MIT für Arbeitskräfte-Mobilisierung in Deutschland und für eine gesteuerte Zuwanderung

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Pressemeldung 20.07.22

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion in Niedersachsen (MIT) fordert mehr Anstrengungen von der Bundesregierung, um den gravierenden Arbeitskräftemangel abzumildern. Der MIT-Landesvorsitzende Holger Bormann sieht im Arbeitskräftemangel ein großes Problem für Wohlstand und Wachstum in Deutschland: „Aus dem Fachkräftemangel ist längst ein Arbeitskräftemangel geworden. Alle Ressourcen müssen genutzt werden – im In- und Ausland. Ohne Denkverbote.“

Es müsse mehr für die duale Ausbildung geworben werden. Bormann: „In Schulen sollte es verpflichtend sein, eine Praxiswoche in Handwerks- und Industriebetrieben durchzuführen, um die Schülerinnen und Schüler für diesen Teil der Berufswelt zu begeistern. Deutschland braucht nicht nur Master, sondern auch mehr Meister.“

Außerdem setzt sich die MIT für mehr gesteuerte Zuwanderung aus dem Ausland ein. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz seien 2020 zwar die richtigen Weichen gestellt worden. Aber gerade bei Arbeitskräften gäbe es noch viel Potenzial. Nicht zuletzt scheitere die Zuwanderung an der Umsetzung. Bürokratiehürden wie die Anerkennung der Gleichwertigkeit von Abschlüssen, lange Wartezeiten bei den Behörden und mangelnde Digitalisierung würden es häufig verhindern, Arbeitskräfte schnell und effektiv einzubinden. Bormann sieht die Regierung in der Pflicht: „Die Ampel muss behördliche Verfahren beschleunigen, den Spracherwerb im Ausland unterstützen und somit für praxistaugliche Handhabung vor Ort sorgen.“

Auch müsse der Staat aktiver bei der Arbeitskräftegewinnung werden, so der Landesvorsitzende: „Der Staat könnte über die Botschaften und die vom ihm mitfinanzierten Goethe-Institute und Auslandsschulen verstärkt junge Menschen mit Deutschkenntnissen für eine Ausbildung in Deutschland anwerben.“

Weitere Forderung der MIT: Die Regierung muss Bürokratie abbauen, anstatt die Betriebe mit zusätzlichen Auflagen zu belasten. Bormann: „Wenn bei jedem mittelständischen Unternehmen ein bis zwei Mitarbeiter nur mit Statistikpflichten, Dokumentationszetteln oder Lieferkettennachweisen beschäftigt sind, bindet das Ressourcen, die man besser in Produktion oder Kundendienst stecken könnte. Da kann die Politik sehr schnell sehr konkret helfen, wenn sie die Vorschriften streicht.“