Tausende Setzlinge, Tag für Tag

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Niedersächsische Landesforsten zum Tag des Baumes

(Braunschweig/Niedersachsen) Traditionell werden am internationalen Tag des Baumes am 25. April von prominenter Hand an exponierter Stelle Bäume gepflanzt, um auf die Bedeutung des Waldes für den Menschen aufmerksam zu machen. In den Niedersächsischen Landesforsten werden an diesem Montag abermals tausende Setzlinge gepflanzt – wie an nahezu jedem der seit dem Beginn der Pflanzsaison im November letzten Jahres vergangenen Arbeitstage. „Wir sind guter Dinge, dass wir unser Ziel von 6,3 Millionen Setzlingen zum Ende der Pflanzsaison erreichen werden“, resümiert Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten.

Ein Großteil der etwa 1,7 Millionen Buchen, 1,7 Millionen Eichen, 1 Million Douglasien, 450.000 Lärchen, 340.000 Kiefern und über 1 Million Setzlinge anderer Baum- und Straucharten wird auf Flächen gepflanzt, die in den vergangenen Jahren Stürmen, Dürre und dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. „Hinzu kommen zahllose Bäumchen, die sich durch natürliche Aussaat einfinden und ungezählte Sämlinge vor allem der Weißtanne, die wir in großem Umfang gesät haben“, erklärt Merker die Entstehung zukünftiger Mischwälder.

Die vielfältig unterschiedlichen Ausgangssituationen verlangen den Försterinnen und Förstern dabei einiges ab: Bei der Wahl der richtigen Baumartenmischung müssen nicht nur die aktuellen Wuchsbedingungen berücksichtigt werden, sondern auch ihre Veränderungen in Folge des Klimawandels. Auch die Ausgangssituation auf der Pflanzfläche ist entscheidend – sind noch alte Bäume vorhanden, die Schatten spenden und vor Frost schützen, oder handelt es sich um eine kahle Fläche mit rauen Bedingungen, die der Borkenkäfer hinterlassen hat?

„Wichtig ist uns, mit unserem Konzept ein breites Baumartenspektrum in Mischung einzubringen. So ist beispielsweise die Buche – der Baum des Jahres 2022 – weniger für die Freiflächen geeignet als andere Baumarten“, erläutert Merker. Um dennoch die auch ökologisch wichtige Buche einbringen zu können, lassen die Försterinnen und Förster absterbende Fichten, von denen keine Gefahr für Waldbesucher oder umliegende Fichtenwälder ausgeht, absichtlich stehen. „Die toten Stämme bieten etwas Schutz vor Verdunstung, Wind und spenden etwas Schatten – besser als auf der Freifläche ist das für die Buche allemal“, so Merker weiter.

Forstwirtinnen und Forstwirte und zahlreiche forstliche Unternehmen sind mit den Pflanzarbeiten betraut. „Ein geringerer Anteil der Setzlinge, die uns aber nicht weniger bedeutsam sind, wird im Rahmen der „Klima-Aktion Wald“ gepflanzt. Neben Pflanzaktionen für jedermann, die in den letzten Jahren pandemiebedingt weitgehend ausfallen mussten, haben Spenden und Sponsorings, die die Pflanzung von mittlerweile 200.000 Setzlingen ermöglicht“, freut sich Präsident Merker über das große Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen für die Aktion zur Unterstützung der Wiederbewaldung in den Landesforsten. „Hierin wird deutlich, dass vielen die Bedeutung des Waldes für uns Menschen bewusst ist“, schließt Dr. Merker und weist auf die „Forst-Aid“ Kampagne des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums hin, mit der dieses Engagement eine weitere Würdigung erfährt.

Pflanzung von Rotbuchen unter abgestorbener Fichte im Harz. Bild: Niedersächsische Landesforsten