Mahnfeuer in der Gemarkung Querhorst

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Veränderung braucht Luft zum Atmen

Querhorst 28.10.19

Der landwirtschaftliche Berufsstand bewertet die aktuellen politischen Entwicklungen als existenzgefährdend. Landwirtschaft wird vermehrt nur noch als Gefahr angesehen und nicht mehr als das, was sie ist, nämlich der Teil der unserer Wirtschaft, der für gesunde, nachhaltige Lebensmittel sorgt und auf den man auch in einem Industrieland nicht verzichten kann. Deshalb ist das Klima in vielen landwirtschaftlichen Familien im Augenblick verunsichert und frustriert.

Am Montag, den 28.10.19 lud der Landvolkverband Braunschweiger Land seine Mitglieder und die regional verantwortlichen Abgeordneten aus Land- und Bundestag zu einem Mahnfeuer in der Gemarkung Querenhorst ein.

Der Vorsitzende des Verbandes Ulrich Löhr begrüßte die zahlreich anwesenden Gäste. Er verdeutlichte kurz, dass die Summe aller aktuellen neuen Auflagen und Einschränkungen aus Düngeverordnung, Insektenschutzplan sowie der wachsende globale Wettbewerb die bäuerlichen Familien in der Region überfordern und zu einem massiven Höfesterben führen werden. Danach ergriff das Vorstandsmitglied Gerhard Rott aus Scheppau das Wort. In seiner sachlichen, aber auch von Emotionalität getragenen Ansprache traf er den Nerv seiner anwesenden Berufskolleginnen und -kollegen. Landwirtschaft habe schon immer mit naturgegebenen Umständen leben und wirtschaften müssen. Das Ertragen solcher Schwankungen gehöre zur bäuerlichen Genetik. Wörtlich führte er weiter aus: „Ich vermisse für uns in der bundesdeutschen Landwirtschaftspolitik die Schaffung von Perspektiven für den Fortbestand einer landwirtschaftlichen Produktion in Deutschland. Es wird sich nur auf neue Auflagen und Verbote beschränkt und kein Korridor der Planungssicherheit geschaffen.“

In den letzten Monaten kamen den Landwirten jedoch immer öfter Zweifel, ob diese Entscheidung Landwirtschaft zu betreiben der richtige Weg war, wenn sie sich z.B. mit Schulkameraden vergleichen, die in Industrie oder Handwerk arbeiten. Weiterhin führt Gerhard Rott aus „ich sperre mich nicht gegen sich wandelnde Produktionsziele, gesellschaftliche Anforderungen, Auflagen und Arbeitsweisen für die Landwirtschaft in Deutschland. Ganz im Gegenteil, ich bin offen für Veränderung. Wenn meine Leistungen jedoch über das produzierte Lebensmittel bezahlt werden und der Produktpreis sich dafür an einem Weltmarkt bildet, an dem diese Bedingungen nicht gelten, dann stehe ich vor einer unlösbaren Marktverzerrung in meinem Betrieb allein da.“

Flächendeckende Extensivierung auf einem Gunststandort wie Helmstedt führe nur dazu, dass an anderer Stelle, wie in Südamerika, zusätzlich neue Flächen gerodet würden. Starker Beifall der anwesenden Gäste zum Schluss von Rotts Ausführungen zeigte deutlich auf, dass der Landwirt aus dem Landkreis Helmstedt die Köpfe und Herzen der Besucher getroffen hatte.

Für einige Schlussbemerkungen übernahm der Vorsitzende Ulrich Löhr kurz noch das Wort. Er lobte die Anwesenden, für Ihren starken Einsatz bei den Aktionen des landwirtschaftlichen Bündnisses „Land schafft Verbindung“.

 

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