Pflegedirektor Ralf Harmel verabschiedet sich in den Ruhestand

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Pressemeldung:

Titelfoto: Geschäftsführer Axel Burghardt (links) bedankte sich im Namen des gesamten Teams bei Ralf Harmel und dessen Ehefrau Marie-Theres Steinkamp-Harmel.

 

Wolfenbüttel. Nach mehr als 20 Jahren im Dienst des Städtischen Klinikums verabschiedete sich Pflegedirektor Ralf Harmel jüngst in den wohlverdienten Ruhestand. Zahlreiche aktuelle und ehemalige Weggefährten nutzten die Möglichkeit, sich im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Konferenzzentrum des Klinikums persönlich zu verabschieden.

Rund 650.000 Kilometer, also mehr als 16 Mal um die Welt, in einer reinen Fahrzeit von knapp 365 Tagen. So ließe sich der Weg zur Arbeit im Falle von Ralf Harmel in den vergangenen fast 22 Jahren zusammenfassen. Dass der langjährige Pflegedirektor jedoch nicht nur Kilometer sammelte, sondern vor allem echte Meilensteine für das Städtische Klinikum und insbesondere die Pflege, auch über die Grenzen des Hauses hinweg, setzte, machte Geschäftsführer Axel Burghardt in seiner Laudatio deutlich: „Sie haben es immer verstanden, die Pflege auch aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel heraus zu betrachten. So ist es ihnen gelungen, die Wertschätzung der für die Sicherung des ärztlichen Behandlungserfolgs so wichtigen Pflege in unserem Haus, aber auch in der Wahrnehmung nach außen, einen immensen Schritt voranzubringen.“

 

Vielseitig in der Region engagiert

Hinzu kam das breit gefächerte Engagement in verschiedensten Projekten und Bereichen auf städtischer und regionaler Ebene. So war der 64-jährige unter anderem Leiter der Pflegekonferenz, Mitglied des Sozialausschusses des Landkreises und des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. Zudem baute er Brücken zu Kooperationspartnern wie der Allianz für die Region, der Ostfalia und vielen weiteren auf. Darüber hinaus brachte sich der Diplompflegewirt leidenschaftlich für die Pflege in internen und externen Qualitätsmanagementprojekten ein.

Dabei sei er eher zufällig im Städtischen Klinikum gelandet. Nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger am Marienhospital in Osnabrück und diversen leitenden Tätigkeiten sowie angeschlossenem Studium, trat Harmel die Stelle des stellvertretenden Pflegedirektors im St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim an. Zu dieser Zeit ging er an der Hochschule in Osnabrück auch einer Referententätigkeit nach. Hier traf Harmel auf den damaligen Regionaldirektor der Sana Kliniken AG, damals mit der Betriebsführung des Städtischen Klinikums beauftragt, der ihm die Stelle als Pflegedirektor in der Lessingstadt in Aussicht stellte.

Herausforderung angenommen und nie zurück geschaut

 „Ich erinnere mich noch, als ich zum ersten Mal inkognito ins Klinikum kam. Ich fragte die Dame am Empfang, ob sie mir einen 20 D-Mark-Schein wechseln könnte. Ihre Antwort lautete: Meinste ich bin hier eine Wechselstube!?“, so Harmel über den ersten Besuch im Klinikum. Dies habe seinen Ehrgeiz geweckt: „Ich habe die Herausforderung, hier etwas grundlegend zu ändern, angenommen und nie wieder zurück geschaut.“

Dabei habe sein Fokus vor allem auf der Personalentwicklung gelegen. Das Credo „Fördern und Fordern“ begleitete Harmel sein gesamtes Berufsleben. Die geforderte Professionalität und die hohen Ansprüche, habe er stets auch an sich selbst gestellt. Für sein offenes Ohr, doch vor allem die offenen Augen für die Praxis wurde der Pflegedirektor von seinen Kolleginnen und Kollegen geschätzt.

Dies wirkte sich auch auf die interprofessionelle Arbeit im Klinikum aus. So sei eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Ärzteschaft und Pflegeteam seit vielen Jahren gelebte Praxis im Städtischen Klinikum. Entsprechend groß war der Dank zum Abschied: „Ich bedanke mich bei ihnen für ihre absolute Loyalität und Treue. Aber auch für ihr Engagement, die nötige Ausdauer und das niemals Lockerlassen, wenn es um das Erreichen unserer gemeinsamen Ziele ging“, so Axel Burghardt. Dabei habe der passionierte Taucher und begeisterte Fußballfan den Gedanken des Teamsports in die Arbeitswelt transportiert. Professor Dirk Hausmann, Ärztlicher Direktor, der nahezu zeitgleich mit Ralf Harmel begann, habe in seinem Kollegen stets einen kompetenten, am Patientenwohl ausgerichteten Partner gesehen. Dabei habe sich Harmel stets stark und kontinuierlich um die weitere Professionalisierung seines Berufsstandes, aber immer auch um die damit einhergehende Entwicklung eines berechtigten Selbstbewusstseins der Pflegekräfte gekümmert.

Turnaround erfolgreich bewältigt

Nach mehr als 40 Jahren im Berufsleben wechselte Harmel Anfang Oktober sozusagen von der Trainerbank auf die Tribüne: „Ich bin jetzt seit knapp einem Monat Rentnerpraktikant und probiere das erstmal aus.“ Die wichtigste Erkenntnis seiner Zeit im Städtischen Klinikum seien nicht die 21 positiven Betriebsergebnisse gewesen: „Wir haben es geschafft, dass unser Klinikum in der Region nicht nur akzeptiert wird, sondern die Bevölkerung geschlossen hinter unserem Haus steht. Auf diesen Turnaround können wir stolz sein“, so Harmel.

Seine Nachfolge tritt die ehemalige stellvertretende Pflegedirektorin Wenke Lubosch an. Als langjährige Mitarbeiterin des Hauses durchlief auch sie ihre berufliche Entwicklung unter der Führung Harmels und versicherte im Namen des gesamten Teams, die Pflege im Sinne des scheidenden Pflegedirektors weiterzuführen. Dies nahm Harmel zum Anlass, um einen letzten Appell an die Gäste zu richten: „Bitte bringen sie meinem Team das gleiche Vertrauen entgegen wie mir.“