Ende einer überholten Förderung

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Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen  Gemeindeverband Cremlingen

Cremlingen, 24.01.2022

Im November hatte die neue Bundesregierung ein Ende der Förderung EH 55, früher bekannt als KfW 55 zum 31. Januar 2022 beschlossen. Es geht hier um die Förderung von Neubauten mit einem bestimmten Energieeffizienzstandard. War diese Förderung vor einigen Jahren noch sinnvoll, so hat sie sich mittlerweile überlebt, da der Neubaustandard heutzutage – auch ohne Förderung – im Allgemeinen EH 55 ist. Entsprechend den wichtigen und völkerrechtlich verbindlichen Klimazielen hat die Regierung hier nachgeschärft; zeitnah soll eine reformierte Förderung wiederaufgenommen werden, allerdings nur für einen deutlich besseren Standard als EH 55. Vollkommen unberührt davon ist die Förderung von Sanierung und Modernisierung durch das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Die Einsparung von CO2 durch Modernisierungsmaßnahmen ist im Bestand deutlich größer als beim Neubau, so dass zukünftig der Fokus auf diesem Bereich liegen wird und muss.

Die Cremlinger GRÜNEN begrüßen alle Maßnahmen, die das Ziel erreichbarer machen, die Klimaerwärmung auf 1,5°C zu begrenzen. Gerade im Gebäudebereich ist das Potential riesig; zudem wird durch Sanierung des Bestands die graue Energie, die im Gebäude „gespeichert“ ist, erhalten. Hierbei geht es um die Energie, die für die Herstellung der Baustoffe, den Transport und den Bau eingesetzt worden ist. „Die Sanierung von Bestandsgebäuden ist aus energetischer und klimapolitischer Sicht fast immer einem Neubau vorzuziehen“, erklärt Ulrike Siemens, Sprecherin der Cremlinger GRÜNEN. „Gemeinde und Landkreis haben deswegen auch eigene Förderprogramme aufgelegt“, ergänzt Diethelm Krause-Hotopp, Mitglied im Gemeinderat und im Kreistag.

Bedauerlicherweise gab es einen derartigen Run auf die nun auslaufende Förderung EH 55, dass der Fördertopf der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) schon eine Woche vor dem angesetzten Ende des Programms ausgeschöpft war. Einige wenige können deshalb nun diese Förderung nicht mehr in Anspruch nehmen und müssen für ihren Neubau auf einen verbesserten Standard aufstocken, um weiterhin in den Genuss von Fördergeldern zu kommen, wenn die neuen Programme aufgelegt sein werden.