Fachaufsichtsbeschwerde gegen das NSG Herzogsberge -Aktuell-

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Wir fragten beim Landkris Wolfenbüttel nach und bekamen folgende Antwort:

 

Ihre Anfrage zum NSG Herzogsberge

1) Was passiert mit der Beschwerde

2) Wie äußert sich der Landkreis dazu?

 

 

Zu 1) Der Landkreis wird die Beschwerde ausführlich beantworten.

Zu 2) Im Januar 2019 hat der Kreistag in Wolfenbüttel beschlossen, das Naturschutzgebiet Herzogsberge einzurichten. Der Landkreis kommt mit der Ausweisung zum Naturschutzgebiet einer EU-Richtlinie nach, deren Ziel der Erhalt der Artenvielfalt ist. Die Wälder und Wiesen der Herzogsberge wurden innerhalb der Natura 2000-Kulisse als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet eingestuft. Die Ausweisung des Naturschutzgebietes war und ist für den Schutz von Flora und Fauna notwendig. Es gab in der Vergangenheit massive Störungen der Flora und Fauna.

Vor dem Kreistagsbeschluss erfolgte ein mehrjähriger Abstimmungsprozess mit der Eigentümerin, Gemeinde und weiteren Anrainern und Anspruchsgruppen. Mit Infoveranstaltungen hatte der Landkreis Bürgerinnen und Bürger sowie Beteiligte informiert.

Das Wegekonzept ist Bestandteil des neuen Naturschutzgebiets Herzogsberge. Dieses  wurde in enger Abstimmung entwickelt zwischen der Flächeneigentümerin der Offenlandbereiche – der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU Naturerbe GmbH), dem Landkreis Wolfenbüttel und der Gemeinde Cremlingen, die hier ihre Ideen und Wünsche einbrachte. Die Niedersächsischen Landesforsten waren als Eigentümer der Waldbereiche an der Konsensbildung beteiligt.

Es sind zahlreiche befestigte, breite Wege vorhanden, die auch für ältere Menschen und Menschen mit Rollatoren, Kinderwagen oder Gehbehinderungen begeh- und nutzbar sind. Die Zufahrten für Rettungskräfte sind weiterhin gewährleistet. Im Notfall dürfen Fahrzeuge der Rettungskräfte auch außerhalb der gekennzeichneten Wege fahren.

Erdarbeiten waren im Rahmen des Wegekonzeptes zur Besucherlenkung, aber auch beim Rückbau von abgängigen Stellungssystemen der ehemaligen militärischen Nutzung erforderlich. Sie wurden auf das Notwendige begrenzt. Für den langfristigen Schutz des NSG Herzogsberge waren diese Arbeiten notwendig.

Über das Wegekonzept in den Herzogsbergen wird aus unserer Sicht den Ansprüchen des Artenschutzes (für die wild lebenden Pflanzen und Tiere) und den Bedürfnissen der Bevölkerung nach Naherholung gleichermaßen Rechnung getragen. Zu diesem Konzept haben uns auch viele positive Rückmeldungen erreicht.

Landkreis Wolfenbüttel

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Fachaufsichtsbeschwerde gegen das NSG Herzogsberge

Ein Leserbrief von Jörg Einemann

Sehr geehrter Herr Schwarze,

beigefügt übersende ich Ihnen meine Fachaufsichtsbeschwerde gegen das Wegekonzept im NSG Herzogsberge, das ich am 17.01.2020 beim LK WF eingereicht habe.
Der LK hat mir mit Schreiben vom 23.01.2020 mitgeteilt, dass meine Beschwerde
„an das zuständige Fachamt zur Kenntnis und mit der Bitte um Stellungnahme weitergeleitet“ wurde.
Aus meinem Beschwerdeschreiben können Sie entnehmen, dass ich nicht nur Vorbehalte gegen die Markierung der neuen Wege habe, sondern auch Gefahren für die Bürger sehe, die durch das Absperren von Wegen entstanden sind. In den vergangenen Jahren gab es in den Herzogsbergen Vorfälle, die den Einsatz von Rettungswagen und Feuerwehr erforderlich
machten (Reitunfall, Kreislaufversagen, Böschungsbrand). Die Anfahrt der Rettungskräfte erfolgte in diesen Fällen aus der Ortschaft Cremlingen, das wäre nun nicht mehr möglich.
Abgesehen davon bin ich der Meinung – und mit mir viele Bürger – dass Flora und Fauna in den Herzogsbergen durch die Einrichtung eines Landschaftsschutzgebietes bereits ausreichend geschützt waren – wobei gleichzeitig viele Bürger die Herzogsberge nutzen konnten. Spaziergänge mit freilaufendem Hund, Drachensteigenlassen, Picknick, Wanderungen in Gruppen, all das war hier möglich, ohne dass die Natur daran Schaden nahm. Die Wiesen konnten z. B. ohnehin kaum betreten werden, da sie durch tiefe Gräben umgeben sind. Und es gab auch keinen guten Grund, die geschotterten Wege zu verlassen. Teile dieser
Wege sind nun gesperrt und stattdessen werden Wiesen durch neu geschaffene Pfade zertreten. Zudem sind die Pfade durch ältere Bürger nicht zu bewältigen. Kurz gesagt: komplettes Versagen der zuständigen Behörde! Über die Kosten dieser Maßnahme
kann ich nur mutmaßen. Jedenfalls kenne ich bessere Verwendungsmöglichkeiten für Steuergelder.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen
 
Jörg Einemann