können – etwa um an die Einnahme von Medikamenten zu erinnern.
  • Unter der Telefonnummer 116 117 bekommen Kassenpatienten rund um die Uhr eine erste Einschätzung zu ihren Beschwerden und werden bei Bedarf an eine Klinik oder Arztpraxis vermittelt.
  • Kinder und Mitarbeiter in Kitas und Schulen müssen ab März gegen Masern geimpft sein.
  • Wenn Menschen im Alter nicht allein für ihre Pflege aufkommen können, müssen Kinder erst zahlen, wenn ihr Brutto-Jahreseinkommen 100.000 Euro übersteigt.
  • Alten-, Kinder- und Krankenpfleger werden in den ersten beiden Jahren gemeinsam ausgebildet. Das bislang teilweise erhobene Schulgeld entfällt.

Quelle: NDR-Ratgeber