Naturschutzgebiet Herzogsberge – wer überwacht die neuen Regelungen

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Wir fragten beim Landkreis Wolfenbüttel nach und bekamen folgende Antwort:

Bereits seit einigen Jahren werden im Bereich der „Herzogsberge“ sowie in der „Schandelaher Wohld“ (Einheitsgemeinde Cremlingen) sogenannte „Feldhüter“ eingesetzt. Durch die Ausweisung des Naturschutzgebietes (NSG) „Herzogsberge“ wurde die alte Landschaftsschutzgebietsverordnung „Herzogsberge und angrenzende Landschaftsteile“ abgelöst. Sowohl der Landkreis Wolfenbüttel als auch die Gemeinde Cremlingen beabsichtigen, die Aktivitäten der Feldhüter fortzusetzen.

Die Beauftragung und Finanzierung der Feldhüter erfolgt gleichermaßen durch die Gemeinde Cremlingen sowie dem Landkreis Wolfenbüttel. Die Feldhüter kontrollieren die Einhaltung der im Bereich der Herzogsberge geltenden Vorschriften und befinden sich in einem Beschäftigungsverhältnis mit der Gemeinde Cremlingen.

Die Zuständigkeit der Gemeinde als Feld- und Forstordnungsbehörde ergibt sich aus dem Nds. Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung; der Landkreis ist für die Umsetzung des Naturschutzrechtes des Bundes sowie des Landes Niedersachsen zuständig. Die Umsetzung der neuen Naturschutzgebietsverordnung (NSG-Verordnung) „Herzogsberge“ obliegt ebenfalls dem Landkreis, der gleichzeitig die erlassende Behörde ist.

In der Zeit vom 01.04. – 31.10 eines Jahres überwachen die Feldhüter bereits seit einigen Jahren die Einhaltung der o. g. Vorschriften und melden Verstöße (wie z.B. Falschparken, nicht angeleinte Hunde, etc.) an die jeweils zuständige Behörde. Auch die Einhaltung der Regelungen der neuen NSG-Verordnung wird im Rahmen von Vor-Ort-Kontrollen durch die Feldhüter überwacht. Einen Verstoß gegen die NSG-Verordnung stellen beispielsweise das Verlassen der zulässigen Wege, das Fliegenlassen von Drohnen im Rahmen der Freizeitnutzung, die Entnahme von Pflanzen, das Verstecken von Geocaches abseits der Wege, die Störung der Ruhe der Natur und das Ablagern von Müll dar.

Gemeldete Verstöße werden wie gehabt als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet. Bei Mehrfachverstößen bzw. im Wiederholungsfall werden entsprechend höhere Bußgelder angesetzt. Die Durchsetzung der Sanktion erfolgt je nach Zuständigkeit (s.o.) durch die Gemeinde oder den Landkreis.

Durch die strengeren Vorschriften der neuen NSG-Verordnung gibt es seitens des Landkreises erhöhten Kontroll- und Informationsbedarf vor Ort. Daher werden die Feldhüter vorerst ganzjährig eingesetzt. Der Einsatz in der Zeit vom 01.11.-31.03. wird ausschließlich vom Landkreis beauftragt.

Der Schutz der Natur, insbesondere der Schutz der Lebensräume der wildlebenden Pflanzen und Tiere, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und dient dem Erhalt der Biodiversität bzw. der Artenvielfalt und damit auch dem Erhalt der Lebensgrundlagen für den Menschen. (Beispiele für die Ökosystemdienstleistungen der Natur: Insekten als Bestäuber für Nutzpflanzen, Selbstreinigungskraft intakter Gewässer.)

Besonders Gebiete wie die Herzogsberge, die keiner intensiven wirtschaftlichen Nutzung unterliegen, weisen eine hohe Artenvielfalt auf. Diese Lebensräume, der oftmals sehr seltenen Arten, müssen langfristig erhalten und da wo erforderlich auch verbessert werden. Dazu gehört auch, dass Störungen vermieden bzw. auf bestimmte Bereiche begrenzt werden müssen (Besucherlenkung, ganzjährige Anleinpflicht für Hunde).

Deshalb sind Regelungen für die Erholungsnutzung notwendig. Diese werden in der Schutzgebietsverordnung festgelegt, die Vorschriften werden kontrolliert und Verstöße werden geahndet.

Um das dargestellte Ziel zu erreichen, bitten wir alle Besucher der Herzogsberge, sich an die Regelungen der neuen Schutzgebietsverordnung zu halten. Die Feldhüter erläutern gerne vor Ort weitere Details. Bei Fragen können sich die Bürger gern auch direkt an die Naturschutzbehörde des Landkreises wenden.

Quelle: Landkreis Wolfenbüttel

Danke für Ihre Ausführungen!

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