Pünktlich zum 100 jährigen kamen die Diebe und stehlen Vereinsschätze

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Einbruch ins Schützenhaus der Schützen Wendessen e.V.

Einen Tag vor der Feier zum 100 jährigen Bestehen des Vereins wurde das Vereinsheim aufgebrochen. In der Nacht zu Freitag, 16.09.22 wurden Bargeld sowie 5 Luftgewehre und 3 Luftdruckpistolen samt Gewehrschrank entwendet. Außerdem wurden 3 Königsketten (Großer König, Kleiner König, Königin) mit unwiederbringlichen Plaketten und Münzen gestohlen. Diese Ketten repräsentieren die Identität des Vereines über 100 Jahre. Um den Verlust zu lindern wurde beschlossen einen Aufruf zu starten, mit der Bitte alte Münzen zu spenden und diese nach Möglichkeit während der Trainingszeiten (Mi. und Fr. zwischen 18:00 – 21:00h) im Schützenheim (unterhalb des Sportplatzes) abzugeben. Als Ansprechpartner wurde Herr Manfred Kämpfer, Tel. 015254091475 benannt. Diese Münzen sollen dazu dienen, de neu anzufertigenden Ketten zu schmücken.

Das wasr die Polizeimeldung: 17.09.22

Wolfenbüttel: Mehrere Einbruchdiebstähle

Im Bereich Leipzigerstraße im dortigen Kalkwerk kam es vom 15.09.2022 auf den 16.09.2022 zu einem Einbruch, bei dem Diebesgut im Wert von knapp 5000 Euro entwendet wurde. Unter anderem handelt es sich um Werkzeug. Weiterhin wurde ein Objekt in der Leipziger Allee angegangen, in dem ein Sportverein und ein Schützenverein untergebracht ist.

 

Sonderdruck 100 Jahrfeier (1920-2020)

Auszug aus der Chronik des Schützenverein Wendessen e.V.

 

In der Zeit des 1. Weltkrieges (1914-1918) und danach herrschten allerorts unsichere Verhältnisse. Die Bevölkerung konnte nur ungenügend mit den notwendigen Lebensmitteln versorgt werden und so waren Felddiebstähle, ja sogar Überfälle an der Tagesordnung. Jeder der Wendesser Einwohner lebte von und mit dem Land und wollte seine Ernte schützen. Da von behördlicher Seite nichts unternommen werden konnte, entstand als logische Entwicklung die Idee des Selbstschutzes.

Daher bildete der damalige Direktor der Zuckerfabrik Wendessen Dr. Schütz, ein Reserveoffizier, die “Einwohnerwehr“.

Diese setzte sich aus Männern zusammen, die ihr Eigentum schützen wollten und die sich nicht scheuten die zwangsläufig entstehenden Unbillen auf sich zu nehmen.

Dr. Schütz stellte Doppelposten zusammen, die des Nachts auf Streife gingen. Diese Streifen rekrutierten sich aus gedienten Männern, die mit der Waffe umzugehen verstanden. Sie waren mit Gewehren ausgestattet und hatten Hunde bei sich. Die Wachablösung erfolgte in der Scheune von Heinrich Isensee, die an der Ecke Lindener Straße – Leipziger Straße stand.

Diese Männer wollten das Schießen üben und so wurde am 1. Mai 1920 der Antrag zur Genehmigung des Errichtens eines 120 m Schießstandes gestellt. Die Genehmigung wurde erteilt und der Schießstand in Eigenleistung gebaut. Der Schützenstand befand sich links des Westerweges, die Kugelfanganlage rechts des Westerweges. Es wurde somit über den Weg geschossen. Das Schussfeld musste mit Fahnen und Warntafeln abgesichert werden.

Als Ende 1920 die Bürgerwehr nicht mehr notwendig war, wurden die Waffen von der Regierung eingezogen.

 

Aus dieser Situation heraus entwickelte sich im Jahre 1920 der Schützenverein Wendessen, dessen 1. Vorsitzender Direktor Dr. Schütz war. Der 2.Vorsitzende war der als Buchhalter in der Zuckerfabrik tätige Henri Glaesner.

Da auf die Entfernung von 120 m kein Wettkampf möglich war, wurde die Schussbahn auf 170 m erweitert und der Kugelfang verlegt.

Der Verein hatte zwei Scheibenwaffen mit Diopter und Korn. Diese Waffen wogen ca. 6 kg. Waffenwart war Albert Alltag (Strassenwart) und Wilhelm Ruprecht (pensionierter Bahnbeamter). Die Schiesswarte hatten nicht nur die Waffen zu pflegen, sondern mussten auch die Munition herstellen. Die Pulvermenge, noch grobkörniges Pulver wurde abgemessen, das kiloweise gekaufte Blei zu Geschossen vergossen und die Patronen zusammengestellt. Später wurden fertige Ladungen und fertige Geschosse verwendet.

Der Munitionsverbrauch lag bei 200- 250 Schuss pro Woche. Der Verein bezahlte die Munition und die Mitglieder einen festen Monatsbeitrag an den Verein. Eine Vereinssatzung wurde erstellt, die nicht nur nach dem Motto „Üb Aug und Hand fürs Vaterland“ aufgebaut war, sondern auch die Geselligkeit beinhaltete.

Da seinerzeit in Wendessen wenig Abwechslung möglich war, zog Sonntag nachmittags der Gastwirt Dohlenburg mit Bier zum Schießstand. Die Schützen nahmen sich Brote mit und wer nicht schoss spielte Skat.

Wendessen, September 2022

Der Vorstand