Landkreis Wolfenbüttel hilft mit Schutzbekleidung

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Presseinformation Landkreis Wolfenbüttel 14.04.20

 

Vom Cent- zum Wucherartikel: Mundschutzmasken haben sich um ein Vielfaches verteuert – wenn sie überhaupt noch zu beschaffen sind. Das gleiche gilt für weitere Schutzbekleidung und Desinfektionsmittel. Der Landkreis Wolfenbüttel organisiert daher die Beschaffung dieser Materialien zentral. Die Untere Katastrophenschutzbehörde im Landkreis Wolfenbüttel hat jetzt größere Mengen vor allem in China bestellt und versorgt damit derzeit Alters- und Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Einrichtungen der Mitgliedsgemeinden und das Städtische Klinikum Wolfenbüttel.

„Um Schutzausrüstung zu beschaffen ist vor allem Kreativität und Geduld gefragt. Die normalen Beschaffungswege funktionieren aktuell nirgends. Man bekommt zwar unglaublich viele Angebote, aber fast überall habe ich große Zweifel, ob diese seriös sind“ erklärt Olaf Glaeske, der die Untere Katastrophenschutzbehörde leitet. Für seine Arbeit unverzichtbar ist ein großes persönliches Netzwerk, das Glaeske sich über die Jahre im Beruf erarbeitet hat. Aus diesem Netzwerk erhält er Hinweise, Ideen und Tipps für neue Bezugsquellen. Ein Wolfenbütteler Unternehmen engagiere sich als lokaler Partner des Landkreises massiv in der Beschaffung. Die langjährigen Geschäftskontakte des Unternehmens nach China seien hier entscheidend, um die richtigen Kontakte herzustellen, so Glaeske.

Aber auch Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises sowie Kreistagsabgeordnete unterstützen mit hilfreichen Kontakten.

 

Beschaffung der Materialien ist personal- und zeitaufwändig

Der Aufwand dafür ist groß: Olaf Glaeske verbringt im Auftrag des Landkreises jeden Tag viele Stunden und Telefonate allein mit dieser Aufgabe. Dabei hält er Kontakt mit Einrichtungen und Personen, die Notbedarfe anmelden, mit den kreisangehörigen Kommunen und möglichen Lieferanten. Weitere Kollegen unterstützen ihn. Glaeske schätzt, dass der Bedarf und somit der Beschaffungsaufwand weiter ansteigen werden.

„Bisher haben wir etwa 21.000 Medizinische Schutzmasken und 110.000 Einweghandschuhe beschafft. 10.000 OP-Masken befinden sich derzeit auf dem Weg von China nach Deutschland, weitere 30.000 Stück werden um Ostern erwartet. Ebenso erwarte ich dann 10.000 Schutzkittel und 150.000 Einweghandschuhe. Hinzu kommt eine Palette mit fast 500 Litern Handdesinfektionsmitteln“, sagt Olaf Glaeske. Ein Teil der Schutzausrüstung käme vom Krisenstab des Landes, ein anderer von einer Spende der Volkswagen AG.

Bei der Beschaffung gebe es einige Risiken. Derzeit könne es vorkommen, dass bestellte Lieferungen nicht ihr Ziel im Landkreis Wolfenbüttel erreichen, da diese auf dem Weg „verloren“ gingen. Damit dieses Risiko gering ist, wird nicht en gros bestellt, sondern in kleineren Teil-Lieferungen. „Wir planen die Beschaffungen so, dass der Landkreis bei Lieferausfällen eine mehrwöchige Versorgung mit Schutzausrüstung leisten kann“, so Glaeske.

 

Menschen im Gesundheits- und Pflegebereich schützen

„Wir übernehmen diese Aufgabe in dieser außergewöhnlichen Lage, um die Menschen zu schützen, die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten. Sollte die Versorgung in Pflegediensten, Altenheimen oder durch niedergelassene Ärzte ausfallen, wäre ein Anstieg der Patientenzahlen im Klinikum zu befürchten, den wir natürlich dringend verhindern wollen, um dort Kapazitäten für die Covid-19-Patienten zu haben“, fasst Glaeske zusammen. Dennoch sei es weiterhin wichtig, dass jede Arztpraxis, jedes Pflegeheim, jeder ambulante Pflegedienst weiterhin versuche den eigenen Bedarf über den Handel selbst zu decken. Die Katastrophenschutzbehörde des Landkreises sei ein Helfer in der Not, aber könne die eigenen Bemühungen nicht ersetzen.

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