Freiwillige Feuerwehr Hemkenrode beklagt Übungsmangel

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Pressemeldung 18.01.2022
“Im dritten Corona- Jahr und den damit verbundenen Einschränkungen im Übungs-
und Einsatzdienst fehlt den aktiven Kameradinnen und Kameraden unserer Wehr die
Möglichkeit, praktisch zu üben. Der in den vergangenen Jahren aufgebaute sehr gute
Ausbildungsstand der Einsatzabteilung ist nur schwer zu halten”, beklagt
Ortsbrandmeister Tobias Breske. “Zu lange Zwangspausen zwischen den
Übungseinheiten oder die Reduzierung der Anzahl übender Kräfte durch aktuelle
coronabedingte Einschränkungen sind dabei einige Faktoren, die die Einsatzfähigkeit
der Ortswehr nicht gerade fördern. Wir haben in der Vergangenheit so gut es ging
versucht, mit Onlinediensten ein wenig Ausgleich zu schaffen, ein wirklicher Ersatz
für einen praktischen Ausbildungsdienst kann das allerdings nicht sein”.
“Coronabedingt wird es vielen Wehren in Niedersachsen so ergehen, aber wenn es
darauf ankommt, müssen alle Kräfte im Einsatz ihren Aufgabenbereich beherrschen.
Jeder muss die benötigten Funktionen für den ihm zugewiesenen Posten auch
anwenden können. Das gilt insbesondere, wenn die Lage zeitlich keinen Verzug
duldet”, stellte Gruppenführer Tim Brandes klar. “Letztendlich ist das ein großer
Sicherheitsfaktor, für die Feuerwehrangehörigen und auch jeden Hilfesuchenden.
Handlungssicherheit ist nur durch regelmäßige Ausbildung sichergestellt –
Feuerwehren können ihre Einsatzfähigkeit nur durch Üben vertiefen”.
“Nicht umsonst liegen die Pflichtübungsstunden der Einsatzabteilung bei den
Freiwilliger Feuerwehren bei 40 Stunden im Jahr. Eine Anzahl, von der wir in den
letzten Jahren durch die sicherlich notwendigen Einschränkungen weit entfernt sind”,
so der stellvertretende Ortsbrandmeister Jan Sprenger. “Und das liegt nicht an
fehlender Motivation der Kameradinnen und Kameraden unserer Wehr”.
Für die Ortsfeuerwehr Hemkenrode ist die Situation im Augenblick besonders
bedrückend, da vor kurzem das neue Einsatzfahrzeug in den Dienst gestellt wurde.
Mit vielen zusätzlichen Einsatzkomponenten wäre es gerade hier notwendig, die
Einsatzabteilung intensiv zu schulen, das sollte oberste Priorität haben. Stattdessen
schleichen wir wie die Katzen um das Feuerwehrgerätehaus und betrachten das
Fahrzeug durch das verschlossene Tor.
„Mir ist schon klar, dass Corona eine Lage diktiert, die nicht jeder Mal so eben
wegwischen kann. Auch wir als Feuerwehr halten die Einschränkungen größtenteils
für absolut notwendig und nachvollziehbar. Haben immer Werbung für die Impfungen
und jetzt Boosterimpfung gemacht und konnten so eine nahezu 100 % Impfquote bei
allen Einsatzkräften der Wehr erreichen“, so die Gruppenführerin Julia Wagner. „Aber
die Einsatzfähigkeit, unsere Feuerwehren im ganzen Land ist elementar und von
höchster Wichtigkeit für die Sicherstellung einer flächendeckenden Hilfe“.Das sollte
auch die Politik im Bund und Land mit ihren Möglichkeiten zur Gesetzgebung bei den
nächsten Verordnungen und Gesetzten nicht aus den Augen verlieren. Auch wenn
das keine leichte Aufgabe ist, hier allen Seiten gerecht zu werden.
Wir als Feuerwehr Hemkenrode verlieren nicht die Zuversicht und machen das Beste
draus. Nur je länger das alles dauert, desto schwieriger wird es.
Foto:Für die Ausbildung in der Freiwilligen Feuerwehr Hemkenrode maßgeblich
verantwortlich – von links: Gruppenführer Tim Brandes, stelvertretender
Ortsbrandmeister Jan Sprenger, Gruppenführerin Julia Wagner, Ortsbrandmeister
Tobias Breske und stellvertretender Gruppenführer Christoph Stamprath

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