Wasserverband unterstützt die anspruchsvolle Ausbildung von Polizeihunden

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Gittertreppen, Dunkelheit, Lärm und Rauschgift –
Hundestaffel der Polizei trainiert regelmäßig auf den Trink- und
Abwasseranlagen des WWL

Polizeioberkommissarin Nicole Wydor hat ihren Belgischen Schäferhund Fiete dabei. Sie leitet das Training mit zwei Kollegen und deren jungen Polizeihunden auf den Abwasseran-lagen des WWL. Eben noch war sie mit Fiete bei einem Drogeneinsatz im Harz. Nun müssen die Hunde Zulu und Aron beweisen, dass sie mutig genug sind, ohne ihre Hundeführer die steile Gitterrosttreppe hinunterzulaufen und in den dunklen Kellern des Pumpwerkes nach ihrem Spielzeug zu suchen. Das Spielzeug ist ein Plastikrohr zur sogenannten Stoffkonditio-nierung. Mit dem Rohr werden die Tiere auf die speziellen Gerüche von Rauschgift, Geld oder Sprengstoff trainiert.

Täter stellen, hilfesuchende Personen finden, Sprengstoff, Waffen und Rauschgift erschnüf-feln, ihren Hundeführer beschützen…die Aufgaben der Polizeihunde in unserer Region sind vielfältig und besonders anspruchsvoll. „Der Belgische Schäferhund vereint einen dem Men-schen zugewandten Charakter mit Mut und Temperament. Er ist daher optimal für diesen Job geeignet“, so Wydor. „In brenzligen Situationen muss man sich aufeinander verlassen können“ so Wydor weiter. Entsprechend anspruchsvoll ist die Ausbildung der Tiere. Manche Dinge passieren nur über Blickkontakt zwischen Mensch und Hund.

Schäferhund Zulu ist drei Jahre alt. Polizeikommissar Philipp Stöpler, der nach seiner Fach-hochschulreife auf der Polizeiakademie studiert hat, bereitet Zulu auf den Betriebsanlagen des WWL auf seine bevorstehende Hundeprüfung vor. Er soll auf Sprengstoff spezialisiert eingesetzt werden. Hierzu eignen sich nur besonders stabile Hunde, die sich trauen, auch ohne ihren Hundeführer in bedrohliche Situationen hineinzugehen. Den Geruch von Spreng-stoff kennen sie und können sich voll darauf konzentrieren. Auch Lärm darf sie nicht irritie-ren. Während der Übung schaltet Abwassermeister Horst Drögemüller vom WWL die lauten Abwasserpumpen dennoch aus. Drögemüller: „Seit drei Jahren besteht diese Kooperation zwischen dem WWL und der Polizei. Die Hunde waren bereits auf etlichen unserer Anlagen“. „Auf jeder Anlage gibt es andere Herausforderungen für die Tiere und wir können ungestört trainieren“ so Wydor. „Die Anlagen des WWL sind alle umzäunt und dürfen von Unbefugten nicht betreten werden. Somit ist für ausreichend Sicherheit gesorgt“ ergänzt Ralf Johannes, Geschäftsführer des Wasserverbandes.

Polizeibeamte, die zur Hundestaffel wollen, müssen einen gesonderten Lehrgang besuchen. Nur hierfür geeignete Kandidaten werden zur Ausbildung als Diensthundeführer aufgenom-men. Meist geht mit dieser Berufswahl auch die Bereitschaft einher, den Hund nach Dienst-schluss mit nach Hause zu nehmen. Für die Polizeikommissarin und Bereitschaftspolizistin Sabrina Kaps war das keine Frage. Ihr Hund Aron ist ebenfalls noch in der Ausbildung und trainiert mit Kaps und Wydor auf dem dunklen Treppenabgang in den Pumpenkeller. Er hat die Prüfung zum ausgebildeten Schutzhund vor sich.

Der dreieinhalbjährige Fiete sucht zum Abschluss auf der Toilette des Pumpwerkes nach Haschisch. Sobald er es erschnüffelt hat, muss er Nicole Wydor direkt in die Augen sehen. Erst wenn sie darauf reagiert, ist seine Mission beendet und er wird von Wydor gelobt und zum Spielen aufgefordert. Nur hierfür strengt er sich so an. Zwar gibt es auch mal einen Le-ckerbissen zur Belohnung, doch das Spiel hat höchsten Stellenwert für die Tiere. Fiete ist bereits ein Profi. Rauschgift und Geldbündel sind sein Spezialgebiet.

Polizeioberkommissarin Nicole Wydor mit Hund Fiete

Titelfoto: Nicole Wydor, Sabrina Kaps und Philipp Stöpler mit den Hunden Fiete, Aron und Zulu