WEDDELER SCHLEIFE: FINANZIERUNGSVERTRAG ZUM ZWEIGLEISIGEN AUSBAU DER STRECKE BRAUNSCHWEIG–WOLFSBURG UNTERZEICHNET

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ALTHUSMANN: VERGABE DER ERSTEN BAULEISTUNGEN NOCH IM MAI
Deutsche Bahn, Regionalverband Großraum Braunschweig und Land
Niedersachsen haben heute den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag
zum zweigleisigen Ausbau der Eisenbahnstrecke Braunschweig-Wolfsburg
zwischen Weddel und Fallersleben – der „Weddeler Schleife” –
unterzeichnet. Damit können die Arbeiten für die rund 20 Kilometer
lange Schienenverbindung wie geplant in der zweiten Jahreshälfte 2021
beginnen.
Der zweigleisige elektrifizierte Ausbau der Weddeler Schleife gilt als
landesweit bedeutsames Vorhaben im Bereich der Schieneninfrastruktur
in Niedersachsen und ist zentral für die Verbesserung des
Schienenverkehrs in der Region Braunschweig. Das Vorhaben ist auch
Bestandteil der Planungen des Bundesverkehrsministeriums zum
Deutschlandtakt. Land und Region hatten sich seit vielen Jahren für
die Umsetzung stark gemacht.
NIEDERSACHSENS VERKEHRSMINISTER DR. BERND ALTHUSMANN, der diesen
Vertrag mit Verbandsdirektor Ralf Sygusch und Verbandsvorsitzendem
Detlef Tanke als Vertreter des Regionalverbandes Großraum
Braunschweig mit der DB Netz AG als Vorhabenträgerin unterzeichnete:
„Das ist ein Riesenerfolg! Für dieses wichtige niedersächsische
Großprojekt haben alle Beteiligten über Jahre sehr viel Zeit, Arbeit
und Engagement investiert. Durch den Ausbau der Weddeler Schleife kann
nicht nur der Nahverkehr in der Region Braunschweig-Wolfsburg weiter
ausgebaut, sondern auch der Schienen-Verkehr insgesamt verbessert
werden. Für die gute Zusammenarbeit möchte ich mich bei allen ganz
herzlich bedanken, insbesondere für die große finanzielle
Beteiligung durch den Bund und die verlässliche Zusammenarbeit mit
der Deutschen Bahn. Nur durch eine enge Abstimmung und eine zeitlich
genau aufeinander abgestimmte Taktung war es möglich, dass wir hier
und heute den Finanzierungsvertrag unterschreiben können. Damit kann
die Vergabe der ersten Bauleistungen noch im Mai beginnen.”
ENAK FERLEMANN, PARLAMENTARISCHER STAATSSEKRETÄR IM
BUNDESVERKEHRSMINISTERIUM UND BEAUFTRAGTER DER BUNDESREGIERUNG FÜR
DEN SCHIENENVERKEHR: „Der zweigleisige Ausbau der Weddeler Schleife
gehört zu den ersten Projekten, die wir zur Umsetzung des
Zielfahrplans Deutschlandtakt neu beginnen. Damit wird ein
regelmäßiger Halbstundentakt zwischen den Industriestandorten
Braunschweig und Wolfsburg möglich. Gleichzeitig stärken wir die
Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit im Netz. Gemeinsam mit der im
Bedarfsplan für die Bundesschienenwege enthaltenen Elektrifizierung
Hameln – Elze und den dreigleisigen Ausbauten zwischen Elze und
Nordstemmen sowie Braunschweig und Weddel entsteht so eine
leistungsfähige Umfahrung für den Knoten Hannover. Aus diesen
Gründen haben die Haushaltspolitiker des Bundestags und die
Bundesregierung entschieden, das Land Niedersachsen bei der
Finanzierung des Ausbaus der Weddeler Schleife durch einen neuen
Haushaltstitel zu unterstützen. Das Projekt stellt das Signal auf
grün für den Start des Deutschlandtakts in Niedersachsen.”
VERBANDSVORSITZENDER REGIONALVERBAND GROßRAUM BRAUNSCHWEIG, DETLEF
TANKE: „Das ist ein sehr guter Tag für die Region Braunschweig,
besonders für unsere Fahrgäste. Für die erfolgreiche Finanzierung
haben wir lange zusammen mit unseren regionalen Bundestagsabgeordneten
kämpfen müssen. Mit dem heutigen Vertrag werden wir zwischen
Braunschweig und Wolfsburg ab Dezember 2023 einen heutigen
Anforderungen entsprechenden Halbstunden-Takt anbieten.”
VERBANDSDIREKTOR REGIONALVERBAND GROßRAUM BRAUNSCHWEIG, RALF SYGUSCH:
„Wir sind als Aufgabenträger gut vorbereitet: Genügend Züge sind
vorhanden und der Halbstundentakt zwischen Wolfsburg und Braunschweig
ist bereits bestellt. Mit dem zweigleisigen Ausbau setzen wir einen
weiteren Meilenstein in unserer langfristigen Strategie zwischen den
Ober- und Mittelzentren der Region einen durchgängigen
Halbstundentakt auf der Schiene anzubieten. Ich danke dem
Landesverkehrsministerium und der Deutschen Bahn für die gute
Zusammenarbeit in den vergangenen Monaten.”
DB-KONZERNBEVOLLMÄCHTIGTE MANUELA HERBORT: „Ich freue mich, dass
wir mit der Zeichnung des Finanzierungsvertrages den Grundstein sowohl
für mehr Flexibilität im Nahverkehr in der Region als auch für mehr
Qualität im Personenfern- und Güterverkehr legen. Das ist ein
wichtiger Beitrag, um den Anforderungen an den zukünftigen Verkehr
auf der Schiene gerecht zu werden. Mit dem zweigleisigen Ausbau der
Strecke zahlen wir einmal mehr auf die Starke Schiene ein und kommen
somit dem Klimaschutzziel wieder ein Stück näher.”
HINTERGRUND:
Ziel des zweigleisigen Ausbaus der rund 20 Kilometer langen Weddeler
Schleife sind ein ganztägiger Halbstundentakt im
Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zwischen Braunschweig und Wolfsburg
sowie Qualitäts- und Kapazitätsverbesserungen für den Fern- und
Güterverkehr. Mit vorbereitenden Arbeiten wurde bereits im Frühjahr
2021 begonnen. Eine erste umfassende Sperrpause ist für Ende Oktober
bis Mitte Dezember 2021 geplant. Mit der Fertigstellung wird Ende 2023
gerechnet. Als nächstes steht die Vergabe der Bauleistungen
unmittelbar bevor. Voraussetzung hierfür ist eine gesicherte
Gesamtfinanzierung der Maßnahme für die DB Netz AG. Dies wird durch
die bereitgestellten Bundesmittel und der heute erfolgten
Unterzeichnung des sogenannten Realisierungs- und
Finanzierungsvertrages mit Land und Regionalverband gewährleistet.
Ursprünglich war der Ausbau der Weddeler Schleife Bestandteil des
Bundesverkehrswegeplans. Im Rahmen der Fortschreibung wurde das
Vorhaben vom Bund aber nicht erneut aufgenommen. Land, Regionalverband
und Bund verständigten sich deshalb bereits vor einigen Jahren
darauf, das Ausbauvorhaben gemeinsam auf anderem Wege finanzieren zu
wollen. Land und Regionalverband übernehmen danach mit Unterstützung
durch eine Förderung des Bundes aus dem
Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz den Kostenanteil in Höhe des
gutachterlich ermittelten Nutzens für den Nahverkehr. Die
verbleibenden Kosten trägt der Bund. Diese Finanzierungsaufteilung
ist Grundlage des Realisierungs- und Finanzierungsvertrages mit der DB
Netz AG. Für die Vertragsgestaltung bedurfte es zunächst einer
Klärung der finanziellen Beteiligung des Bundes, um die Finanzierung
des Projektes insgesamt sicherstellen zu können. Eine
zwischenzeitlich aufgetretene Finanzierungslücke wurde Ende 2020 nach
der Bereitstellung zusätzlicher Mittel durch den Bundestag in einem
neuen Haushaltstitel für Investitionen zur Engpassbeseitigung im
Nahverkehr im Bundeshaushalt 2021 geschlossen.
Insgesamt kostet der Ausbau der Weddeler Schleife laut aktueller
Kostenschätzung rund 150 Millionen Euro. Land und Regionalverband
übernehmen davon gemeinsam ca. 25 Prozent der Baukosten für den
Nahverkehrsanteil sowie die Kosten der Entwurfsplanung und die
verbleibenden weiteren Planungsaufwendungen. Laut Finanzierungsvertrag
trägt der Regionalverband Großraum Braunschweig davon rund 12
Millionen Euro; das Land Niedersachsen rund 13,5 Millionen Euro. Den
verbleibenden Anteil mit rund 124 Millionen Euro trägt der Bund.

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