Eine Rettungswinde für den Rettungshubschrauber Christoph 30?

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Pressemitteilung

Eine Rettungswinde für den Rettungshubschrauber Christoph 30?


Wolfenbüttel/Hannover. Die Möglichkeiten für die Ausrüstung des in Wolfenbüttel
 stationierten ADAC-Rettungshubschraubers Christoph 30 mit einer Rettungswinde will die HIBS-Gruppe, CDU-Landtagsabgeordnete aus den Bereichen Hildesheim und Braunschweig, erkunden. 

Auf Initiative von Frank Oesterhelweg stellen die sieben Parlamentarier eine Kleine Anfrage an die Landesregierung.

 Frank Oesterhelweg: “In unzugänglichen Bereichen des Harzes wäre  eine Winde absolut sinnvoll, was auch regionale Rettungsdienste bestätigen. Außerdem haben wir bei der Flutkatastrophe im Westen gesehen, dass wir für extreme Notlagen vorsorgen und uns bspw. auf das Bergen von Personen auch aus der Luft vorbereiten müssen.”

„Eine Rettungswinde für Christoph 30 – ist eine Bedarfsanalyse vorgesehen?“

Anfrage der Abgeordneten Frank Oesterhelweg, Thomas Ehbrecht, Laura Hopmann, Christoph Plett, Veronika Koch, Oliver Schatta und Uwe Schünemann (CDU) an die Landesregierung, eingegangen am 

Die Rettung von in Not geratenen Menschen aus der Luft gilt als wichtiger Teil des Rettungsdienstes insgesamt. Rettungshubschrauber gehören heute wie selbstverständlich dazu, wenn medizinische Hilfe benötigt wird. Gerade in den ländlichen Räumen ist die schnelle Hilfe aus der Luft unverzichtbar.

Öffentlich etwas weniger Beachtung hat bisher die Bergung von Menschen aus der Luft gefunden, die mittels Einsatzes einer am Rettungshubschrauber installierten Seilwinde erfolgt. In Niedersachsen ist der in Sanderbusch stationierte ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 26 mit einer Seilwinde ausgestattet, um v. a. die Nordseeregion und damit die Rettung auf See abzudecken.

Inzwischen mehren sich die Stimmen, die auch im Binnenland Rettungshubschrauber mit einer Seilwinde ausrüsten möchten, konkret den in Wolfenbüttel stationierten Hubschrauber Christoph 30. So seien bspw. im Harz bestimmte Gebiete kurzfristig nur aus der Luft zu erreichen, was in Einzelfällen lebenswichtig sein könne. Gerade die Unwetterkatastrophen im Westen Deutschlands, bspw. im Ahrtal, wo zahlreiche Menschen aus der Luft gerettet wurden, hätten zudem die Notwendigkeit verdeutlicht, hier vorbereitet zu sein. Der Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Harz, Michael Werner, bezeichnet das Thema lt. RegionalHeute als eines, das “in unserer Region schon längst überfällig ist”. Für den ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Goslar ist die Ausrüstung mit einer Seilwinde “aus rettungsmedizinischer Sicht sinnvoll”.

Ein Vertreter des ADAC verweist auf hohe Investitions-, Betriebs- und Ausbildungskosten sowie auf die Tatsache, dass die ADAC-Luftrettung im Bedarfsfall andernorts stationierte Hubschrauber zeitnah einsetzen könne. Hier müssten die Kostenträger eine Bewertung vornehmen, vorher bedürfe es einer “Bedarfsanalyse des Landes Niedersachsen”.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Landesregierung:

1.Wo in Niedersachsen sind Rettungshubschrauber stationiert?

2.Wo in Niedersachsen angrenzenden Bereichen sind Rettungshubschrauber stationiert?

3.Welche Organisationen sind die Träger der dortigen Luftrettung?

4.Welche Kapazitäten wären im Bedarfsfall bei der Polizei oder bei anderen Organisationen vorhanden?

5.Welche Kapazitäten wären im Bedarfsfall im Rahmen welcher Vereinbarungen bei der Bundeswehr vorhanden?

6.Gibt es Vereinbarungen für den Einsatz privater Hubschrauber bei Großschadenslagen?

7.Welche der in den vorhergehenden Fragen angesprochenen Hubschrauber sind mit Seilwinden ausgestattet?

8.Welche Folge-/Kosten wären bei der Ausrüstung eines Rettungshubschraubers mit einer Seilwinde anzusetzen und wer wäre der Kostenträger?

9.Wann wird die Landesregierung eine Bedarfsanalyse, für das Land insgesamt und für Christoph 30 im Einzelfall, vornehmen?