Kreiser fordert Entbürokratisierung bei CO2-Besteuerung

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Pressemeldung:

SPD-Bundestagskandidatin Dunja Kreiser, MdL, und Bürgermeisterin Andrea Föniger besuchen ABR Metallguss Schöppenstedt

Kreiser fordert Entbürokratisierung bei CO2-Besteuerung

Seit den 80’er Jahren fertigt das Schöppenstedter Unternehmen ABR Metallguss Kettbaumscheiben für Textilmaschinen. Rund 100 Tonnen Aluminium verarbeitet die Gießerei dabei jeden Monat und hat sich in den mehr als 40 Jahren in diesem Segment spezialisiert. Über die Arbeit des Traditionsunternehmens informierten sich bei einem Besuch die SPD-Bundestagskandidatin Dunja Kreiser, MdL, und Bürgermeisterin Andrea Föniger im Gespräch mit Geschäftsführer Rainer Meske.

„Früher hat es in Schöppenstedt vier Gießereien gegeben, es gab genug Arbeit durch die rund 100 Maschinenfirmen in Braunschweig. Heute sind davon noch etwa fünf Unternehmen übrig. Es ist beinahe ein ganzes Segment weggebrochen“, erzählte Meske. Sein Betrieb wurde 1980 vom Vater, seines Zeichens Industriemeister, gegründet, der eigens aus der Pfalz in die Niedersächsische Kleinstadt zog, um sich selbstständig zu machen. Meske trat in die Fußstapfen des Vaters und baute die Gießerei zu einem namhaften Unternehmen aus.

Neben Aluminiumprodukten, die zwischen 50 und 500 Kilo schwer sind, bietet ABR Metallguss eine umfangreiche Produktpalette aus Rotguss, Messing oder Sonderlegierungen an. Dazu zählen Handhebelgehäusen, verzahnte Kolben und Drehklappen oder auch verschiedene Rohreinsätzen, die in kleinen oder großen Stückzahlen hergestellt werden. Für Flexibilität sorgen dabei Formanlagen, die für häufige Modellwechsel ausgelegt sind. Mit seinem rund 20köpfigen Team bietet ABR dabei ein breites Spektrum an Herstellungsverfahren von Gießformen an, so dass die individuellen Wünsche der Kunden qualitativ hochwertig umgesetzt werden. Die große Industrie sei für ihn indes keine Konkurrenz: „Wir betreiben keine Serienfertigung. Wir produzieren zwar Massenfertigung, haben aber keine hohen Stückzahlfertigung. Der Betrieb läuft nicht voll automatisch, es ist noch viel Handarbeit dabei“, so Meske. Auch Werkstoffanalyen seien mit Hilfe des Spektralanalysegerätes und einer Zerreißmaschine möglich.

Kreiser und Föniger zeigten sich beeindruckt von den Arbeitsverfahren. „Das ist harte, körperliche Arbeit, die den Mitarbeitern viel abverlangt“, hob die SPD-Bundestagskandidatin hervor. Kreisers Nachfrage, ob der Betrieb ausbilde, verneinte Meske. Er selbst sei noch gelernter Formerer und die Ausbildung habe sich weiterentwickelt und verändert und enthalte viele weitere Fachbereiche wie Elektrotechnik, Pneumatik, Hydraulik, Fräsen und Bohren. „Das kann ein kleiner Betrieb nicht leisten“, erklärte der Schöppenstedter.

Wirtschaftlich sei der Betrieb nach Corona wieder im Aufwind. Die Kurzarbeit habe seine Mitarbeiter finanziell hart getroffen, so Meske. Außerdem sei es schwer, qualifiziertes Personal zu finden und die Arbeit mit Leihfirmen schwierig. Kreiser könne die Probleme in Bezug auf die Verlässlichkeit durchaus nachvollziehen und forderte in diesem Zuge: „Die Verselbständigung in Arbeit muss zurückkommen. Es müssen Themen angegangen werden, wie junge Leute wieder für die Ausbildung begeistert werden können“, machte die SPD-Politikerin deutlich.

Meske hofft, den Betrieb in wenigen Jahren an seinen Sohn übergeben zu können, der nach der Meisterschule und nun ein Betriebswirtschaftsstudium absolviere. Als größte Herausforderung sieht der Unternehmer für die nachfolgende Generation dabei die hohen Energiekosten und die CO2-Besteuerung: „Aluminium wird in Masseln geliefert, es bedarf viel Strom und Öl, um das Metall zu verflüssigen. Da ist ein hoher Energieaufwand notwendig“. Kreiser versprach weiter, sich beim Thema CO2-Steuer für Vereinfachungen einzusetzen: „Gerade mittelständische Unternehmen benötigen Kompromisse, damit die Berechnungen vereinfacht werden und die Firmen weiter in der Lage sind, gewinnbringend zu arbeiten.“