Mehr Platz für die Luftretter am Städtischen Klinikum Wolfenbüttel

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Mehr Platz für die Luftretter am Städtischen Klinikum:
1,6 Millionen Neubau feierlich eingeweiht

 Wolfenbüttel. Alles neu in der ADAC-Luftrettungsstation „Christoph 30“ auf dem Gelände des Städtischen Klinikums. Nach 15-monatiger Bauzeit wurde der neue Sozial- und Arbeitstrakt im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung offiziell eröffnet. Dies teilt das Städtische Klinikum in einer Pressemitteilung mit.

„Der alte Anbau war nicht mehr zeitgemäß. Wir haben dann mit allen Beteiligten lange Gespräche geführt und auch alternative Lösungen geprüft“, erklärte Axel Burghardt, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums im Rahmen der Eröffnungsfeier. Letztlich fiel die Entscheidung auf die Errichtung eines Neubaus an gleicher Stelle. Mit einer Nutzfläche von 258qm ist dieser fast doppelt so groß wie das alte Funktionsgebäude. Anders als der Altbau sind die Räumlichkeiten nun in zwei Etagen untergebracht.

So sind im Erdgeschoss sowohl der Kontroll- und Aufenthaltsraum als auch die sanitären Anlagen untergebracht. War die Crew während der Bauarbeiten interimsweise noch in einem Containerdorf wenige Meter entfernt vom Landeplatz stationiert, stehen den Luftrettern nun im Obergeschoss des Neubaus drei Ruheräume mit Badezimmern, ein Konferenzraum und ein Archiv zu Verfügung.

Das Medizinische Lager, der Desinfektionsraum und der Trockenraum sind direkt vom Hangar zugänglich und ermöglichen ein schnelles und direktes Handeln bei den täglichen Einsätzen. „Der Bauablauf und die dazugehörigen Planungen hätte nicht besser funktionieren können“, so Burghardt. Verantwortlich war die Wolfenbütteler Gesellschaft für Industrie- und Anlagenbau.

Luftrettungsstation wieder zukunftsfähig

Der Startschuss für das Projekt fiel im Mai 2021. Die Abnahme durch das Bauamt erfolgte bereits im Juli dieses Jahres und somit nur 15 Monate später. Die Baukosten der neuen Luftrettungsstation betrugen zirka 1,6 Mio. Euro und wurden vom Klinikum getragen und langfristig von den Krankenkassen refinanziert. Geld, das bestens investiert sei, befand auch Wolfenbüttels Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Ivica Lukanic: „Mit dieser Investition ist die Luftrettungsstation wieder zukunftsfähig. Standortdiskussionen wie in der Vergangenheit müssen wir nun nicht mehr führen.“

Vor rund 25 Jahren wäre die Station aufgrund eines Bedarfsgutachtens des niedersächsischen Sozialministeriums beinahe dem Rotstift zum Opfer gefallen. Nur durch eine Volksinitiative und einer in diesem Rahmen durchgeführten Unterschriftenaktion konnte der Standort erhalten werden. Heute zeigt die Marke von über 48.000 Flügen zu oftmals lebensrettenden Notfalleinsätzen, wie wertvoll „Christoph 30“ für die medizinische Versorgung zwischen Harz und Heide ist.

„Der Neubau spiegelt auch die Teamentwicklung wider“, befand Dr. Tobias Jüttner, Ärztlicher Leiter der Luftrettungsstation. Die Zusammenarbeit zwischen Klinikum, ADAC und DRK, die das Team aus Ärzten, Piloten und Rettungssanitätern stellen, erfolgt auf Augenhöhe miteinander. So passte es ins Bild, dass sowohl Daniel Schulte, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdienstes Wolfenbüttel, als auch Burkhard Schneider, Leiter Infrastruktur, Support und Services der ADAC-Luftrettung, im Rahmen der Eröffnungsfeier ihre Glückwünsche überbrachten und die ein oder andere Anekdote zum Besten gaben.

Hintergrundinformationen zum Luftrettungsstation „Christoph 30“

„Christoph 30“ wurde am 15.07.1983 in den Dienst gestellt. Anfang 1985 übernahm die gemeinnützige ADAC Luftrettung die Rettungshubschrauberstation am Städtischen Klinikum. 23 Teammitglieder sind derzeit im wechselnden Einsatz: Neben drei Stations-Piloten der ADAC Luftrettung stellen auch 13 Notärzte des Klinikums und sieben Notfallsanitäter (TC HEMS) des DRK die Luftrettung in der Region sicher. Neben “Christoph 19” (Uelzen) und “Christoph 26” (Sande) gehört er zu den drei ADAC Rettungshubschraubern in Niedersachen. Die Einsätze erfolgen von  Sonnenaufgang (frühestens 7 Uhr) bis Sonnenuntergang.

Zur feierlichen Eröffnung hatten sich zahlreiche Gäste im Hubschrauberhangar eingefunden

Die Baukosten für den neuen Sozialtrakt beliefen sich auf rund 1,6 Millionen Euro.

Titelfoto: „Christoph 30“ ist einer von drei Rettungshubschraubern in Niedersachsen. Fotos: Städtisches Klinikum Wolfenbüttel