Feuerwehr Klein Schöppenstedt verärgert über erneute Zeitliche Verschiebung ihres Neubaus

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Politik informiert sich vor Ort in Klein Schöppenstedt

Klein Schöppenstedt 03.09.22

Mit der derzeitigen Situation im Feuerwehrgerätehaus Klein Schöppenstedt besteht für die Kameraden und Kameradinnen eine “Gefahr für Leib und Leben”. So steht es fett und in rot gedruckt in einem Gutachten des zuständigen Versicherers aus dem Jahr 2015.

Die Fahrzeughalle viel zu eng für das Löschfahrzeug, Einsatzkräfte queren den Alarmweg des Fahrzeuges. Die persönliche Schutzausrüstung für 40 Kameraden zu beengt untergebracht, sodass sich die Feuerwehrangehörigen zum Teil nur nacheinander und nicht parallel umziehen können. Die eng beieinander hängende Einsatzbekleidung kann nicht richtig trocknen und immer wieder kommt es zu Schimmelbildung auf der Bekleidung der Einsatzkräfte.

“Das sind nur einige Punkte aus dem Gutachten der Feuerwehrunfallkasse”, so der Ortsbrandmeister Matthias Röper. “Wie haben deshalb ein weiteres Mal Vertreter des Rates eingeladen, um nachdrücklich auf unsere Situation aufmerksam zu machen. Wir sind baulich am Limit und mittlerweile schwindet bei allen Kameraden auch das Verständnis für die langwierige Prozedur hin zu einem adäquaten Feuerwehrhaus”.

Auf Einladung der Feuerwehr Klein Schöppenstedt waren der Gruppenvorsitzende der SPD/ Grünengruppe Peter Abramowski, der Vorsitzende der Gruppe DIE MITTE (CDU/FDP/Haie) Tobias Breske und die Ratsvorsitzende Christiane Florek kurz vor der Mitgliderversammlung der Wehr auf Besichtigungs- und Informationstour durch die Räumlichkeiten des Feuerwehrhauses.

Im anschließenden Gespräch waren sich alle Teilnehmer einig. Hier muss jetzt kurzfristig etwas passieren. Das passende Grundstück wurde nunmehr Mitte dieses Jahres erworben. Nun gilt es, die planerischen Voraussetzungen schnellstmöglich zu schaffen und dann den Bau umzusetzen. Weitere Verzögerungen sind hier nicht mehr akzeptabel.

Als nicht hinnehmbar ist für die Feuerwehr Klein Schöppenstedt die von der Verwaltung neuerlich vorgelegte geänderte zeitliche Planung. Erst im März dieses Jahres hatte der Bürgermeister der Ortswehr die Umsetzung der gesamten Maßnahme bis Ende 2024 zugesichert. Die neue Planung der Verwaltung sieht nunmehr das Jahr 2027 als Fertigstellungstermin vor.

“Das ist so für uns absolut inakzeptabel”, so der stellvertretende Ortsbrandmeister Holger Smoczyk, der ebenfalls an dem Termin teilnahm. “Wir haben bis dato immer Verständnis für alle Terminverschiebungen gehabt, nur jetzt ist so langsam die Luft bei unseren Mitgliedern raus. Erschwerend kommt hinzu, dass wir weitere 5 Mitglieder in der Einsatzabteilung begrüßen können. Nur leider wissen wir nicht mehr, wo wir deren Einsatzbekleidung unterbringen können. Ein absolut unbefriedigender Zustand, der schon viel zu lange besteht.”

Ähnliche Probleme gibt es in weiteren Feuerwehrgerätehäusern seit Jahren in der Gemeinde Cremlingen. So gibt es auch für das Haus in Schandelah den Gutachtervermerk “Gefahr für Leid und Leben”. Weitere bauten in Cremlingen, Destedt, Abbenrode und Gardessen werden sich ebenfalls nicht an den jetzigen Standorten Ertüchtigen lassen. In den weiteren Häusern sind Mängel mit einigem Aufwand ggf. abzustellen – abschließende Prüfungen laufen dazu in der Verwaltung.

Wie zu hören ist, soll auch in Cremlingen jetzt kurzfristig eine neues Feuerwehrhaus entstehen, indem gleichzeitig ein Rettungswache mit untergebracht werden kann.

“Das wäre für uns in der Gemeinde sicherlich eine gute Sache, so die Ortsbürgermeisterin der Ortschaft Klein Schöppenstedt Britta Röper. Diese Maßnahme darf aber unter keinen Umständen dazu führen, dass unsere Feuerwehr weiter auf ein neues Haus warten muss bzw. es weitere Verzögerungen gibt.”

Alles in allem eine für die ehrenamtlichen Retter eine mehr wie unbefriedigende Situation.

Besichtigung des Umkleideraums im Alarmfall

Fahrzeughalle ist eine Gefahrenquelle