Landratskandidat Schäfer besuchte mit Historiker Krause-Hotopp das KZ Schandelah-Wohld

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Schon oft war Uwe Schäfer bei Veranstaltungen des Erinnerns vor Ort, nun nutze er den Termin, um sich von Dr. Diethelm Krause-Hotopp über die Gedenkstätte führen zu lassen und über Aktuelles informieren zu lassen.

Beim Spaziergang von der Gedenkstätte zu den Freidhöfen fielen die vor vielen Jahren am Wegesrand errichteten Erinnerungsstehlen auf, die leider  mit nur wenig Information gefertigt wurden. “Da kann man, glaube ich, nochmal etwas ausführlicher in die Beschreibung der Information gehen”, so Schäfer, denn nur die schlichte Erwähnung auf die Reste des Ofens zur Ölgewinnung ist in Anbetracht dessen, was sich vor Ort zugetragen hat, etwas wenig. “Eine textliche Ergänzung fände ich sehr hilfreich und würde dies auch ausdrücklich befürworten.”

Im Verlaufe des Sparzierganges unternahm Krause-Hotopp einen geschichtlichen Abriss dessen, was vor Ort geschah.   “Wie immer”, so Schäfer, “versetzt mich der Rückblick und die damit verbundene geschichtliche Aufarbeitung dieses Ortes in Fassungslosigkeit der damaligen Entscheider.”

In Schandelah-Wohld wurde ab Mai 1944 das Außenlager Schandelah des Konzentrationslagers Neuengamme errichtet. Bis zu 800 männliche Inhaftierte aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Polen, Spanien, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei waren gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen Ölschiefer, der hier dich an der Oberfläche liegt, abzubauen. Die Firma „Steinöl GmbH“ ließ hier eine Fabrik zur Ölgewinnung errichten. Die Gefangenen waren Männer, die in ihrer Heimat Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und die Besetzung ihres Heimatlandes durch die Deutsche Wehrmacht geleistet hatten. Sie kämpften um ihr Leben, um ihre Menschenwürde und ihre Freiheit. (Victor Malbecq, geb. 1925, Mitglied des belgischen Widerstands, in Schandelah inhaftiert)

Aufgrund extrem schlechter Arbeitsbedingungen, Unterernährung, Misshandlungen und Erschießungen durch das Wachpersonal starben ca. 200 Häftlinge, 97 von ihnen sind auf dem Friedhof von Scheppau begraben. Die Namen der Toten sind zum Teil nicht bekannt.

Am 10. April 1945 fand die Räumung des Lagers statt. Der mehrtägige Transport erfolgte ab Bahnhof Schandelah über Magdeburg, Stendal, Wittenberge ins Auffanglager Wöbbelin bei Ludwigslust. Dort wurden die Überlebenden am 2. Mai 1945 von der US-Army befreit.

1983 am Buß- und Bettag fand erstmals eine von der Grünen Bürgerliste Cremlingen organisierte Gedenkveranstaltung statt, die 1984 wiederholt wurde. Ab 1985 wurden die Gedenkfeiern um den 1. Mai von der Gemeinde Cremlingen ausgerichtet, die auch 1984/85 eine kleine Gedenkstätte mit einem Gedenkstein errichtete. Zu den jährlich stattfindenden Gedenkfeier kamen ehemalige Gefangene mit ihren Familien; gegenwärtig kommen die Kinder bzw. Enkelkinder.

2013 wurde die Gedenkstätte von der Gemeinde neu gestaltet.

Markierte Wege führen zu den Friedhöfen: erster Lagerfriedhof (1944-1946) am Rand der Anlage. 1946 fand eine Exhumierung und Umbettung statt (zweiter Lagerfriedhof 1946-1954). 1954 fand eine erneute Umbettung auf dem Friedhof in Scheppau statt; hier befinden sich noch 97 Gräber.

Dr. Diethelm Krause-Hotopp überreichte dem Landratskandidaten der CDU, Uwe Schäfer, sein Buch über das ehemalige KZ Schandelah. Gemeinsam wurden Ideen ausgeschaut, wie die Geschichte des KZ Schandelahs auch jungen Menschen nahe gebracht werden kann. Beide waren sich einig, dass die Geschichte uns mahnt, weithin gegenüber Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus  wachsam zu sein.

 

Nicht die Macht hat das Recht, sondern das Recht hat die Macht!

Ce n’est pas le pouvoir qui a le droit, c’est le droit qui a le pouvoir!

Der Respekt und die Ehrfurcht vor der Vergangenheit ist unser Auftrag und Verantwortung gegenüber unserer Zukunft, sie mahnt uns stetig wachsam zu sein!

Le respect et le culte du passé sont notre mission et notre responsabilité envers l’avenir,- qui nous rappelle d’être continuellement vigilant!

Text aus meiner Ansprache vor Ort in 2017!