Denkbar knappes Wahlergebnis für Dunja Kreiser

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Mit 46 gegen 44 Stimmen bei 2 Enthaltungen wurde Dunja Kreiser von den Delegierten der SPD-Unterbezirke Wolfenbüttel, Salzgitter und Goslar am 23.Februar 2021 zur Bundestagskandidatin gewählt.

Die Veranstaltung musste coronabedingt zweimal verschoben werden und konnte nun unter strengen Hygienebestimmungen in der Lindenhalle Wolfenbüttel stattfinden. Gleich zu Anfang bat Versammlungsleiter Stefan Klein alle Anwesenden, möglichst auf ihren Plätzen zu bleiben, um unnötige Bewegungen im Saal zu vermeiden und verwies darauf, dass man zügig durch die Tagesordnung schreiten werde. Nach Sigmar Gabriel, der wegen eines schon längerfristig anstehenden Termins nicht persönlich erscheinen konnte und seine Grußworte per Videobotschaft sandte, begann die Vorstellung von Kandidatin und Kandidaten. Lady first, selbstbewusst trat Dunja Kreiser ans Rednerpult.

Wer jetzt einen vollständigen Lebenslauf erwartet hatte, wurde allerdings arg enttäuscht. Dies ist bei solchen Veranstaltungen auch nicht üblich, alle Anwesenden wussten, wer Dunja Kreiser ist, deshalb gab es als einzige biografische Notiz von ihr auch nur den eher beiläufigen Hinweis, dass sie gelernte Abwassermeisterin ist. Wichtig war ihr die Aufzählung des Wunschzettels: Stufenplan für Lockerung der Corona-Maßnahmen, progressive Impfstrategie, Weiterentwicklung des Gesundheitswesens, Investition für gerechte und gute Arbeit, Frauenquote für Vorstände, um nur einiges zu nennen. Es war ihr ein Herzensbedürfnis darauf hinzuweisen, dass die immer noch unterbezahlten Frauen (Lohnlücke im Westen 19%, im Osten 7%) vor allem im Gesundheitswesen eine Hauptlast in der derzeitigen Krise stemmen und beinahe noch energischer unterstützte sie das Gesetz zur Förderung der wehrhaften Demokratie, die nach ihren Worten kein Projekt, sondern eine dauerhafte politische Aufgabe darstellt.

Von Mitbewerber Michael Letter kamen schon ein paar mehr persönliche Informationen: Diplom-Sozialpädagoge, Master of Arts in Gesundheits- und Sozialmanagement, leitende Tätigkeit im Gesundheitsamt, psychotherapeutische Tätigkeit in eigener Praxis. Er bekennt einen „fatalen Hang zur Ehrlichkeit“. Er beschwor glaubhafte Konzepte, ehrliche Arbeit und eine Kultur gegenseitigen Vertrauens und Miteinanders, seine Themen sind u.a. die Asse, Inklusion, Schuldenschnitt der Gemeinden. Trotz des Zustands der Bundes-SPD hält er unsere Region nach wie vor für eine SPD-Hochburg und behauptet: „Die SPD kann mehr als die anderen.“ Auch warnt er davor, künstlicher Intelligenz bei Entscheidungen Priorität einzuräumen und auch für ihn war die Abgrenzung nach “rechts au0en” ein wichtiges Thema.

Der Vollständigkeit halber: Von 97 Stimmberechtigten waren 92 anwesend, 40 davon waren weiblich.

Videobotschaften: Für uns inzwischen beinahe normal

Mitbewerber Michael Letter unterlag nur knapp

eine weiteres Video-Grußwort von Hubertus Heil während des Wartens auf das Ergebnis der Stimmenauszählung

Wilhelm Schmidt von der AWO, der als einziger seine Grußworte persönlich an die Delegierten richtete, stellte fest, dass die meisten Forderungen von Kandidatin und Kandidaten auch schon zu seiner Zeit aktuell gewesen waren und dass sich so wenig geändert habe, wollte er durchaus selbstkritisch verstanden wissen

Markus Bosse verkündet das Wahlergebnis

Dunja Kreiser auf den Weg in den Bundestag?

Dunja Kreiser nimmt die Maske nicht ab, aber die Wahl an und ist in ihrer Schlußrede darüber erstaunt, dass sie über die Überschreitung ihrer Redezeit bei der Vorstellung ermahnt wurde, was doch wohl bei Sigmar Gabriel nie passiert sei?