Unzählige Holzpfähle „zieren“ Naturschutzgebiet

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Eigenwillige neue Wegmarkierungen in den Herzogsbergen

 

Im Verlauf des letzten Halbjahres ließ die untere Naturschutzbehörde im Landkreis Wolfenbüttel die neu festgesetzten und frei begehbaren Fußwege durch das Naturschutzgebiet Herzogsberge auf höchst eigenwillige Weise markieren. Das schauten sich der Landtagsvizepräsident Frank Oesterhelweg, der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Tobias Breske, der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Lagosky und Parteifreunde vor Ort an.

Seit vielen Jahren nutzen die Cremlinger Bürgerinnen und Bürger „ihre“ Herzogsberge zur Naherholung vor der Haustür. Dabei haben sich immer wieder genutzte Fußwege herausgebildet, die dem anerkannten Landschaftsschutz keinen Abbruch taten. Die geplante Umwandlung der Herzogsberge von einem Landschaftsschutzgebiet in ein Naturschutzgebiet Mitte letzten Jahres wurde den Bürgerinnen und Bürgern zwar frühzeitig mitgeteilt, eine meinungsbildende Bürgerbeteiligung fand jedoch nicht statt. Nur mit Überzeugungsarbeit engagierter Politiker und Ehrenamtlicher aus Kommune, Landkreis und Landtag gelang es, den Standort des traditionellen Osterfeuers zu erhalten, wenn auch mit Einschränkungen.

Die Markierung der neu festgesetzten Fußwege erfolgte nun durch seitliche Abgrenzungen mit Hilfe unzähliger, in regelmäßigen Abständen in den naturgeschützten Boden eingelassener Holzpfähle in metallenen Erdspießen. Diese Pfähle tragen jeder für sich zudem noch eine bedruckte Plastikbanderole mit entsprechendem Logo. Die Pfähle wurden auch an den Seiten von befestigten Wegen angebracht, die als solche ohnehin auch für einen Ortsfremden erkennbar sind. Andererseits wurde im nordöstlichen Bereich ein sehr schmaler Trampelpfad durch die Wiese mit diesen Pfosten „zugespargelt“, der eine Nutzung von älteren Menschen sowie Personen mit Kinderwagen nicht zulässt. Ein Leser der Wolfenbütteler Zeitung hat in einem Leserbrief zu Recht und sehr zutreffend diese Maßnahmen als unverzeihlichen Schildbürgerstreich bezeichnet. Neben den vielen Holzpfählen scheute man sich auch nicht, den Zugang zu gewohnten Wegen durch Verrücken von Panzersperren und dem Aufschütten von Erdwällen mit zusätzlichen Gräben zu versperren. So werden berechtigte Anliegen des Naturschutzes in den Augen vieler Bürger unnötig in Misskredit gebracht.

Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Cremlingen und Bürgermitglied des Ausschusses für Umwelt, Landwirtschaft, Bauen, Klimaschutz und Atommüllrückholung des Wolfenbütteler Kreistages, Volker Brandt, hat in der 17. Sitzung dieses Ausschusses am 25. November 2019 nach Sinn und Kosten dieser gesamten Maßnahme gefragt. Eine Antwort wurde ihm, auch vermerkt im Sitzungsprotokoll, zugesagt. Sie steht bis heute aus.

Foto: Ulrich Schwarze

Bildunterschrift: Machten sich ein Bild von den Wegmarkierungen in den Herzogsbergen: Uwe Feder, Tobias Breske, Uwe Lagosky, Frank Oesterhelweg, Volker Brandt, Jörg Weber (von links nach rechts)

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