Weddeler Schleife – WAS WIRD HIER GEBAUT ?

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Presseinfo – Deutsche Bahn AG

Weddeler Schleife: Zweigleisiger Ausbau der Strecke Braunschweig–Wolfsburg steht kurz bevor

 

Vorbereitende Arbeiten beginnen • Baustart im Oktober • Erste Sperrpause Ende Oktober bis Mitte Dezember 2021

Es geht los mit den vorbereitenden Maßnahmen für den  zweigleisigen Ausbau der Eisenbahnstrecke Braunschweig–Wolfsburg zwischen Weddel und Fallersleben – der „Weddeler Schleife“: Heute trafen sich der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, Niedersachsens Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann, der Verbandsvorsitzende und der Verbandsdirektor des Regionalverbandes Großraum Braunschweig, Detlef Tanke und Ralf Sygusch sowie Frank Limprecht, Leiter Großprojekte bei der Deutschen Bahn (DB) vor Ort, um einen Blick auf die zukünftige Baustellenfläche zu werfen.

Im Mai hatten die DB, der Regionalverband und das Land Niedersachsen den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag unterzeichnet. Derzeit laufen vorbereitende Arbeiten für die Umsetzung des Ausbaus, wie Baugrunduntersuchungen und Vermessungsarbeiten. Der Startschuss an der rund 20 Kilometer langen Schienenverbindung fällt in der zweiten Jahreshälfte 2021.

Der zweigleisige elektrifizierte Ausbau der „Weddeler Schleife“ gilt als landesweit bedeutsames Vorhaben im Bereich der Schieneninfrastruktur in Niedersachsen und ist zentral für die Verbesserung des Schienenverkehrs in der Region Braunschweig. Das Vorhaben ist auch Bestandteil der Planungen des Bundesverkehrsministeriums zum Deutschlandtakt.

Enak Ferlemann: „Der zweigleisige Ausbau der „Weddeler Schleife“ gehört zu den ersten Projekten, die wir zur Umsetzung des Zielfahrplans Deutschlandtakt neu beginnen. Damit wird ein regelmäßiger Halbstundentakt zwischen den Industriestandorten Braunschweig und Wolfsburg möglich. Gleichzeitig stärken wir die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit im Netz. Gemeinsam mit der im Bedarfsplan für die Bundesschienenwege enthaltenen Elektrifizierung Hameln – Elze und den dreigleisigen Ausbauten zwischen Elze und Nordstemmen sowie Braunschweig und Weddel entsteht so eine leistungsfähige Umfahrung für den Knoten Hannover. Aus diesen Gründen haben die Haushaltspolitiker des Bundestags und die Bundesregierung entschieden, das Land Niedersachsen bei der Finanzierung des Ausbaus der „Weddeler Schleife“ durch einen neuen Haushaltstitel zu unterstützen. Das Projekt stellt das Signal auf grün für den Start des Deutschlandtakts in Niedersachsen.“

Dr. Bernd Althusmann: „Der zweigleisige Ausbau der „Weddeler Schleife“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir dem Ziel der Verkehrsminister von Bund und Land, die Fahrgastzahlen bis 2030 zu verdoppeln, tatsächlich einen Schritt näherkommen. Damit leisten wir auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und stärken gleichzeitig den Schienenverkehr in der Region Braunschweig und ganz Niedersachsen. Es ist schön zu sehen, dass der Projektfortschritt nun nicht mehr ausschließlich auf Papier und Reißbrett zu sehen ist, sondern die Vorarbeiten an der Strecke Gestalt annehmen.  Die „Weddeler Schleife“ wird nun sichtbar für alle!“

Detlef Tanke: „Der zweigleisige Ausbau der „Weddeler Schleife“ ist eines der wichtigsten ÖPNV-Projekte für unsere Wirtschaftsregion Braunschweig – Wolfsburg. Viele Beteiligte haben sich an sehr vielen Stellen für dieses Projekt eingesetzt. Jetzt sehen wir, dass es wirklich umgesetzt wird. Ab Dezember 2023 werden wir auf dieser Strecke endlich im Halbstundentakt fahren. Unser Ziel ist ein durchgehender Halbstundentakt sowohl zwischen den Oberzentren als auch zwischen den Ober- und Mittelzentren. Wir alle wollen eine Verkehrswende. Die kann nur gelingen, wenn die Angebote attraktiv sind, die Anschluss-Mobilität passt, der ÖPNV komfortabel, schnell und digital ist. Nur dann haben wir die Chance, dass potenzielle Fahrgäste vom Individualverkehr auf den ÖPNV umsteigen.“

Frank Limprecht: „Die „Weddeler Schleife“ ist ein Kernstück der Schienenverbindung zwischen Wolfsburg und Braunschweig. Mit dem zweigleisigen Ausbau der Strecke leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag für ein leistungsfähiges und modernes Schienennetz und mehr Verkehre auf der Schiene: Zuverlässige und pünktlichere Züge überzeugen auch mehr Fahrgäste von der Bahn und unterstützen uns so bei der Umsetzung der Mobilitätswende.“

 

Hintergrund:
Ziel des zweigleisigen Ausbaus der rund 20 Kilometer langen „Weddeler Schleife“ sind ein ganztägiger Halbstundentakt im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zwischen Braunschweig und Wolfsburg sowie Qualitäts- und Kapazitätsverbesserungen für den Fern- und Güterverkehr. Mit vorbereitenden Arbeiten wurde bereits im Frühjahr 2021 begonnen. Eine erste umfassende Sperrpause ist für Ende Oktober bis Mitte Dezember 2021 geplant. Mit der Fertigstellung wird Ende 2023 gerechnet.

Ursprünglich war der Ausbau der „Weddeler Schleife“ Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans. Im Rahmen der Fortschreibung wurde das Vorhaben vom Bund aber nicht erneut aufgenommen. Land, Regionalverband und Bund verständigten sich deshalb bereits vor einigen Jahren darauf, das Ausbauvorhaben gemeinsam auf anderem Wege finanzieren zu wollen. Land und Regionalverband übernehmen danach mit Unterstützung durch eine Förderung des Bundes aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz den Kostenanteil in Höhe des gutachterlich ermittelten Nutzens für den Nahverkehr. Die verbleibenden Kosten trägt der Bund. Diese Finanzierungsaufteilung ist Grundlage des Realisierungs- und Finanzierungsvertrages mit der DB. Für die Vertragsgestaltung bedurfte es zunächst einer Klärung der finanziellen Beteiligung des Bundes, um die Finanzierung des Projektes insgesamt sicherstellen zu können. Eine zwischenzeitlich aufgetretene Finanzierungslücke wurde Ende 2020 nach der Bereitstellung zusätzlicher Mittel durch den Bundestag in einem neuen Haushaltstitel für Investitionen zur Engpassbeseitigung im Nahverkehr im Bundeshaushalt 2021 geschlossen.

Insgesamt kostet der Ausbau der „Weddeler Schleife“ laut aktueller Kostenschätzung rund 150 Millionen Euro. Land und Regionalverband übernehmen davon gemeinsam ca. 25 Prozent der Baukosten für den Nahverkehrsanteil sowie die Kosten der Entwurfsplanung und die verbleibenden weiteren Planungsaufwendungen. Laut Finanzierungsvertrag trägt der Regionalverband Großraum Braunschweig davon rund 12 Millionen Euro; das Land Niedersachsen rund 13,5 Millionen Euro. Den verbleibenden Anteil mit rund 124 Millionen Euro trägt der Bund.

Mithilfe des Deutschlandtakts sollen die Züge deutschlandweit besser aufeinander abgestimmt und dadurch Umsteige-, Reise- und Transportzeiten deutlich gesenkt werden. Öfter – schneller – überall: Dieses Ziel gilt sowohl im Schienenpersonen-als auch im Schienengüterverkehr, in der Stadt und auf dem Land. Der Zielfahrplan, auf dessen Basis das Schienennetz passgenau ausgebaut und optimal genutzt werden soll, bildet hierfür die Grundlage. Dabei gilt das Prinzip: Erst der Fahrplan, dann der Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur.