Macht mit bei den Feuerwehren!

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Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Cremlingen Tobias Breske nimmt Stellung zu der Berichterstattung „Feuerwehren im besonderen Einsatz in Brandesburg/Berlin“

29.07.18

Macht mit bei der Freiwilligen Feuerwehr ! Standen die Feuerwehren im letzten Jahr bei den Einsätzen zur gleichen Jahreszeit noch knietief im Wasser, verschärft sich in diesem Sommer die Brandgefahr durch die anhaltende Trockenheit täglich. Bei beiden Phänomenen heißt es für die Feuerwehren in Niedersachsen mit einem erhöhten Einsatzaufkommen zurecht zu kommen. Technisch werden die Wehren dazu von den Kommunen in die Lage versetzt. Das geschieht auf Grundlage des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes unter Berücksichtigung eines Brandschutzbedarfsplanes, in dem unter anderem die Ausrüstung der Wehren geregelt ist. Der Aussage des Waldbrandprofessors Goldammer ist zu entnehmen, dass Politik und Verwaltung etwas mehr Flexibilität bei der Beschaffung der Ausrüstung zeigen sollten, damit die Feuerwehren den neuen Herausforderungen zukünftig gewachsen sind. Das kann man grundsätzlich nur begrüßen. Das Hauptthema wird allerdings deutlich, bei dem Bericht über die 24 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Braunschweig, die nach Brandenburg zur Brandbekämpfung ausgerückt sind. Städten und Kreisen halten für solche Szenarien sogenannte Bereitschaften vor. Technisch gut ausgerüstet, stellen die Ortsfeuerwehren dafür die Einsatzkräfte. Im Landkreis Wolfenbüttel gibt es hierfür die Kreisbereitschaften Ost und West. Und die Einsatzkräfte sind oft die unbekannte Größe in den Konzepten. Die Aufgaben und die Einsatzzahlen steigen und in vielen Regionen schwindet parallel der Mitgliederbestand. Viele Menschen fühlen sich von der Feuerwehr nicht mehr angesprochen. Ich höre dann oft, wenn es brennt kommt doch die Berufsfeuerwehr. Oder, dass die Freiwilligen Feuerwehren ihre blauen Uniformen auf Festen und Veranstaltungen beim Biertrinken präsentieren. Beide Ansichten sind einfach nur falsch. Selbst eine Großstadt wie Braunschweig braucht ihre Freiwilligen Feuerwehren, da sie kräftemäßig nicht in der Lage wäre, den Schutz in der Stadt zu gewährleisten. Tatsache ist, in den Gemeinden sind die Freiwilligen Feuerwehren für alle Einsatzlagen bei Bränden und Hilfeleistungen verantwortlich. Und damit wird von einem Feuerwehrmann oder einer Feuerwehrfrau auch dasselbe Wissen und fachliche Handeln gefordert, dass die Bürger im Ernstfall von der Berufsfeuerwehr erwarten. Das können Sie auch, aber dass erfordert von jedem einzelnen Feuerwehrmitglied eine ständiges Üben des Erlernten und somit einen erheblichen Einsatz seiner Freizeit im Feuerwehrdienst. Gleichzeit wächst aber das Einsatzaufkommen durch eben die schon erwähnten Wetterereignisse und zusätzliche Aufgaben. Doch warum kommt das Thema Feuerwehr bei so wenigen Leuten heute noch an? Soziale Medien, Schnelllebigkeit und Individualismus können da nur bedingt als Ausrede gelten. Wir alle sind eigentlich schon vom Grundgesetz und unserem demokratischen Verständnis her dem Allgemeinwohl verpflichtet. Doch das Wohl des Einzelnen steht immer mehr im Fokus und das merken in den Mitgliederzahlen wahrscheinlich nicht nur Feuerwehren, sondern auch die anderen Organisationen. Von daher kann und darf es nicht sein, dass einige Wenige die Last auf den Schultern tragen. Es heißt hier ein Umdenken pro Feuerwehr zu erwirken. Aktiv in einer Feuerwehr mitzuwirken, ist keine Sache des Alters, der besonderen körperlichen Konstitution oder des Geschlechtes. Es ist der Wille, seinen Beitrag an der Gesellschaft zu erbringen. Und wenn wir über Brände oder Katastrophen aus den Medien hören, sollten wir uns verdeutlich, dass wir Teil eines globalen Prozesses sind und selber schnell in den Mittelpunkt des Geschehens rücken können. Jede Bürgerin und jeder Bürger, der dies erkennt und sich offen für unser aller Allgemeinwohl einsetzt, verdient meinen ausdrücklichen Respekt. Schaut doch einfach mal bei Eurer örtlichen Freiwilligen Feuerwehr vorbei, informiert Euch und macht mit!

Tobias Breske (Pressesprecher Freiwillige Feuerwehren der Gemeinde Cremlingen)

Foto: Thomas Heithäcker

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