Dr. Adrian Haack will für den Bundestag kandidieren. Aber sind das wichtige Themen für Wolfenbüttler Wähler?

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PRESSEMITTEILUNG

„Berlin kann etwas Wolfenbüttel vertragen“

In vielen Ländern sind Diskussionen über Statuen und Straßennamen entbrannt. Eine der Hauptstraßen in Berlin-Mitte trägt den Namen Mohrenstraße und ist seit Jahren Gegenstand teils heftiger Debatten. Zuletzt wurde eine Umbenennung in “George-Floyd-Straße” diskutiert. Nun schalten sich drei lokale CDU-Mitglieder in die Debatte und damit die Berliner Politik ein.

Prof. Dr. Christoph Helm, Andreas Meißler und Dr. Adrian Haack haben es sich zu ihrem Anliegen gemacht, für Anton Wilhelm Amo als Namensgeber zu werben. Haack, der Bewerber um die CDU-Bundestagskandidatur, will dafür Überzeugungsarbeit bei den Parteifreunden der Berliner CDU leisten und lädt deshalb nach Wolfenbüttel ein. Christoph Helm, Vorsitzender des Kulturvereins Wolfenbüttel, unterstützt dieses Vorhaben.

Anton Wilhelm Amo kam im Kindesalter als Sklave nach Wolfenbüttel und wurde von Herzog Anton Ulrich und seinem Sohn und späterem Nachfolger Herzog August Wilhelm auf den Namen Anton Wilhelm Amo getauft. Im Jahre 1717 wurde es ihm ermöglicht, hier in Wolfenbüttel sein Studium an der Ritterakademie Rudolph Antoniana zu beginnen. Er zeigte beeindruckende Leistungen, lernte zahlreiche Sprachen und wurde der erste schwarze Deutsche mit einem akademischen Abschluss. Als Buchautor und Philosoph brachte er die Aufklärung in seine Heimat Ghana. Offiziell wurde die Sklaverei in Deutschland erst hundert Jahre nach Amos Studienbeginn im Rahmen des Wiener Kongresses 1815 abgeschafft, wobei etwa die Stadt Hamburg noch bis 1837 Sklavenhandel duldete. Amo war somit eine Ausnahmeerscheinung seiner Zeit. „Es handelt sich um eine Lebensgeschichte wie aus einem Bildungsroman, die sich hier in Wolfenbüttel in der Frühen Neuzeit abgespielt hat“, so Professor Helm. Andreas Meißler, Vorsitzender der CDU in Wolfenbüttel, nimmt eine lokalpatriotische Perspektive ein und möchte die Gelegenheit nutzen, „eine der prominentesten Straßen in unserer Bundeshauptstadt nach einem Wolfenbütteler zu benennen.” Meißler: “Berlin kann etwas Wolfenbüttel gut vertragen.“

Für Adrian Haack steht die Signalwirkung im Vordergrund. „Eine Umbenennung in ‘George-Floyd-Straße’ wäre unbedachter Aktionismus, während die Aufstiegsgeschichte von Amo ein Vorbild für alle Menschen jeglicher Hautfarbe ist und deshalb im öffentlichen Bewusstsein sichtbarer gemacht werden sollte“, so Dr. Haack. Parallelen zu dem Vorstoß der Partei “Die Partei”, die Kritik an zahlreichen Straßennamen übt, sieht Haack jedoch nicht. „Mit dieser Kulturrevolution hat unser Vorschlag nichts zu tun. Wir möchten eine Straße, die keinen Namensgeber hat, nach einem herausragenden Wolfenbütteler und Akademiker benennen“, so Haack weiter.

 

Fotograf: Henning Kramer