Landwirte leisten wertvolle Arbeit für die Insekten

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Destedt 20.05.2020

Jedem ist es schon mal aufgefallen, die Randstreifen auf den Äckern werden nicht mit Getreide, Rüben oder Mais bestellt, sondern auf ihnen blühen von Frühling bis Herbst die verschiedensten Pflanzen. Warum ist das so?

Den Weltbienentag am 20. Mai nahm der CDU Gemeindeverband zum Anlass, um sich einmal vor Ort, bei einem landwirtschaftlichen Betrieb über die Entwicklung sogenannter Blühstreifen auf den Ackerflächen zu informieren.

Lars Haverlah und Eik Jordan vom Gut in Destedt stellten den Mitgliedern des Gemeindeverbandes das Programm für die Ackerrandstreifen vor.

Rund 40 Hektar des insgesamt 740 Hektar großen Betriebes werden für die verschiedensten Programme der Europäischen Union genutzt. Dies macht der Betrieb schon seit rund 15 Jahren auf immer wechselnden Flächen. Darunter unter anderem Blühstreifen entlang von Gewässern und wasserführenden Gräben oder im Rahmen von Programmen, z. B. in Zusammenarbeit mit örtlichen Imkereien, die besonders bienenfreundliche Bedingungen bieten.

Ab April werden die Flächen mit den unterschiedlichsten Samenmischungen, die extra für diese Zwecke zusammengestellt werden, bestellt und bieten vielen Insektenarten bis in den Spätherbst Nahrung. „Aber diese Flächen bieten auch Schutz für das Niederwild, wie Hase, Rebhuhn oder Fasan“, weiß Lars Haverlah zu berichten. Haverlah, der nicht nur Landwirt sondern auch passionierter Jäger ist, hat in den letzten Jahren gerade auf diesen Flächen viele dieser Tiere wieder entdecken können.

Als problematisch sehen die beiden Vertreter des landwirtschaftlichen Betriebes die ständig wachsenden Dokumentationspflichten für die zur Verfügung gestellten Flächen. Dies nimmt einen erheblichen Teil der jährlichen Arbeitszeit in Anspruch und Fehler  können für den Betreib einen erheblichen finanziellen Schaden bedeuten. Hier, so sein Wunsch, könnte Politik sich einbringen und versuchen, die Prozesse einfacher und unbürokratischer zu gestalten. „Ein weiteres Ärgernis sind die Spaziergänger, die sich in der Blütezeit ungeniert aus den Blühstreifen für ihre häuslichen Blumenvasen bedienen“, berichtet Eik Jordan. “Für die Flächen besteht aufgrund der Programme eigentlich Betretungsverbot, allerdings können wir auch nicht jedes Feld mit entsprechenden Schildern ausstatten. Da kann man nur an jeden Einzelnen appellieren, die Pflanzen dort zu lassen, wo sie eigentlich wachsen sollen.”

Auf mehreren Flächen zwischen Destedt und Schandelah konnten die Mitglieder des Gemeindeverbandes die verschiedensten Flächen besichtigen. Ein spannender Einblick in die Arbeit der Landwirte, der in Zukunft noch öfters stattfinden soll. Extra dafür wurde aus den Reihen der CDU Cremlingen eine Arbeitsgruppe “Landwirschaft“ gebildet, die sich speziell mit diesem Thema auseinander setzt.

Tobias Breske