Witz-Licht 4

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Wem habe ich zu verdanken, dass Frisörläden geschlossen sind und ich mir die Haare selbst schneiden muss, obwohl ich das überhaupt nicht kann, wie deutlich auf dem Foto zu sehen ist? Natürlich nicht der Kanzlerin oder dem Innenminister, nein, die haben lediglich Gegenmaßnahmen getroffen, aber wem haben wir das ganze Schlamassel zu verdanken? Die Suche nach einem Schuldigen ist zwar nach dem Ausbruch der Pandemie irgendwie sinnfrei, aber nicht nur ich, auch Diktatoren (oder solche, die es gern sein möchten) suchen gern nach  Schuldigen, um vom eigenen Unvermögen abzulenken (bei mir Haareschneiden, bei denen Krisenmanagement). Deshalb zeigt Trump mit ausgestrecktem Zeigefinger nach China, genauer auf Wuhan, wo entweder das Virus nach dem Genuss von Wildtieren (Fledermaus süß-sauer mit acht anderen Köstlichkeiten?) auf den Menschen übertragen wurde oder aber in einem Labor künstlich gezüchtet und (Verschwörungstheoretiker aufgemerkt!) durch einen Unfall verbreitet wurde, angeblich von einer Praktikantin (Mo Ni Ka? Wir kennen den Namen nicht).

Alles Quatsch, behaupten offizielle chinesische Quellen, wir waren es nicht, im Oktober fanden in Wuhan „Military World Games“ statt, mit amerikanischer Beteiligung, für die Chinesen ist es somit quasi bewiesen, dass das Virus von Mitgliedern des US-Teams eingeschleppt worden ist.

So wurde wieder ein neues Kapitel im friedlichen Virenaustausch zwischen den Völkern aufgeschlagen…

Übrigens sind die Amerikaner ja als Pandemie-Auslöser und Überträger bekannt: Als erster Patient der „Spanischen Grippe“ von 1918 gilt der Koch Albert Gitchell, der im Armeestützpunkt Fort Riley in Kansas tätig war und zahlreiche Kameraden ansteckte. Durch US-Truppenbewegungen kam das Virus nach Europa und forderte mehr Todesopfer als die Kampfhandlungen des gesamten 1. Weltkriegs, die meisten von ihnen kamen in der 2. Epedemiewelle um.

Trump, wir vergessen nichts, auch nicht, dass eine Palette mit 200000 Schutzmasken, (die für die Berliner Polizei bestimmt und schon bezahlt waren), in Bankok konfisziert und in die USA umgeleitet wurde.

Nun aber nach diesen ganzen Negativ-Nachrichten endlich etwas Erfreuliches: Wissenschaftlern ist es nach mühsamer Forschungsarbeit gelungen, die Eiweißschwingungen des Corona-Virus in hörbare Frequenzen zu übertragen. Endlich können wir uns die Corona-Melodie anhören! Wenn es keine Wissenschaftler gäbe, die sich mit solch dringend notwendigen Aufgaben beschäftigen würden, wie nur sollte die Menschheit sonst überschüssige Steuergelder ausgeben? Zum Glück sind es ja nicht unsere Steuern, amerikanischen Wissenschaftler verdanken wir diese Melodie und die könnten ja auch privat finanziert worden sein. Wenn ja, dann bestimmt von irgendwelchen Verschwörern…

Natürlich haben wir alle etwas Dramatisches a la Beethoven erwartet, „phallische Gewalt“ mit „Unterleibs-Getrommel“, so wie es die (ebenfalls amerikanische) Feministin Susan McClary aus jeglicher klassischen Musik heraushörte. Sie war es auch, die Beethovens Neunte als eine einzige Vergewaltigungsfantasie bezeichnet hat. Und wir Naivlinge haben das Werk immer für etwas Völkerverbindendes gehalten, als einen Ausdruck universeller Liebe! Und singen immer noch „Freude schöner Götterfunken“!

Naja, dem Ludwig wurde ja auch nachgesagt, er sei ein Sympathisant, wenn nicht gar ein Mitglied des Illuminaten-Ordens gewesen, welcher am 1. Mai 1776 in Ingolstadt von Adam Weishaupt gegründet wurde und trotz Verbotes angeblich noch heute aktiv sein soll.

Wer nun jedoch in der Corona-Melodie Dramatik pur oder wenigstens einen Hauch von Heavy Metal erwartet, den muss ich leider enttäuschen: Es ist eher langweiliges Esoterik-Gewaber, mit dem Corvid-19 daherkommt und uns einzulullen versucht. Aber vielleicht ist das ja die Virus-Taktik: Uns einschläfern, damit wir unvorsichtig werden?

Das darf nicht funktionieren, dazu flehe ich die Schutzheilige gegen Seuchen an! Und wer ist das? Die Heilige Corona! Das hat ja gerade noch gefehlt! Also wenn das jetzt keine Verschwörung ist, dann weiß ich es auch nicht.

Ich brauche jetzt dringend ein Bier, welches nicht nur den Durst löscht, sondern auch gleichzeitig ein Gefühl von Sonne und Strand vermittelt, nach Limette schmeckt und mir den Mexiko-Urlaub ersetzt, aus dem wohl dieses Jahr sowieso nichts wird. Genauso ein Bier brauche ich, das gibt es! Nein, gab es, „Corona-Extra“ wird nicht mehr hergestellt.

Ein ziemlich ernüchterter Witz Witzkewitz.

PS: Selbstverständlich stammt der ultimative Corona-Song von Helene Fischer, nur sie hat das ganze Leiden in einer Textzeile zusammengefasst: „Atemlos durch die Nacht“