Städtisches Klinikum Wolfenbüttel erneut als Endoprothetikzentrum zertifiziert

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Pressemeldung 10.12.2021

Wolfenbüttel. Bereits zum siebten Mal seit 2015 wurde die Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie als Endoprothetikzentrum (EPZ) zertifiziert. Die Auditoren zeigten sich von der professionellen, interdisziplinären Arbeit im Klinikum angetan und sprachen sich für die erneute Ausstellung des Zertifikats aus. Über die Hintergründe berichten Dr. Thomas Hockertz, Chefarzt der Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie sowie Leiter des zertifizierten EPZs und Dr. Lars Hollmann, Oberarzt und Koordinator des EPZs, in einem Interview.

 Frage: Was ist unter dem Begriff „Zertifiziertes Endoprothetikzentrum“ zu verstehen?

Dr. Hockertz: Um dies zu erklären muss ich etwas weiter ausholen. Im Städtischen Klinikum Wolfenbüttel werden seit Jahren Endoprothesenimplantationen an den großen Gelenken durchgeführt. Hierbei handelt es sich vornehmlich um Knie- und Hüftprothesen. In den vergangenen Jahren kamen aber auch vermehrt Schultergelenksprothesen hinzu.

Bei einer Zertifizierung überprüft eine externe, unabhängige Firma sämtliche Abläufe und Bedingungen, die die Versorgung von Patienten mit Gelenksprothesen betreffen. Diese Zertifizierung wird durch regelmäßige Kontrollbesuche überprüft. In unserem Klinikum finden diese seit vielen Jahren statt.

Frage: Es werden also nicht ausschließlich die Operationen genauer unter die Lupe genommen?

 Dr. Hollmann: Selbstverständlich werden auch die Daten der Operation überprüft. Dazu gehört neben der OP-Zeit und dem Blutverlust auch das Einhalten der OP-Standards. Die Überprüfung bei einer Zertifizierung ist jedoch wesentlich umfangreicher. Dies beginnt bereits bei der Vorstellung der Patienten in unserer Ambulanz. Hier geht es darum genau zu schauen wie lang der Patient beispielsweise auf einen Termin oder in der Sprechstunde warten musste.

Dr. Hockertz: Auch die Untersuchung und Befragung der Patienten wird nach einem festen Schema durchgeführt und dokumentiert. Vor der Operation werden die Patienten schon in der Ambulanz über das operative Vorgehen aufgeklärt. Im Rahmen der Prämedikation erfolgt dann ein zweites Aufklärungsgespräch. Danach beginnt die Planung der Operation am Computer.

Frage: Werden alle Prothesenoperationen geplant und wenn ja, wie genau?

Dr. Hollmann: Ja, es werden alle Operationen geplant. Nach der Operation wird genau überprüft, ob diese Planungen auch erfüllt wurden. Dies birgt eine ständige Qualitätskontrolle in sich. Bei der Planung können Prothesentyp und Größe simuliert werden. Auch schauen wir uns genau die Knochenqualität des Patienten an, da von dieser abhängt, ob eine Komponente eventuell zementiert werden muss.

Frage: Betrifft diese Überprüfung ausschließlich Ihre Abteilung?

Dr. Hollmann: Alle Abteilungen, die bei der Behandlung involviert sind, werden überprüft. Neben der Narkoseabteilung und Intensivstation werden auch die Normalstationen überprüft. Zudem müssen sich die Kollegen der Physiotherapie auf einen Kontrollbesuch einstellen.

Dr. Hockertz: Selbst unser Entlassmanagement, also die Kollegen, die sich um die weitere Versorgung des Patienten nach dem stationären Aufenthalt kümmern – hier geht es vor allem um die Zusammenarbeit mit den Rehakliniken, das Organisieren von häuslicher Unterstützung und ambulanten Rehabilitationsmöglichkeiten – werden visitiert.

 

Frage: Wie kommen die Patienten zu Ihnen?

Dr. Hollmann: Die Patienten stellen sich in unserer Ambulanzsprechstunde vor. Die telefonische Anmeldung erfolgt über Frau Großkreuz – Tel.: 05331 934 3489. Hier erfolgt die Anamneseerhebung, Untersuchung und Aufklärung über das weitere Vorgehen. Bei vielen Patienten kann zunächst auch eine konservative Therapie eingeleitet werden. Bei einem Teil besteht jedoch die Indikation zur Operation.

Dr. Hockertz: Die Operation ist eine elektive, das heißt planbare Operation. Viele Patienten leiden unter Nebenerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder müssen Blutverdünner wegen eines erlittenen Herzinfarkts oder Stenteinlage einnehmen. Dies muss bei der Operationsplanung Berücksichtigung finden. Es ist daher selbstverständlich, dass diese Personengruppe für einen solchen Eingriff optimal vorbereitet wird.

Wir freuen uns sehr, dass wir in unserem Haus eine starke kardiologische Abteilung mit modernstem Herzkathederplatz haben. Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich zusammen und können uns bei Bedarf jederzeit kurzfristig austauschen.

Titelfoto: Dr. Thomas Hockertz (links) und Dr. Lars Hollmann im Gespräch im Rahmen einer zu planenden OP. Fotos: Städtisches Klinikum Wolfenbüttel