Landwirte diskutieren mit Landtagskandidaten über Zukunft der Agrarpolitik

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Pressemeldung 05.09.22  / Quelle: Landvolk BS-Land

Titelfoto: Auf dem Podium v.l. Dr. Niels Pelka (Vorstand Landvolk, WF), Björn Försterling (FDP, WF), Heiko Sachtleben (B’90 / Die Grünen, PE), Christoph Willeke (SPD, GS), Sarah Grabenhorst-Quidde (CDU, WF), Christian Schwetje (Landjugend) und Meike Schreiber (Landfrauen).

Groß Denkte. Soll zukünftig der Fokus der niedersächsischen Agrarpolitik mehr auf der Sicherung der Bevölkerung mit Lebensmitteln liegen oder auf Natur- und Klimaschutz? Wie lassen sich Interessen der Verbraucher und der Landwirte zusammenbringen? Ist ein Abbau der Bürokratie vorstellbar? Wie kann der ländliche Raum gestärkt werden? Diesen und vielen weiteren Fragen stellten sich mit Sarah Grabenhorst-Quidde (CDU), Christoph Willeke (SPD), Björn Försterling (FDP) und Heiko Sachtleben (Bündnis 90/Die Grünen) vier Politiker, die künftig in Niedersachsens Landtag vertreten sein wollen. Sie folgten der Einladung des Landvolks Braunschweiger Land zum Agrarpodium zur Landtagswahl 2022 in Groß Denkte, die Veranstaltung war für alle Interessierte offen.

Auf der von Vorstandsmitglied Dr. Niels Pelka moderierten Veranstaltung nutzen die Politiker die Gelegenheit, die agrarpolitischen Positionen ihrer Parteien darzustellen. Sie waren sich darin einig, dass eine Stärkung der heimischen Lebensmittelproduktion unbedingt vonnöten sei, um sich – wie gerade am Beispiel der Gasversorgung durch Russland – nicht erst in Abhängigkeiten vom Ausland zu geraten, beziehungsweise sich davon zu lösen. Die Berücksichtigung von Umwelt-, Natur- und Klimaschutz spielten dabei zwar eine wichtige Rolle und gehöre unbedingt beachtet – jedoch nicht um jeden Preis, wie Björn Försterling betonte. Sarah Grabenhorst Quidde warnte vor einer Überregulierung durch Vorgaben und Heiko Sachtleben gab zu bedenken, dass die Themen nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften.

Eine ähnliche Einigkeit gab es auch in den Antworten auf die Frage „Was erwarten eigentlich Politiker von der Landwirtschaft?“ von Pelka. Auf jeden Fall die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ guten Lebensmitteln bei fairen Erzeugerpreisen, aber auch einen Austausch darüber, welche Rahmenbedingungen für die Landwirte notwendig sind, um verlässlich langfristig zu planen und zu produzieren. „Nur, wenn Sie sagen, was Sie sich wünschen, kann die Politik reagieren“, machte Grabenhorst-Quidde deutlich und Heiko Sachtleben forderte ein Zugehen auf die Dogmenpolitik der Grünen.

Weitere Fragen, auch aus dem Publikum, widmeten sich unter anderem der Vereinbarkeit von Bau- und Emissionsrecht und dem Wunsch nach Sichtbarkeit von Tieren und Tierwohl, dem Verkauf von Ackerflächen an nichtlandwirtschaftliche Investoren, insbesondere Banken, und der Umgang mit Grundwasser beziehungsweise dessen Gefährdung durch Pflanzenschutzmittel.

Schon in der Begrüßung war der Vorsitzende des Landvolk Braunschweiger Land, Ulrich Löhr, der nur per Video der Veranstaltung zugeschaltet sein konnte, auf die aktuelle Situation beim Umgang mit den sogenannten Roten Gebieten eingegangen und zeigte sich fassungslos. Er kündigte an, mit weiteren rechtlichen Schritten gegen die Neuordnung weiter vorzugehen.

Zu Beginn des Agrarpodiums hielten Vertreter von Landvolk sowie den Mitveranstaltern Landfrauen und Landjugend kurze, an die Politiker gerichtete, Statements, um ihre Hauptanliegen zu verdeutlichen. Der stellvertretende Vorsitzende des Landvolks Braunschweiger Land freute sich besonders, unter den anwesenden Ehrengästen Maren Diersing-Espenhorst als Chefredakteurin Land und Forst zu begrüßen ebenso wie Verbandsrätin Anna Weyde vom Regionalverband Großraum Braunschweig und den mittlerweile über 90-jährigen Landhändler Erwin Fromme, der „als Unternehmer und Freund der Landwirtschaft weiß, was er an uns hat“.