Witz-Licht 28 – Zu viele offene Fragen?

0
287

Enthält diese Kolumne einen Bildteil mit zahlreichen Fragesätzen? Ja. Und das ist auch schon die einzige Frage, die ich ruhigen Gewissens eindeutig beantworten kann. Es geht um technische Lösungen zur Bekämpfung und Vernichtung von Covid-19-Viren. Ich bin nicht der Meinung, dass dies grundsätzlich unmöglich ist, aber ich bezweifle, dass es zur Zeit eine eindeutig nachgewiesene hundertprozentig sichere Lösung gibt, die durch den Einsatz solcher Geräte ein Infektionsrisiko ausschließt. Anders ausgedrückt: Gibt es einen Weg, den Viren beizubringen, sich samt sämtlicher Mutationen unverzüglich und ohne sich zu verbreiten in Vernichtungsgeräten einzufinden?

Ich wollte doch jetzt noch gar keine Fragen stellen, also: Alles zurück auf Anfang. Die Stiftung Warentest untersuchte Anfang 2020 Luftreiniger, die Aerosole aus der Atemluft von Wohnräumen entfernen sollen und hat Ende letzten Jahres einen „Corona-Nachtest“ durchgeführt.

Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, bleibt dieser Test hier unberücksichtigt, denn die Stiftung untersucht Geräte für Endverbraucher, die also für Kitas, Schulen, Großraumbüros usw ungeeignet sind. Interessant wären lediglich Testkriterien und Versuchsbedingungen…

Die Universität der Bundeswehr in München dagegen testete mobile Luftfilteranlagen, machte in einem (menschenleeren) Raum Aerosole mit Lasertechnologie sichtbar und stellte fest, dass 99,99% aller Viren und Bakterien durch Filter, die außerdem noch auf 100 Grad Celsius erhitzt wurden, vernichtet werden, was bei dieser Temperatur innerhalb einer halben Minute geschieht. Allerdings dauerte es ungefähr eine Stunde, bis die Luft im 3500 Quadratmeter großen Versuchsraum vollständig gereinigt war.

Noch deutlich schneller als in dreißig Sekunden geschieht die Viren-Vernichtung durch UV-C-Strahlung. Das ist nichts Neues. Seit Jahrzehnten wird Trinkwasser damit desinfiziert und beispielsweise geschieht das auch mit den Oberflächen von Krankenwagen. Kein Wunder, dass Hersteller solcher Geräte das große Geschäft wittern, auch in unserer Region gibt es Verkaufsveranstaltungen.

Laut WHO finden aber die meisten Übertragungen von Viren im Nahumfeld statt, so dass trotz Verwendung von Luftreinigern zu Plexiglasabgrenzungen und regelmäßiger Belüftung geraten wird.

Dunja Kreiser hält die Geräte zusammen mit Lüften für eine Möglichkeit zur Virenbekämpfung. Wie aber wird dann der verbrauchte Sauerstoff im Raum ausgetauscht? Wie kann ohne Abgrenzung eine Infektion im Nahumfeld ausgeschlossen werden?

Angenommen, diese Geräte könnten das Nahumfeld in weniger als einer Stunde reinigen (was ja auch von der Raumgröße abhängt),  reicht dann diese Zeit aus, um eine Virusübertragung zwischen zwei nebeneinander sitzenden Menschen unmöglich zu machen?

Wie sicher sind diese Geräte? UV-Strahlung ist nicht ungefährlich, benötigen diese Geräte eine besondere Zulassung? Gibt es neutrale Testberichte über die Wirksamkeit dieser Geräte? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Infektionen durch diese Geräte verringert oder vermieden werden? Ist Lüften eventuell ähnlich effektiv, aber deutlich preisgünstiger? Sind das die Heilsbringer? … Der Hersteller aus Wolfenbüttel:

Ab welcher (prozentualen) Wirksamkeit ist der hohe Anschaffungspreis dieser Geräte gerechtfertigt (abgesehen von den Stromkosten)?

Fehlt da nicht noch eine Firmenhymne? Kleiner Textvorschlag gefällig:

Kämpft Viba Clear mit Keimen, Viren,
dann werden diese stets verlieren.
Die Luft, sie wird jetzt klinisch rein
und könnte gar nicht besser sein…

Leider soll ja wegen akutem Ansteckungsrisiko nicht gesungen werden.

Das Wolfenbüttler Schaufenster brachte den “WERBEBLOCK” , aber ist das der richtige Weg? Meine Meinung: Bitte Abstand halten!

Ich schließe mich auch dem an, was auf dem im letzten Foto abgebildeten gelben Schild steht,

bis neulich, Witz Witzkewitz