„Mehr miteinander statt gegeneinander!“

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Pressemeldung: Dunja Kreiser 31.07.20

Gut besuchte Diskussionsveranstaltung zum Niedersächsischen Weg mit Minister Lies in Cramme

Im Rahmen seiner Sommerreise zum Niedersächsischen Weg hat Umweltminister Olaf Lies am Freitag den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Schwetje in Cramme besucht. Neben dem Gastgeber Gerhard Schwetje, Landwirt und Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dem Umweltminister und der Wolfenbütteler Landespolitikerin Dunja Kreiser nahmen an dem gut besuchten Bürgerdialog auch Vertreterinnen und Vertreter des BUND, des Naturschutzbundes, des Landschaftspflegeverbandes sowie zahlreiche Landwirte, Imker und die Kreisjägerschaft teil.

Hintergrund der Veranstaltung war die aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz entwickelte neue Allianz für Natur-und Artenschutz, welche das Ziel verfolgt, die unterschiedlichen Interessen in einen ausgewogenen und gegenseitig anerkannten Ausgleich zu bringen. Die Sommerreise von Minister Lies dient in diesem Zusammenhang dazu, für den Niedersächsischen Weg zu werben, Vorbehalte zu überwinden, gemeinsame Projekte für mehr Natur- und Artenschutz zu entwickeln und auf bereits bestehende beispielhafte Projekte aufmerksam zu machen.

Obwohl aus Reihen der Landwirte beim Dialog in Cramme durchaus Kritik an mangelnder Einbeziehung in die Ausgestaltung des Niedersächsischen Wegs aufkam, wurden die Ergebnisse insgesamt für gut und nachhaltig empfunden, wie sich in der Diskussion zeigte. Darüber hinaus wurde ersichtlich, wie weit viele der Landwirte in unserer Region bereits in Sachen Nachhaltigkeit und Biodiversität vorangeschritten sind. Exemplarisch berichtete die Landwirtin Christiane Fricke aus Klein Elbe dem Minister ausführlich über die praktische Umsetzung von Biodiversität in ihrem Betrieb und überreichte Olaf Lies diesbezüglich ein Exposé.

Differenzen und potenzielle Konfliktherde wurden im Rahmen der Versammlung offen angesprochen. So wurde von Landwirten unter anderem betont, dass es ungerecht sei, der Landwirtschaft die alleinige Schuld für das Artensterben zu geben. Stattdessen würde es auch um gesellschaftliche Eigeninitiative gehen. In diesem Zusammenhang könne sich jeder Bürger überlegen, ob es beispielsweise wirklich notwendig sei, sich privat einen Steingarten anzulegen. Insgesamt hatten die Debatten dabei jedoch einen sehr lösungsorientierten und konstruktiven Charakter. Dabei wurde von den Teilnehmenden die klare Botschaft vermittelt, dass wir mehr Miteinander statt Gegeneinander benötigen und dass der Niedersächsische Weg dahingehend ein Meilenstein werden kann.

Im Anschluss an die Veranstaltung besuchten Lies und Kreiser noch das Rittergut Lucklum in Erkerode, wo ihnen die praktische Umsetzung Biotopvernetzung, naturnaher Waldentwicklung und Biodiversität am Beispiel des Wildkatzenkorridors zwischen Elm und Asse vorbildhaft aufgezeigt werden konnte.