Feldrundfahrt am 25.06.2018 in Wolfenbüttel

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Auf Einladung des Landvolkverband Braunschweiger Land fand am 25.06 die traditionelle frühsommerliche Feldrundfahrt auf dem Betrieb Brunn in Klein Biewende statt.

Der Hausherr, Dr. Hans-Georg Brunn und der Verbandsvorsitzende Ulrich Löhr konnten gemeinsam ca. 80 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Landwirtschaft begrüßen.

Nach einer kurzen Einführung, auf der Dr. Brunn die Gründe für die Umstellung seines Betriebes auf Bioanbau erläuterte, ging es auf Treckergespannen in die Feldmark.

Die Gäste konnten sich vor Ort ein eigenes Bild der auf den Feldern stehenden Früchte machen. Die Pflanzenbestände sind offensichtlich stark von den extremen Witterungsereignissen der letzten 12 Monate geprägt. Vom Frühherbst bis zum Spätwinter behinderte zum Teil extreme Nässe die Feldarbeiten und auch das Pflanzenwachstum. Die dann Anfang April einsetzende Wärme, verbunden mit einer fast historisch zu nennenden Trockenheit, stresste die Pflanzen sehr erheblich.

Die Ertragserwartungen für im Herbst gesätes Getreide und Raps liegen erheblich unter dem langjährigen Durchschnitt. Bei Zuckerrüben und Mais könnte noch eine normale Ernte zu erwarten sein, wenn zeitnah der erforderliche Niederschlag fällt.

Die Erzeugerpreise für Getreide haben trotz der zu erwartenden Mindererträge im Vergleich zum Vorjahr nur wenig zugelegt. Bei der Bezahlung der Zuckerrüben machen sich zum zweiten Mal hintereinander die Schattenseiten der Marktliberalisierung deutlich.

Verdeutlicht wurden aber auch an Hand von Rand- und Blühstreifen die Bemühungen der hiesigen Landwirtschaft um den Erhalt der Biodiversität. Löhr führte aus, dass der heute weit verbreitete Blühstreifen vor über 15 Jahren bei einem wissenschaftlichen Projekt hier in unserem Landkreis quasi „erfunden“ wurde.

Nach der Rückkehr auf das Hofgelände beleuchtete der Vorsitzende noch aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Pflanzenschutzmittel, Düngeverordnung, 3D Seismik Asse und Wasserschutz.

Die neue Düngeverordnung ermögliche nicht mehr an jeder Stelle die optimale Pflanzenversorgung. Eine weitere Verschärfung der gesetzlichen Regelungen führe flächendeckend zu einer mangelnden Pflanzenernährung und damit zum Raubbau an den fruchtbaren Böden der Wolfenbütteler Lößbörde.

Um gesunde Lebensmittel zu produzieren, sei für die konventionellen Betriebe eine ausreichende Palette an Pflanzenschutzmitteln notwendig. Politik müsse sich an sachlichen Fakten und nicht an veröffentlichten Emotionen orientieren.

Wenn die geplante 3 D Seismik um den Asse-Schacht herum einen Erkenntnisgewinn bringe, dann würde der überwältigende Teil der betroffenen Landwirte Beeinträchtigungen akzeptieren. Mit den entstehenden finanziellen Nachteilen dürfen die Betriebe nicht allein gelassen werden.

Mit einem gemeinsamen Imbiss klang die Veranstaltung aus.

 

Text: Niedersächsischen Landvolk Braunschweiger Land e.V

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