Volkstrauertag in Destedt: Gedenken an den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion

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PRESSEMITTEILUNG

Destedt. In Destedt haben sich der Ortsrat, die evangelische Kirchengemeinde und die Feuerwehr seit 2017 auf einen gemeinsamen Weg zur Neugestaltung dieses Tages begeben. In diesem Jahr stand das Gedenken des vor 80 Jahren begonnenen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion im Mittelpunkt.

Zu Beginn der Veranstaltung gedachten Mitglieder der Ortsfeuerwehr und des Ortsrates im Namen der Ortschaft der Destedter Toten der beiden Weltkriege. Dazu wurden Kränze am Ehrenmal niedergelegt.

Das Totengedenken, 1952 von Bundespräsident Heuss eingeführt, trugen wieder Mitglieder der Destedter Vereine vor.

Ortsbürgermeister Dr. Diethelm Krause-Hotopp sprach in der unter Corona Bedingungen voll besetzten Kirche und stellte in seiner Rede kurz die Geschichte des Volkstrauertages vor. Danach sprach er die Entwicklung des Jahres 1941 an, in der neben der Sowjetunion auch Griechenland und Jugoslawien von deutschen Truppen überfallen wurden. Unsägliches Leid brachte dieser Krieg für viele Familien in der ganzen Welt. Er mahnte, auch in der Gegenwart wachsam gegenüber nationalistischem Gedankengut zu sein und sich für Demokratie und Toleranz einzusetzen.

Anschließend wurden Texte von deutschen und sowjetischen Menschen vorgetragen. In diesen werden die Kriegserlebnisse von 1941 aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte diese Texte zur Verfügung gestellt.

Pastor Thomas Posten berichtete von seinem Großvater, der 1944 in diesem Krieg sein Leben verlor. Dazu las er das Schreiben des Vorgesetzten an seine Großmutter vor.

Zwischen den einzelnen Beiträgen spielten Wolfgang Brodbeck (Violine) und Beate Holder-Kirst (Violoncello) vom Schwaben-Duo Stücke u.a. von J.S. Bach und von Schostakowitsch, der seine „Leningrader Symphonie“, die er in der von deutschen belagerten Stadt schrieb und uraufführte.

Nach der Veranstaltung blieben viele noch zum gedanklichen Austausch vor der Kirche stehen und äußerten sich sehr positiv über diese gelungene Veranstaltung.