Volkstrauertag 2022 in Destedt

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Destedt. Unter dem Motto “Krieg und Frieden“ fand am 13. November eine Veranstaltung zum Volkstrauertag in der Destedter Epiphaniaskirche statt. Eingeladen hatten der Ortsrat Destedt und die ev.- luth. Kirchengemeinde.

Nach dem Totengedenken, das von Mitgliedern der örtlichen Vereine sowie der Freiwilligen Feuerwehr vorgetragen wurde, fand die Kranzniederlegung für die Verstorbenen der beiden Weltkriege am Ehrenmal vor der Kirche statt. Danach versammelten sich die Besucher*innen in der Kirche.

Das Akkordeon-Jugendorchester Destedt eröffnete die Veranstaltung mit dem Friedenslied „Traum vom Frieden“. Danach begrüßte Ortsbürgermeister Dr. Diethelm Krause-Hotopp die Gäste. In seiner Ansprache ging er besonders auf den Krieg in der Ukraine ein. Nach über 70 Jahren Frieden in Europa ist die Realität des Krieges nun wieder dicht an uns herangerückt. Die Ukraine war im Zweiten Weltkrieg neben Polen, Weißrussland und dem Baltikum einer der Hauptschauplätze des Krieges und hatte besonders unter den deutschen Angriffen zu leiden. Seit neun Monaten nun ist das Land erneut Ziel eines Angriffskrieges; diesmal durch Truppen der russischen Föderation. Viele Menschen sind seither in westliche Nachbarländer geflüchtet, auch zu uns nach Deutschland und in unser Dorf. Zu den Geflüchteten gehört auch Familie Naumov aus Charkiw. Dr. Krause-Hotopp begrüßte Serhij Naumov, der seine persönlichen Erfahrungen zum Krieg und über die Flucht nach Deutschland schilderte. Die Zuhörer*innen lauschten den bewegenden Ausführungen, die Herr Naumov durch einige Fotos aus seiner Heimatstadt Charkiw veranschaulichte.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Texte zum Krieg. Sie wurden vorgetragen von Alena Giesecke und Hannah Siemsen. Unter anderem war auch ein Gedicht des ukrainischen Schriftstellers Serhij Zhadan zu hören. Er stammt wie Familie Naumov aus der Stadt Charkiw.

Nach dem traditionellen Schlusslied „We shall overcome“ ,das vom Akkordeon- Jugendorchester stimmungsvoll begleitet wurde, beendete Pfarrer Thomas Posten mit Vaterunser und Segen die Gedenkveranstaltung.

Wer noch Zeit und Lust hatte, konnte bei Laugengebäck und einem Glas Wein die Gelegenheit zum Gedankenaustausch nutzen und den Nachmittag ausklingen lassen.

Verfasst von Carola Wilhelms

Foto (Matthias Böhnig): Carola Wilhelms im Gespräch mit Serhij Naumov, der mit seiner Familie aus Charkiw fliehen musste.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Diethelm Krause-Hotopp