Susanne & Florian Rehm holen die Bremer Stadtmusikanten nach Lucklum

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“Wir haben einen Grund zu Feiern: 10 Jahre Güterverwaltung Reinau”, sagte Florian Rehm

Lucklum 22.04.22

Zum 10 jährigen Jubiläum bedankte sich Rehm bei seinen 60 Mitarbeitern in 3 Standorten und betonte im Namen der Unternehmerfamilie wie stolz sie auf ihr Team sind. Zu diesem Anlass hat Florian Rehm eine Skulptur vom Künstler Markus Lüppertz ausgesucht. “Als ich das Kunstwerk sah, fühlte ich mich wie in meine Kindheit zurück versetzt und hatte ein gewohntes Bild vor Augen. Als kleiner kleiner Junge lag ich im Bett und mein Großvater las mir Geschichten vor”, so Rehm. Die Entscheidung fiel: Diese Skulptur gehört auf das Rittergut Lucklum.

Florian Rehm begrüßt die Gäste

Frau Dr. Elisabeth Vorderwühlbecke  hält die Laudatio zur Skulpur-Feier  (Auszüge):

Nicht Herkules, nicht Hölderlin, nicht Mozart! Nein vier tierische Gestalten: Esel, Hund, Katze und Hahn begrüßen uns. Wir stehen nicht vor dem Bundeskanzleramt in Berlin, vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe oder in der Innenstadt von Salzburg. Wir sind nicht Besucher einer großen Kunstausstellung in Venedig. Orte, an denen das Werk eines der renommiertesten, exponiertesten und gleichzeitig umstrittensten Künstler Deutschlands zu sehen ist.

Wir sind auf dem ehemaligen Misthof auf dem Rittergut in Lucklum. Und sehen ein Werk von Markus Lüpertz. Einem Maler, Bildhauer und Graphiker, der Mythen der Antike, große Philosophen, Helden, Genies der Vergangenheit schöpferisch in die Gegenwart bringt.

Sein künstlerisches Themenspektrum umfasst, wie wir heute hier sehen, aber auch Märchen.

Mythen und Märchen erzählen beide – bei allen Unterschieden – Geschichten. Mächtige Götter und übergeordnete, umfassende Welterklärungen prägen die kraftvollen Mythen der Antike. Lehre und Moral sind Begleiter von Volksmärchen, wie den 1819 erstmals veröffentlichten „Bremer Stadtmusikanten“.

Lehre, Moral und zeitgenössische Kunst? Wie passt dies zu Markus Lüpertz – zu dem – mit viel Selbstbewusstsein ausgestatteten Freigeist, der Freiheit lebt, der sich Freiheiten erlaubt, der Freiheit feiert, Free-Jazz spielt und die Kunst am liebsten fern des politisch-moralischen Betriebs sieht. Jemand, der Polarisierung nicht scheut, aber diese mit einer extravaganten Lässigkeit und einer guten Prise Humor garniert. Der die Vollendung seines Werkes anstrebt aber auch das Ringen oder das Scheitern von Künstlern – beispielsweise bei der Wilhelm Busch-Skulptur in Wolfenbüttel – thematisiert.

Lüpertz ist ein Grenzgänger: ein Pendler zwischen den Welten. Und andererseits doch ganz konventionell ein Kunstmacher – ein Maler, der mit Pinsel, Farbe und Leinwand arbeitet. Oder als Bildhauer mit Gips und Bronze. Ein Künstler, dessen Werk nicht zur Abstraktion oder Konzeptkunst zählt, der die Auseinandersetzungen mit der Deutschen Geschichte, mit Figuren der Historie nicht scheut.

Markus Lüpertz` Skulptur wirkt auf die Umgebung ein – so wie die Gebäude selbst in einen sichtbaren Dialog mit dem Werk eintreten. Die Standortsuche für die „Bremer Stadtmusikanten“ in Lucklum war von einer längeren gedanklichen Wanderung begleitet, bis das Werk hier angekommen ist. Die spätere Instandsetzung von Hof und Gebäuden und damit Nutzung und Sichtachsen vorwegnehmend. Der Misthof wird somit zur Bühne der Kunst. Nach dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm von 1885 ist ein Misthof eine „besondere stätte in einem bäuerlichen gute zur ablagerung des düngers“. Schön die Vorstellung: Kunst ist Dünger!

Der Blick der „Bremer Stadtmusikanten“ zeigt in Richtung des von Kerzenschein und Lichtern erleuchteten Ackerpferdestalls – dort wo gleich gegessen, musiziert und später getanzt werden kann. Dieser Standort schenkt der Skulptur einen Zustand des Schwebens. Was war hier, wer war hier, wer wird hier sein, wie wird es sein, wer sind wir?

Motive:

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