Radexkursion mit Leonard Pröttel zu den Hordorfer Biotopflächen

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Pressemeldung: 14.08.21

Zu dieser Radtour, hatten die Hordorfer Ortsratskandidaten der Grünen eingeladen.

Interessierten Hordorfern und Mitbürgern sollte so die Gelegenheit gegeben werden, die oft wenig bekannten Flächen in den Aspekten Entstehung, Bewirtschaftung und Besonderheiten in Flora und Fauna besser kennen zu lernen. Als Gast dabei: Leonard Pröttel Wolfenbütteler Landratskandidat der Grünen.

Das erste Ziel war der Breite Siek, eine Waldwiese und ein Waldstück östlich von Hordorf, welches der NABU Braunschweig 1989 im Rahmen der 2. Flurbereinigung erworben hatte. Ulrich Welk, Garten- und Landschaftsbauer aus Braunschweig und bereits damals beteiligt, berichtete von dem Ziel, aus der alten Weide und Obstplantage eine Waldwiese mit großer Artenvielfalt zu schaffen und das Areal sich dann selbst zu überlassen. Leider ist die ehemalige Wiese heute weitgehend von aufschießenden Bäumen verdrängt worden, so dass die Teilnehmer zu Recht hinterfragten, ob die regelmäßige Entfernung dieses Strauchwerks zukünftig nicht notwendig sei.

Nur ca. Luftlinie 600 m östlich liegt die Gröpelnkuhle. Dieses dreieckige Gebiet ist eine Ausgleichsfläche für den Bau der Weddeler Schleife und wird heute als große Streuobstwiese mit vielen alten Obstsorten vom NABU Braunschweig bewirtschaftet. Heike Billerbeck, Leiterin der Biotoppflege der Hordorfer Flächen, erwartete die Gruppe und berichtete von den notwendigen Arbeiten, die Wiese durch die Entfernung von aufschießendem Strauchwerk mähbar zu erhalten, sie mager also ohne Nährstoffeinträge zu bewirtschaften und die vielen Obstbäume über den entsprechenden Astschnitt zu pflegen. Die Wiese wirkte wie ein kleiner Garten Eden. Überall summte es. Glockenblumen, weiß blühende wilde Möhre, ein Teppich gelbblühende Bitterkräuter hinterließen bei den Teilnehmern einen malerischen Eindruck.

Nur unweit von der Gröpelnkuhle entfernt liegt in Richtung Schandelah das ehemalige Truppenübungsgelände Wohld. Die Exkursionsteilnehmer wurden hier von Robert Slawski – Ranger der Gemeinde Cremlingen – begrüßt. Die teilweise extensiv von Schafen beweideten Flächen sind Refugium seltener Magerrasenpflanzen, wie z.B. der Flockenblume, der Kratzdistel und der Kuckuckslichtnelke. Letztere sei aber trotz aller Schutzmaßnahmen sehr rückläufig. Durch eine ganz andere Vegetation fällt die tiefer gelegene und feuchtere Pfeifengraswiese auf.

Der Scharnickel ist ein größeres Waldstück mit Wiese, was sich westlich des Wohld – zwischen Schandelah und Hordorf gelegen – erstreckt. Die Räder wurden abgestellt und ein Abstecher in den Wald gemacht. H.-H. Gerberding zeigte an Hand eines der ca. 45 vorhandenen Nistkästen, dass diese gut frequentiert und zur Vermeidung von Parasiten und Krankheiten einmal pro Jahr zu reinigen sind. Der Wald enthält relativ viel Totholz und ist heute nur mit Vorsicht auf eigene Gefahr zu betreten. Im Bereich zum trocken gefallenen Schäferbergbach konnte die Gruppe einen großen Bestand von gelb-blau blühenden Hain-Wachtelweizen bewundern. Für die Bewirtschaftung der Wiesen ist die Unterstützung und Hilfe von Landwirten unabdingbar.

In Anbetracht der nun fortgeschrittenen Zeit wurden die ursprünglich eingeplanten westlich von Hordorf gelegenen Flächen nicht mehr angefahren. Es ging zurück nach Hordorf, um dort noch einen Blick in die im Artenschutzturm befindlichen teils bereits genutzten Großnistkästen zu werfen.

 

 

Und so ging ein informativer Vormittag und eine kurzweilige Veranstaltung zu Ende.

hhg