Karte zeigt Wege und Besonderheiten der DBU-Naturerbefläche Herzogsberge

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Neue Informationstafeln laden zum Entdecken ein

Quelle:

Deutsche Bundesstiftung Umwelt

 

Karte zeigt Wege und Besonderheiten der DBU-Naturerbefläche Herzogsberge

Cremlingen. Wo befinde ich mich im Gelände? Was hat ein Militärübungsplatz mit Naturschutz zu tun, welche Tiere und Pflanzen finden hier einen geschützten Lebensraum? Diese und weitere Fragen beantworten nun drei Infotafeln auf der DBU-Naturerbefläche Herzogsberge – einem beliebten Naherholungsraum im Naturschutzgebiet Herzogsberge bei Cremlingen und auch als Teil des sogenannten Nationalen Naturerbes dem Naturschutz gewidmet.

Hügellandschaft bei Spaziergängern und Hundebesitzern beliebt

Im Auftrag der gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), dem DBU Naturerbe, betreut Revierleiter Achim Hördler vom Bundesforstbetrieb Niedersachsen die rund 130 Hektar große Fläche vor Ort. Der Revierförster freut sich über die kürzlich aufgestellten Schilder: „Auf einer Karte auf den Tafeln finden Besucher ihren Standort im Gelände des Schutzgebietes, sehen wo freigegebene Wege verlaufen, oder wo es zum Aussichtspunkt geht“. Sie erfahren Wissenswertes zum Nationalen Naturerbe und über die unterschiedlichen Lebensräume des ehemaligen Standortübungsplatzes.

Schafe erhalten wertvolles Offenland

In der Hügellandschaft der Herzogsberge erstrecken sich weitläufige artenreiche Flachland-Mähwiesen sowie kleinflächig eingestreute Sandmagerrasen, Feucht- und Nasswiesen, Erlen-Birkensumpfwälder und zahlreiche Kleingewässer. Einen Großteil des Grünlandes beweidet seit vielen Jahren eine Wanderschäferei. „Die tierischen Landschaftspfleger leisten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Mit ihrem Verbiss erhalten sie das seltene Offenland“, erklärt Susanne Belting, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe. Der Schäfer führe seine Herde immer wieder auf andere Abschnitte des Offenlandes oder schließe Teilflächen aus der Beweidung aus, um diese spät im Sommer zu mähen. So entstehe ein Mosaik aus hohem und niedrigem Gras sowie charakteristischen Kräutern. Das sei ideal, um ausreichend Rückzugsorte für Tiere, ungestörte Niststätten für seltene Bodenbrüter und sogenannte Blühhorizonte als Nahrungsquelle oder Eiablageplatz für Insekten zu bewahren. Zudem fördern diese Pflegemaßnahmen auch die pflanzliche Artenvielfalt.

Leinenpflicht für Hunde

Ein Problem hat der Schäfer mit freilaufenden Hunden, da seine Herde teils schreckhaft auf die bellenden Vierbeiner reagiert. „Wir beobachten immer wieder freilaufende Hunde, die durch die Kleingewässer springen oder durch die Schafherde laufen. Um bedrohte Tierarten zu schützen und nicht den Schäfer bei seiner Arbeit zu stören, bitten wir Hundebesitzer, die im Naturschutzgebiet bestehende Leinenpflicht einzuhalten“, so der Revierförster. Hördler dankt den beteiligten Behörden wie dem Landkreis Wolfenbüttel und der Gemeinde Cremlingen, die sich immer wieder für den Schutz des Offenlandes stark machen und die DBU-Schilder genehmigt haben. Denn besonders sensible Bodenbrüter wie die Feldlerche und der Kiebitz sowie seltene Amphibien wie der Kammmolch seien auf die störungsarmen Wiesen und Gewässer angewiesen.