Geplante Änderung des Landesraumordnungsprogramms hier: Abbau von Ölschiefer bei Schandelah

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Pressemeldung: Gemeinde Cremlingen

Mit Bekanntmachung der Planungsabsichten des Landes im November 2019 ist bekannt geworden, dass das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Landesraumordnungsprogramm (LROP) u. a. mit dem Ziel ändern möchte, die bisherigen Vorbehaltsgebiete Rohstoffsicherung (Ölschiefer) bei Hondelage und Schandelah in Vorranggebiete Rohstoffsicherung umzuwandeln.

Im Bereich Schandelah handelt es sich hierbei um eine Fläche von 11 km², die 18% des gesamten Gemeindegebiets entspricht und inmitten des Landschaftsschutzgebiets Schandelah-Wohld liegt. Die Lagerstätte befindet sich südlich der A2 und westlich der A39 und reicht unmittelbar bis an die Ortslagen von Schandelah, Hordorf und Weddel heran.

Die Planungsabsicht des Landes wird vom Rat der Gemeinde Cremlingen wegen der unabsehbaren negativen Folgen eines Abbaus des Ölschiefers für die heimische Bevölkerung und für die Natur und Umwelt entschieden abgelehnt, weshalb am 25.02.2020 eine Resolution zum Thema verabschiedet wurde.

Der Rat der Gemeinde Cremlingen fordert von der Niedersächsischen Landesregierung den Verzicht auf die Festlegung der Ölschieferlagerstätten bei Hondelage und Schandelah sowohl als Vorrang- als auch als Vorbehaltsgebiet Rohstoffsicherung (Ölschiefer). Stattdessen wird gefordert, die bisherige Festsetzung von Vorranggebieten für Natur und Landschaft beizubehalten und die sonstigen Flächen als Vorbehaltsgebiete für die Landwirtschaft sowie für Natur und Landschaft zu sichern.

Dieser Resolution hat sich inzwischen der Kreistag des Landkreises Wolfenbüttel angeschlossen. Auch der Regionalverband Großraum Braunschweig unterstützt die Forderung der Gemeinde Cremlingen. Weiterhin ist beabsichtigt, die Gemeinde Lehre, den Landkreis Helmstedt und die Stadt Braunschweig, die ebenfalls von den Planungen betroffen sind, zur Unterstützung aufzurufen.

Die Gemeinde Cremlingen hält ihre Forderung nach einem generellen Verzicht auf die Sicherung der Ölschieferlagerstätten im LROP aufrecht. „Die Sicherung ist überflüssig, nicht mehr zeitgemäß und setzt im Hinblick auf die von der Bundesregierung beschlossenen Klimaziele völlig falsche Signale. Nach Stand der weltweiten Rohstoffversorgung mit Erdöl, gibt es auch keinen wirtschaftlichen Anlass, diese Lagerstätten auszubeuten. Ein raumordnerischer Sicherungsgrund ist daher aus unserer nicht gegeben“, führt Bürgermeister Detlef Kaatz aus.

Wir erwarten, dass das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz trotz aller Widerstände mit der Planungsabsicht in das Verfahren gehen wird“, so Kaatz weiter. „Aus diesem Grund wird die Gemeinde die hiesigen Landtagsabgeordneten zu einem Gespräch einladen.“

Insbesondere der Umwelt- und Naturschutz spielt für die Gemeinde Cremlingen eine entscheidende Rolle. Es handelt sich bei dem Landschaftsschutzgebiet Schandelah-Wohld um einen wunderschönen Naherholungsort, der von Einwohnerinnen und Einwohnern der Gemeinde aber auch von Besuchern vielfach genutzt wird. Das Gebiet bietet eine einzigartige Offenlandschaft mit besonders schützenswerten FFH-Bereichen (Fauna, Flora, Habitate), die Teil des Natura 2000-Netzwerkes sind.

Mit Beginn des Ölschieferabbaus würde hier nicht nur eine geschützte Fläche grundlos zerstört, auch der Erholungswert und die Lebensqualität im Gemeindegebiet würden darunter leiden.

Foto: Gemeinde Cremlingen