Getreideernte 2021 deutlich unter den Erwartungen

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Twieflingen. Am 6. August lud das Niedersächsische Landvolk zu einem Pressegespräch, um einen Überblick über die diesjährige Getreideernte zu geben.

Wiebke Janshen

Anwesend waren die Vorsitzende der Landfrauen Wiebke Janshen, der Geschäftsführer des Landvolks Braunschweigs Volker Meier, der Vorstand des Kreisverbands Braunschweiger Land Gerhard Rott, aus dem Südkreis Olaf Meier und als Gastgeber Landwirt Dr. Ulrich Steinmeier.

Volker Meier

Im Mai war alles noch im grünen Bereich:

Ist der Mai kühl und nass, füllt`s dem Bauern Scheun und Fass. Die Erwartungen waren also hoch, aber dann kamen heiße Tage im Juni, die Trockenheit und die extremen Temperaturen sorgten dafür, dass in den Ähren nur kleine Körner ausgebildet oder die Körner gleich abgeworfen wurden.

Das nach einigen schweren Jahren. 2018 lag die Getreideernte im Südkreis Helmstedt 30 % unter „normal“, 2019 dagegen war dort ein Superjahr und 2021 liegt das Ergebnis nochmals 10 % unter dem der schlechten Jahre.

Gerhard Rott

Die Erbsen hatten es 2021 gut, aber auf sie entfallen nur ca. 1% der Anbaufläche, am besten von den Getreidesorten ist dieses Jahr die Gerste durchgekommen.

Aber die Witterung ist nicht das einzige Problem, das den Landwirten einen Strich durch die Kalkulation macht. Da sind auch die Pflanzenschutzmittel mit deutlich schlechteren Wirkstoffen. Die alten Wirkstoffe sind inzwischen verboten, es gibt zwar neue, aber die sind in Deutschland nicht zugelassen. Deshalb hat beispielsweise der Ackerfuchsschwanz (eine Grasart) in einigen Gegenden überhand genommen, hinzu kommen sogenannte Fußkrankheiten wie z.B. Halmbruch, die von Pilzen ausgelöst wird.

Olaf Meier

Als ob das nicht alles schon reichen würde, wird die Ernte des nächsten Jahres bereits jetzt von drastisch steigenden Energiekosten und von 30% höheren Kosten für Pflanzenschutzmittel überschattet.

Ach ja, da wäre noch etwas, was sich anzusprechen lohnt: Früher pflegten wir den umfallenden Sack Reis in China zu erwähnen, wenn wir etwas benennen wollten, was nicht ins Gewicht fällt. Nach zehn Jahren Globalisierung haben sich zumindest Landwirte diesen Satz abgewöhnt, denn inzwischen ist die Welt so vernetzt, dass es erheblichen Einfluss auf die Gewinne deutscher Landwirte hat, wenn eine Großmacht wie beispielsweise Russland Getreide entweder zurückhält und speichert und dann plötzlich auf den Weltmarkt wirft.

Dr. Ulrich Steinmeier

Abschließend noch ein wenig ZDF (Zahlen, Daten, Fakten):

Im Landkreis Wolfenbüttel wird Getreide angebaut auf 29.969 Hektar, das entspricht 58% der Anbaufläche, auf den Winterweizen entfallen 23.553 ha (45,6%), auf Wintergerste 4.446 ha (8,6 %) und auf Winterrogge 221 ha (0,4 %).

Da Weizen in letzter Zeit ernährungstechnisch in Verruf geraten ist (Dickmacher, der zur Schweinemast dient) hier noch die Zahlen für Dinkel: 462 ha (0,9 %). Übrigens wird im „Dinkelbrötchen“ zwar auch Dinkel, aber hauptsächlich Weizenmehl verbacken.

Es geht noch größer! Dieser Mähdrescher hat “nur” ein Schneidwerk von 7,5m. Gibt aber welche bis zu 12m Breite