Geopunkt und Ölschiefer in Schandelah

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Pressemitteilung:

Wolfenbüttel, 20.11.2021

Marie Kollenrott, grüne Landtagsabgeordnete, und Nico Söhnel, Direktkandidat der GRÜNEN im Wahlkreis 9 (Wolfenbüttel-Nord) besuchten gemeinsam den Geopunkt Jurameer Schandelah in der Gemeinde Cremlingen. Sie zeigten sich beeindruckt von der Gestaltung des Geopunktes und auch des Naturpfads Wohld, die anerkannt sind und genutzt werden als außerschulische Lernorte. Exemplarisch betonten sie hier die Bedeutung des Geoparks Harz.Braunschweiger Land.Ostfalen für die Region, nicht nur unter dem Aspekt der Umweltbildung, sondern auch in touristischer Hinsicht.

Zur Sprache kam natürlich auch die Befürchtung der Bevölkerung vor Ort, der Ölschiefer von Schandelah könnte eines Tages doch noch abgebaut werden, da das Vorkommen auf Landesebene erneut als nationale Energiereserve planerisch gesichert werden soll. Ulrike Siemens von den Cremlinger GRÜNEN erinnerte in diesem Zusammenhang an den letzten Abbau von Ölschiefer, der während der Nazizeit zur Errichtung des KZ Schandelah – unweit des jetzigen Geopunktes – geführt hatte. Das KZ war zum Abbau des Ölschiefers im Tagebau zur Gewinnung von Treibstoff eingerichtet worden. 200 KZ-Häftlinge mussten dieses Unternehmen in den Jahren 1944/45 mit ihrem Leben bezahlen.

Schandelah steht mit dem Landschaftsschutzgebiet der Wohlder Wiesen auch für ein gelungenes Konversionsprojekt, bei dem ein Truppenübungsplatz zu einem nachhaltigen Gebiet mit wertvoller Flora und Fauna entwickelt werden konnte. „Bitterer Beigeschmack bleibt die Tatsache, dass wir uns jetzt mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine in eine Situation zurückversetzt fühlen, die wir glaubten längst überwunden zu haben“, merkte Nico Söhnel nachdenklich an. Marie Kollenrott betonte die Verantwortung, die auch die Landespolitik hier übernehmen muss.

Von der Fossiliensammelstelle, die während der derzeitigen Grabungskampagne wieder aufgefüllt wurde, nahmen Marie und Nico jeweils eine Ölschiefertafel mit als Erinnerung an die Schätze, die der Landkreis und das Land Niedersachsen zu bieten haben, aber auch als Mahnung, diese Schätze durch kluges politisches Handeln zu bewahren.