Der Irrweg einer kleinen Altarfigur: Jakobus der Ältere kehrt nach Weferlingen zurück

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Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche Weferlingen (bei Dettum im Landkreis Wolfenbüttel) ist die aus dem 15. Jahrhundert stammende Holzfigur des heiligen Jakobus am 26.9.2021 an seinen Ursprungsort zurückgekehrt.

Am 15.3.1944 wurde die Dorfkirche durch ein wahrscheinlich amerikanisches Bombengeschwader zu weiten Teilen zerstört. Anwohner*innen des Dorfes räumten und sicherten aus den Trümmern einige Fundstücke, darunter auch Stücke des zerstörten Holzaltars.

Über Jahrzehnte schlummerte die beschädigte Holzfigur als Teil des gotischen Flügelaltars aus dem 15. Jahrhundert im Keller des Dorfchronisten Dr. Fritz Barnstorf (siehe Dorfchronik „1000 Jahre Weferlingen“ 1965, Kapitel VII, ab S. 34 https://familien-dokumente.de/index.php/texte/category/1-familie-barnstorf?download=3:weferlingen)[1], bis sein Sohn Dr. Henning Barnstorf sie im Zuge einer Haushaltsauflösung im Jahre 2017 wieder auffand und sich erinnerte. Bereits in der Dorfchronik zum 1000jährigen Jubiläums war von Fritz Barnstorf eine mögliche Restaurierung und Rückgabe der Figur an die Weferlinger Gemeinde erwähnt worden (Dorfchronik S. 37).

Schließich nahm sein Sohn Dr. Henning Barnstorf erneut Kontakt zur Kirchengemeinde auf: Durch die Vermittlung von Eva Isenberg (Kirchenvorstand) schließlich fand sich die Studentin Alice Orthmann, die als Masterarbeit an der HAWK Fachhochschule Hildesheim die Restaurierung der mittelalterlichen Figur durchführte. Künftig wird die so überarbeitete Figur wieder an der Südwand im Kirchenraum ungefähr an der Stelle zu besuchen sein, wo sich in der alten Weferlinger Kirche der Flügelaltar befand.

“In den Kriegs- und Nachkriegswirren mag es nicht verwundern, dass die Figur nicht an seinen ursprünglichen Platz zurückfand, sondern im Kellerschrank meines Vaters verblieb”, erklärt Dr. Henning Barnstorf. “Umso mehr freut es mich, dass der heilige Jakobus jetzt wieder die Kirche schmückt und einer Studentin ihre Abschlussarbeit ermöglicht hat. Mein Dank gilt Frau Isenberg für ihre engagierte Vermittlung und Pastor Martin Cachej, der den so angemessen-feierlichen Rahmen in der Kirche zelebrierte.”